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Die Bahn muss mehr für behinderte Menschen tun

Kommentar Von Nikolai Röhrich
05.10.2020

Plus Die oft kritisierte Bahn bleibt auch bei Barrierefreiheit hinter den Ansprüchen der Kunden zurück. Sie müsste längst barrierefrei sein. Das zeigt Dieter Neumann Fall.

Dieter Neumanns Unverständnis für den derzeitigen Stand ist nur allzu verständlich. Die Bahn befindet sich vollständig im Besitz der Bundesrepublik.

Bereits 2002 trat auf nationaler Ebene für die sogenannten Träger öffentlicher Gewalt das Behindertengleichstellungsgesetz in Kraft, in dem barrierefreier Verkehr als Zielvereinbarung festgelegt wurde. Es kann daher nicht angehen, dass ein staatliches Unternehmen noch 2020 Fahrzeuge ohne Zugang für körperlich Eingeschränkte verkehren lässt – ganz abgesehen von Bahnhöfen wie dem in Friedberg, wo ein barrierefreier Umbau lange auf sich warten ließ und jetzt wenigstens geplant wird.

Auch der Friedberger Bahnhof ist noch nicht barrierefrei

Mit Sicherheit ist die behindertengerechte Umrüstung von Schienenfahrzeugen nicht nur eine Frage des politischen Willens zur Inklusion. Die Bahn schwimmt nicht im Geld. Vor allem jetzt nicht, wo Corona das Fahrgastaufkommen zeitweise auf 15 Prozent des normalen Niveaus gedrosselt hat. Der Ausschluss von Behinderten wie Dieter Neumann aus dem öffentlichen Leben und von der Mobilität ist aber kein Preis, der sich – im Gegensatz zu den Kosten barrierefreier Züge – guten Gewissens bezahlen lässt.

Lesen Sie auch den Artikel: Bahnfahrt wird für den Rollstuhlfahrer Dieter Neumann zur Odyssee

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