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Backen in Mering

11.06.2017

Die Meisterin der süßen Künste

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3 Bilder
Individuelle Kundenwünsche verwirklicht Konditormeisterin Maria Speck in ihrer Meringer Backstube. Dort entstehen kleine Kunstwerke. Solch prächtige Hochzeitstorten sind nicht ganz billig. Die Produkte schmecken auch ohne Butter, Eier und Milch.

Konditormeisterin Maria Speck stellt in Mering essbare Einhörner und Raumschiffe her. Im Angebot hat sie auch glutenfreie, laktosefreie oder vegane Produkte. Schmeckt das überhaupt?

Man muss schon zweimal genau hinschauen, um zu merken, dass Maria Specks tolle Tasche nicht zum Weggehen taugt. Denn die Konditormeisterin hat das modische Accessoire in ihrer Meringer Backstube hergestellt – täuschend ähnlich auf speziellen Kundenwunsch. Essen kann man auch das Starwars-Raumschiff und andere süße Kunstwerke, welche die 31-jährige auf Bestellung produziert.

„Die Kunden sollen meine Kuchen und Torten mit allen Sinnen genießen“, sagt sie. Mit ihrem kreativen Handwerk hat sie sich vor sechs Monaten selbstständig gemacht, nachdem sie jahrelang bei den Besten ihres Fachs lernen konnte. „Schon daheim in Krumbach habe ich meiner Mutter immer gern beim Backen geholfen“, erzählt Maria.

Nach einem Praktikum im Café Zott absolvierte sie dort auch ihre dreijährige Ausbildung. „Hermann Zott war ein toller Lehrmeister und ist leider dieses Jahr gestorben.“ Von Krumbach ging sie als Konditorin ins Münchner Café Luitpold und vertiefte ihr Wissen beim Besuch der Meisterschule in Stuttgart. Eine Umstellung erforderte dann die dreijährige Tätigkeit als Chef-Patissier im Münchner Hilton: „Denn in einer Hotelküche mit 20 Leuten herrscht manchmal schon ein rauer Umgangston.“ Auch im Hilton in Zürich und im Meringer Naturkostladen „Natufit“ konnte Maria Speck wertvolle Erfahrungen sammeln, bis sie sich schließlich in ihrem Haus in der Annastraße selbstständig machte.

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„Ich hatte immer das Glück, gute Lehrer zu finden, die mich auch fördern“, erzählt sie zum Beispiel von Robert Oppeneder, Star-Pattissier und Goldmedaillengewinner bei mehreren internationalen Wettbewerben. Die Produkte aus der Meringer Tortenmanufaktur lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen: Es gibt Petit Fours in vielen Variationen, fruchtiges Mangotörtchen mit Rosmarinkern, Schokoladen- Soufflé mit flüssigem Kern, Champagner-Mousse-Törtchen im Himbeermantel und vieles mehr in höchster Konditorqualität.

Denn Maria Speck setzt bei ihren Kreationen auf Lebensmittel in bester Bio-Qualität, die sie regional und saisonal einkauft. Im Angebot sind auch glutenfreie, laktosefreie oder vegane Produkte. „Oft werde ich gefragt: Wie kann man eine Torte ohne Eier, Milch, Sahne und Butter backen? Keine Sorge, es geht sehr gut: Textur und Geschmack sind anders, aber genauso gut.“

Alle Zutaten lassen sich problemlos ersetzen, Milch zum Beispiel durch Soja-, Mandel- oder Kokosmilch. Dass das keineswegs fad schmeckt, können Skeptiker im Meringer Café „Seelenzeit“ und im Landgasthaus Koller in Hergertswiesen testen, die sie regelmäßig beliefert. „Jeder Auftrag für Geburtstag, Hochzeit oder Party bedeutet eine neue Herausforderung“, sagt sie, „aber ich liebe meinen Beruf und lerne auf Fortbildungen immer noch gern dazu.“

Ein Marzipan-Einhorn unterm Regenbogen zum Geburtstag einer Elfjährigen gehört noch zu den leichteren Übungen. An einer mehrstöckigen Hochzeitstorte arbeitet sie volle zwei Tage, denn die täuschend echt aussehenden Rosen aus Zucker sind so empfindlich wie dünnes Glas. „Dass heutzutage alles immer hopp-hopp gehen soll, mag ich nicht – Gutes braucht eben seine Zeit.“

Einen Internet-Versand baut Maria Speck gerade auf und legt auch dabei Wert auf gesunde Ernährung ohne Zusatzstoffe. Sie selbst mag keine überkandidelten Süßigkeiten, „sondern am liebsten was Einfaches wie Hefezopf oder Marmorkuchen.“ Dagegen ist ihr großer Traum wohl etwas schwieriger zu erfüllen: Ein kleines schnuckeliges Café mit französischem Ambiente in München.

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