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Mering

03.09.2019

Die Bücherei Mering hat viel Neues zu bieten

Brunhilde Waeber mit Figuren von Tabaluga und dem kleinen Wassermann: Mit diesen „Tonies“ können Kinder Geschichten und Lieder anhören.
Bild: Peter Stöbich

Leiterin Brunhilde Waeber hat für die Bürcherei in Mering eingekauft: Jede Menge CDs und Lesestoff stehen für die auslaufenden Sommerferien bereit.

Vom wenig beachteten Stiefkind hat sich die Meringer Bücherei in den vergangenen Jahren zum Star der Marktgemeinde entwickelt. Nicht nur Ausstellungen und Lesungen finden im Medienzentrum an der Bachstraße statt, sondern auch der jährliche Neubürgerempfang oder Veranstaltungen der Volkshochschule. Auch in die Paarkunst-Reihe vom 13. Oktober bis 15. November ist die Bücherei wieder mit eingebunden.

Sie ist nach einer dreiwöchigen Schließung in der zweiten Ferienhälfte wieder für alle geöffnet, die unterhaltsame Urlaubslektüre suchen. „Unser Boden musste abgeschliffen und neu lackiert werden“, berichtet Bücherei-Leiterin Brunhilde Waeber. Am ersten Öffnungstag nach den Arbeiten verzeichnete sie gleich 1330 Ausleihen, „das sind rund 18 Prozent unseres Monatsdurchschnitts“. Insgesamt gibt es derzeit rund 3300 aktive Nutzer, für die fade Ferien ein Fremdwort sind.

340 Neuerwerbungen in die Bücherei-Regale eingeräumt

Denn Waeber und ihre Mitarbeiterinnen haben diesen Monat 340 Neuerwerbungen in die Regale eingeräumt: CDs und Comics, Bücher und zwei Dutzend Spiele für Familien, die von der Sparkasse gesponsert werden. Außerdem gibt es zahlreiche Zeitschriften sowie 18 neue „Tonies“; das sind Kunststoff-Figuren, die auf eine Abspielbox gesetzt werden, mit der Kinder digital Geschichten oder Lieder anhören können. „Früher haben wir ausgeleierte Kassetten von Benjamin Blümchen und Bibi Blocksberg in einen Rekorder geschoben“, sagt Waeber, „heute funktioniert das Ganze über eine Cloud.“

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Wenn Pfarrer Georg Wißmiller das noch erleben könnte, käme er aus dem Staunen nicht mehr heraus, was aus seinem Werk geworden ist. Denn er hatte im Jahr 1909 eine öffentliche Bücherei gegründet, die bis heute gemeinsame Aufgabe von Gemeinde und Kirche ist.

Viele Jahre war sie unter arg beengten Verhältnissen im Papst-Johannes-Haus untergebracht, bis sie 2010 ins alte Feuerwehrhaus umziehen konnte. Dort reihen sich in lichtdurchfluteten Räumen auf zwei Stockwerken Tausende von Büchern, Bildbänden und Brettspielen aneinander. Großzügig gestaltet ist der Eingangsbereich mit der Ausleihtheke, neben der die Besucher an zwei PCs im Internet surfen können. Im Obergeschoss, das man behindertengerecht auch mit einem Lift erreicht, gibt es einen dritten PC zum Durchsuchen des Büchereibestandes; er ist laut Waeber auf insgesamt 21000 Medien gewachsen. Zahlreiche Sitzgelegenheiten wie riesige rote Kuschelkissen laden zum Schmökern ein und wer will, kann für 50 Cent eine Tasse Tee oder für einen Euro Kaffee aus dem Automaten bekommen.

Auch in Mering spielen digitale Medien eine immer größere Rolle

Eine immer größere Rolle spielen digitale Medien, die in Mering fast 600 Kunden nutzen. „Die Onleihe Leo-Sued.de ist ein Angebot mehrerer Bibliotheken, über das man zahlreiche Medien herunterladen kann“, erläutert Waeber. Es steht rund um die Uhr zur Verfügung, man kann jederzeit von jedem beliebigen Internet-Terminal auf die digitalen Medien zugreifen. Außer den üblichen Internetverbindungsgebühren fallen keine weiteren Kosten für die Ausleihe, den Download oder die Vormerkung von Medien an. Sobald die Leihfrist abgelaufen ist, erlischt die Nutzbarkeit der Datei, sie kann dann nicht mehr geöffnet werden.

Von der Onleihe zum MP3-Player, zum iPhone oder sogenannten Android-Geräten – der technische Fortschritt macht es heute möglich, ganz ohne Papier Bücher, Zeitschriften und Zeitungen zu lesen, sofern man ein entsprechendes Gerät und einen Büchereiausweis besitzt. Wer ein Spiel oder ein bestimmtes Buch reservieren oder die Ausleihfrist verlängern will, hat es dank moderner Technik besonders einfach und muss bei schlechtem Wetter nicht einmal die Wohnung verlassen.

Über die Internetadresse www.vg-mering.de und sein Leserkonto gelangt man direkt in den Bestand der Bibliothek und sieht zum Beispiel, wann das Gesuchte wieder verfügbar sein wird. Wer Termine leicht vergisst, kann sich sogar per E-Mail an den Rückgabetermin erinnern lassen und so den Säumniszuschlag sparen. „Im Gegensatz zum Pizzaservice bringen wir die Bücher allerdings noch nicht ins Haus“, sagt die Leiterin schmunzelnd.

Zur Frankfurter Buchmesse vom 16. bis 20. Oktober will Waeber nochmals aktuelle Neuerscheinungen anschaffen. „Ehrengast auf der Messe wird heuer Norwegen sein“, sagt sie, „ein Land großer Literatur von Klassikern wie Henrik Ibsen bis zu aktuellen Bestsellerautoren wie Jo Nesbø.“ In der Meringer Bücherei wird außerdem Kilian Hein am Mittwoch, 16. Oktober, einen Vortrag über britischen Humor halten, am 17. November steht ein Abend über Mozart und die Frauen auf dem Programm.

Die Öffnungszeiten: Montag und Mittwoch 15 bis 18 Uhr, Dienstag 10.30 bis 13 Uhr, Donnerstag 15 bis 20 Uhr und Freitag 10.30 bis 18 Uhr.

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