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Tradition in Friedberg

20.04.2015

Die Maibaum-Zeiten sind vorbei

Der Hahn am Boden: Der Friedberger Maibaum ist umgesägt und wird nicht ersetzt.
Bild: Andreas Schmidt

Das Traditionsstangerl ist jetzt umgesägt und so schnell wird es keinen Ersatz geben.  

Von Andreas Schmidt

Friedberg Vorbei ist es mit dem Höhenflug dieses Hahns. Zwölf Jahre lang hatte er von der Spitze des Maibaums herab über die Altstadthäuser geblickt. Doch gestern landete er samt Baumstamm auf dem Boden des Altstadtpflasters. Ein erneuter Höhenflug ist nicht in Sicht. Der Friedberger Verkehrsverein wird aus Kostengründen zum 1. Mai keinen neuen Baum aufstellen. Seit 2003 waren die Bäume aus Sicherheitsgründen im Drei-Jahres-Rhythmus gewechselt worden. Mit dem gestern um- und auseinandergesägten Baum Nummer vier endet nun diese Tradition in der Jungbräustraße.

Mit etwas Wehmut mischten vom Verkehrsverein Petra Gerber, Gregor Pfundmeir und Thomas Treffler mit. „Es hat nicht sein sollen“, sagte Pfundmeir. Petra Gerber bedauert, dass die Maibaum-Tradition inmitten der Altstadt nicht so richtig angekommen ist. Viele hätten gar nicht gewusst, wo der Maibaum stand.

Jetzt hätte der Verkehrsverein nach Auskunft von Pfundmeir wieder einige Tausend Euro in die Aktion stecken müssen. Zwar wäre Stadtratsmitglied Manfred Losinger bereit gewesen, einmal mehr einen passenden Baum zu spendieren. Doch mit dem Holz allein ist es bei Weitem nicht getan. Beispielsweise muss der Autokran bezahlt werden. Die bemalten Metalltafeln mit Zunftzeichen und den Friedberger Wahrzeichen hätten einen neuen Anstrich nötig gehabt. Wie sehr sie in drei Jahren unter den Witterungseinflüssen gelitten hatten, war erst zu sehen, als sie wie der Hahn am Boden waren. Mit Kunstmaler Adi Ziegler und Kran-Unternehmer Josef Treffler waren zwei frühere Förderer der Aktion gestorben. Schließlich sprang der Verkehrsverein auch ein, wenn Maibaumdiebe in Friedberg zugeschlagen hatten. Weil sich diese reuigen Diebe als hungrig und durstig erwiesen, war das Auslösen auch nicht gerade günstig.

Der Verkehrsverein hatte sich zwar auf die Suche nach Sponsoren für den Maibaum gemacht, wurde aber nicht fündig. Weil der Verkehrsverein nicht so reich bestückt ist, verabschiedet er sich auf absehbare Zeit von dem Maibaum. Das Geld werde für andere Veranstaltungen des Verkehrsvereins wie Volksfest und Töpfermarkt benötigt, sagt Gregor Pfundmeir.

Was jetzt vom Friedberger Maibaum bleibt, ist eine Metallplatte auf dem Gehsteig. Darunter befindet sich das Verankerungsloch. Dieses bleibt im Boden. Theoretisch könnte somit die Friedberger Maibaum-Tradition doch irgendwann wieder aufleben. Hahn, Zunftzeichen und Wahrzeichen werden eingelagert.

Der bisherige etwa 18 Meter lange Baumstamm wurde noch an Ort und Stelle zersägt und auf einem Anhänger abtransportiert. Daraus werden noch handlichere Baumscheiben geschnitten. Sie sollen dann beim Sonnwend-Töpfermarkt zu haben sein – als Erinnerungsstücke für Fans des Friedberger Maibaums.

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