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Dasing

01.04.2020

Die JU schafft es erstmals in Dasings Gemeinderat

Die Auszählung dauerte etwas länger als gewöhnlich, aber am Ende stand fest: Andreas Wiesner von den Freien Wählern ist der neue Chef im Dasinger Rathaus.
Bild: Gerlinde Drexler

Ab Mai ist die Junge Union im Dasinger Gemeinderat vertreten. Wie ihr Vorsitzender Alexander Bayr die Zukunft und den designierten Bürgermeister Wiesner sieht.

Über 160 Unterschriften hat die Junge Union gesammelt, um unabhängig von der CSU als eigene Partei in den Dasinger Gemeinderat gewählt werden zu können. Gebraucht hätte die ursprünglich als Arbeitskreis der CSU fungierende Jugendorganisation dafür nur 120 von über 4600 Wahlberechtigten in Dasing.

Nun hat die JU mit ihrem Vorsitzenden Alexander Bayr und Michael Blei zwei von 20 Sitzen im Gemeinderat ergattert. Dass die CSU damit aufgrund der Zusammengehörigkeit mehr Einfluss hat, bezweifelt Mareike Hartung, die Bürgermeisterkandidatin der Freien Wähler war: „Es muss ja einen Grund haben, warum die JU mit eigener Liste angetreten ist.“

Dasings JU-Vorsitzender Bayer will einen frischen Wind bringen

Laut Neu-Gemeinderat Bayr ist dieser Grund, „dass wir einen frischen Wind nach Dasing bringen wollten.“ Dieser Meinung sind auch CSU-Bürgermeisterkandidat Markus Waschka und das designierte Gemeindeoberhaupt Andreas Wiesner. Die Politiker betonen unisono die Bedeutung der Jugend und wollen die Jugend in Dasing fordern und fördern.

Zudem sei die JU eine optimale Plattform für Neueinsteiger in die Politik. „Für die, die zuvor noch nicht politisch aktiv waren, das nun aber sein wollen, sind wir die richtige Wahl“, sagt Bayr. Um sich hochzuarbeiten, sei es für die JU nicht entscheidend, ob man sich in der Politik bereits einen Namen gemacht habe. „Das ist bei anderen Parteien und Gruppierungen anders.“

Dasings Junge Union muss ihren Platz erst finden

Dabei ist Bayr selbst überzeugt, dass er auch bei der CSU einen guten Listenplatz bekommen hätte. In anderen Kommunen lassen die älteren Generationen der jüngeren oft kaum Einfluss. In der Wahlliste vorn zu stehen sei demnach nicht der Grund, warum der seit Montag 33-Jährige sich mit der JU von der CSU abspaltete.

Grundsätzlich gefällt ihm diese Unabhängigkeit von der Mutterpartei zwar: „Wir müssen erst unseren Platz finden, aber wir wollen den Gemeinderat in Dasing jung halten und der Jugend eine Stimme geben.“


Grundsätzlich hält Bayr die CSU weder für einen Verbündeten, noch für einen politischen Gegner: „Konflikt ist wichtig, er fördert die Demokratie. Aber wir suchen natürlich den Kontakt.“ Auch, um ein Umdenken bei den Jugendlichen der Gemeinde zu bewirken. „Sie müssen sehen, dass Einfluss möglich ist. Und dass wir ihnen die Möglichkeit bieten, ihre Ideen zu verwirklichen.“

Der Vorsitzende der Jungen Union Dasing Alexander Bayr sitzt erstmals im Gemeinderat.
Bild: Anna Huber


Der JU gehört Bayr jedoch nur noch für eine Amtsperiode, also sechs Jahre, an. Denn dort ist ein Höchstalter von 35 Jahren festgelegt. In sechs Jahren ist Bayr bereits 39. „Dann wird es wohl auf eine Karriere in der CSU hinauslaufen“, sagt der Tattenhausener, der jedoch nichts ausschließen mag, denn: „In sechs Jahren kann natürlich viel passieren.“ Den zweiten JU-Platz im Gemeinderat hat Michael Blei inne, der ist mit 27 Jahren ein bisschen jünger.

"Wiesner ist ein guter Bürgermeister für Dasing"

Ob die JU innerhalb des Gemeinderats eine Fraktion bilden will, weiß Bayr noch nicht. „Eine Option ist es schon.“ Für den Gemeinderat an sich fände Bayr es am besten, wenn die drei größten Parteien auch den Ersten, Zweiten und Dritten Bürgermeister stellen würden. „Die Freien Wähler, die CSU und die Aktiven Bürger wären die beste Option.“


Dass der Freie Wähler Wiesner am Sonntag zum Bürgermeister gewählt wurde, begrüßt Bayr: „Ich bin mir sicher, dass Herr Wiesner als Dasinger ein gutes Gemeindeoberhaupt ist.“ Natürlich sei es schade, dass Markus Waschka, die Wahl verloren habe. Er war im Wahlkampf sehr engagiert“, sagt Bayr.

Für die Zukunft wünscht sich das Gemeinderatsmitglied für seine Kommune einen Schritt weiter in Richtung Digitalisierung: „Ob wir gerade in der aktuellen Situation in der Lage wären, eine Gemeinderatssitzung per Videochat abzuhalten, bezweifle ich“, sagt Bayr. Dafür sei die Gemeinde noch nicht ausreichend ausgestattet. Noch so eine Sache, die er in Zukunft ändern will.

Lesen Sie dazu den Kommentar: Junge Union Dasing: Weitere Schritte müssen folgen

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