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16.02.2015

Die Rieder haben Mut zum Träumen

Auch bei der zweiten Zukunftswerkstatt wird wieder das Engagement der Rieder Bürger gefragt sein.
Bild: Heike John

Die Rieder Bürger können sich wieder bei der zweiten Zukunftswerkstatt mitarbeiten und ihre Kreativität einbringen. Stadtplaner gibt ersten Zwischenbericht ab

Von Heike John

Die Rieder haben viele Visionen - so fasste es der Stadtplaner Jakob Oberpriller das erste Treffen in der Zukunftswerkstatt zusammen. Am Dienstag, 24. Februar, steht das zweite Treffen zur Gestaltung der Ortsmitte an. Ab 19 Uhr sind wieder alle Rieder Bürger zum aktiven Mitwirken ins Gasthaus Steinbock eingeladen. „Ich hoffe, dass wieder recht viele kommen und sich wie beim letzten Mal mit ihrer Kreativität einbringen“, sagte Oberpriller.

Als Arbeitsgrundlage will er zu Beginn die Auswertung vom Dezembertreffen präsentieren, die sein Architektenbüro erarbeitet hat. Im Vorfeld dieser zweiten Zukunftswerkstatt präsentierte er bereits im Gemeinderat das Zwischenresultat und erklärte die Vorgehensweise seines Teams. Zudem beratschlagte er sich mit den Räten über eine weitere effektive Vorgehensweise bei der Rahmenplanung.

Für die Auswertung der ersten Zukunftswerkstatt wurden die von den Bürgern in Gruppen erarbeiteten Tischpläne gesichtet, daraus eine Sammlung erstellt und diese nach Überpunkten wie Nahversorgung, Infrastruktur, Freianlagen, Begegnungsstätten, Wohnen und ärztliche Versorgung sortiert. Die Häufigkeit der Nennungen wurden zu Diagrammen verarbeitet und Prozentsätze ermittelt. Eine einfache grafische Darstellung stellt in den drei Rubriken „Potenziale“, „Defizite“ und „Visionen“ klar die Spitzenreiter dar.

„Bemerkenswert finde ich, dass die Visionen bei weitem die anderen Bereiche überwiegen. „Hier haben wir sehr viel Potenzial“, freute sich der erfahrene Stadtplaner. Spitzenreiter in der Kategorie „Visionen“ ist der Vorschlag, den Eisbach nutzbar zu machen, gefolgt vom Wunsch eines Treffpunkts, einer Umgehungsstraße und letztendlich auch einem Supermarkt. Im Bereich der „Defizite“ im Ort stehen an oberster Stelle die fehlenden Bushaltestellen, dann die schlechte Fußgänger- und Radfahrersituation sowie der fehlende Arzt und die schlechte Verkehrsanbindung.

Als „Potenziale“ ihres Wohnorts sehen die Rieder die bestehenden kleinen Geschäfte, die es zu erhalten gilt, die gute Beschäftigungs- und ebenfalls zufriedenstellende Parkplatzsituation sowie das Vorhandensein einer Gaststätte mit Biergarten. „Dies ist zunächst eine quantitative Auswertung, die qualitative Erarbeitung steht nun in der nächsten Sitzung an“, informierte Jakob Oberpriller die Gemeinderäte.

Grenzen der Machbarkeit oft vom Gesetzgeber vorgegeben

Dabei müsse nun auch die Realisierbarkeit berücksichtigt werden, erklärte er. Oft seien die Grenzen der Machbarkeit schon vom Gesetzgeber vorgegeben, informierte der Architekt. „Dann trotzdem zu versuchen, eine Lösung zu finden, das ist unsere Aufgabe“, präzisierte er und ergänzte, dass die Grundsatzberatungen über die Machbarkeit diverser Dinge schon mit den entsprechenden Fachstellen abgeklärt sei.

Anders als bei der Premiere sind beim zweiten Treffen der Zukunftswerkstatt auch die Gemeinderäte in den Arbeitsgruppen zugelassen. Diese hatten sich bei der ersten Zukunftswerkstatt sichtlich etwas vor den Kopf gestoßen gefühlt, als Bürgermeister Erwin Gerstlacher erklärte, dass sie nicht mitarbeiten dürften. Grund für diese Entscheidung war, den Bürgern etwas die Schwellenangst zu nehmen und sie nicht zu bevormunden. Fragen gab es aus der Mitte des Gemeinderats vor allem zur Verortung der Einzelaspekte. „Die Anregungen aus der Bürgerschaft sind so wertvoll und interessant, dass man sie noch weiter aktivieren sollte, um eine gute Lösung zu bekommen“, betonte Oberpriller.

Noch einmal hob er seine Begeisterung über die extrem zahlreiche Bürgerbeteiligung hervor. „Dieser Andrang war für mich sehr beeindruckend“. Je nach Resultaten nach der Auswertung der zweiten Sitzung sei vielleicht gar keine dritte Sitzung mehr notwendig. Jakob Oberpriller ist auf jeden Fall zuversichtlich, „dass ein tragbares Ergebnis herauskommt“. Die Erarbeitung des Städtebaulichen Rahmenplans für die Ortsmitte unter Mitwirkung der Bürger wird auf jeden Fall in der Politik mit großem Interesse verfolgt.

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