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10.01.2015

Die Glocken von St. Stephan sind jetzt abbezahlt

Stolz und erleichtert sind: (von links) Helmuth Kirchberger, Vermögensverwalter von St. Stephan, Pfarrer Werner Pfundstein SDB, Brigitte Bahmer, Mesnerin von St. Stephan, Annemarie Schlech vom Förderkreis, Anita Greinwald, Kirchenpflegerin, Hermine Hänel vom Förderkreis und Oliver Kosel, Mesner von St. Bernhard und Vorsitzender des „Förderkreises der Kissinger Kirchenmusik.
Bild: Hanns Merkl

Viele Vereine und Organisationen und auch der Förderkreis der Kissinger Kirchenmusik haben dazu beigetragen

Ein wichtiges Kapitel der Kissinger „Glockengeschichte“ ist dieser Tage zu Ende gegangen: Die im Jahr 2008 neu angeschafften Glocken der St. Stephanskirche sind vollständig abbezahlt. Die Vorgängerglocken aus dem Jahr 1948 mussten wider Erwarten bereits nach 60 Jahren durch neue ersetzt werden, weil die Gefahr eines Absturzes relativ hoch war. Wegen der Materialknappheit nach dem Zweiten Weltkrieg konnte nämlich zum Guss der Glocken nur minderwertiger Gussstahl verwendet werden, der nicht nur zu einer schlechten Klangqualität, sondern mit der Zeit auch zur starken Durchrostung der Glocken von außen nach innen führte.

Laut einem Gutachten von 2007 war die Gefahr eines Absturzes gegeben und es musste deshalb gehandelt und die Anschaffung neuer Glocken ins Auge gefasst werden. Pfarrer Werner Pfundstein SDB und die Kirchenverwaltung entschieden sich für eine schnelle Lösung. Für die Pfarrei allerdings, die allein die Kosten zu tragen hatte, war das zu dieser Zeit ein großes finanzielles Risiko. Bereits 2008 konnten in der Abtei Maria Laach unter der Leitung eines dortigen Mönches die vier neuen Bronzeglocken für die Stephanskirche gegossen werden – für viele Kissinger, die eigens zu diesem spektakulären Schauspiel angereist waren, ein unvergessliches Erlebnis. Im Mai 2008, während eines groß angelegten „Glocken-Dorf-Festes“, wurde dann das neue Geläut durch Bischof Walter Mixa feierlich geweiht. Auch die nun folgende Demontage der alten und das Aufziehen der neuen Glocken in den Turm der Stephanskirche war für viele Kissinger ein einmaliges historisches Spektakel. 115 000 Euro waren es aber letztlich, die dafür bezahlt, vorher aber in Form von Spenden beschafft werden mussten. Die politische Gemeinde war sofort bereit, die Kosten für die kleine, die sogenannte „Totenglocke“ zu übernehmen. Die Kosten für die restlichen drei Glocken brachten die Kissinger in ihrer Freude über das wohlklingende, neue Geläut im Laufe von nur sieben Jahren selber auf. Es waren viele kleine bis hin zu großzügigen Spenden, die zusammengelegt werden konnten. Auch Vereine und Organisationen, allen voran der Frauenbund und der „Förderkreis der Kissinger Kirchenmusik“ haben stark zur Schuldentilgung beigetragen. Allein der Förderkreis hat durch Verkauf von selbst Gebasteltem und selbst Gebackenem auf dem letzten Weihnachtsmarkt 1400 Euro erwirtschaftet, womit nun in den vergangenen Tagen auch der letzte Rest der „Glockenschulden“ getilgt werden konnte. (FA)

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