1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Die Schule in Bergen soll zur Realschule werden

18.03.2009

Die Schule in Bergen soll zur Realschule werden

Affing Überall platzen die weiterführenden Schulen aus den Nähten. Klassen hausen in Containern, wenn ihre Schüler zum Musikunterricht abmarschieren, werden die Stühle im Klassenzimmer nicht kalt, denn eine der Nomaden-Klassen nimmt dort Platz. Eine Idee der Bürgermeister aus Affing und Aindling könnte hier landkreisweit für baldige Abhilfe sorgen: Die Schule in Bergen soll Realschule werden. Im Gegenzug gehen die Affinger Hauptschüler - derzeit sind es noch 107 - künftig in die benachbarte Schule nach Aindling.

"So erhalten wir zwei sterbende Schulen", finden Tomas Zinnecker und Rudi Fuchs, die ihren Vorschlag bereits den Rektoren der Volksschule Affing, Klaus Dietrich und Hans Hlavacek, deren Aindlinger Kollegen Günther Büschl und Erich Hofgärtner und auch Landrat Knauer unterbreitet haben.

Er halte das für eine gute Möglichkeit, wolle aber dem Kreistag nicht vorgreifen, zitieren Fuchs und Zinnecker ihren Parteikollegen. In beiden Kommunalparlamenten in Aindling und Affing waren außer jeweils einer Gegenstimme alle für diesen Plan - "nicht öffentlich" versteht sich, sagen Fuchs und Zinnecker. Bei der Sitzung des Schulverbands Aindling waren alle Mitglieder für diesen Rettungsplan, der das Fortbestehen beider Schulgebäude auf lange Sicht sichern soll.

"Aindling hat wohl die Kapazitäten, diese große Hauptschule bei sich unterzubringen. Nach dem bereits beschlossenen Bau des Rathauses in Aindling können wir das VG-Gebäude sanieren und künftig den Gesamtkomplex als Grundschule nutzen", erläutert Zinnecker. Hier fänden dann auch jene Grundschulklassen Platz, die derzeit im Hauptschulgebäude untergebracht sind.

Die Schule in Bergen soll zur Realschule werden

Rudi Fuchs steckt schon mal das potenzielle Einzugsgebiet der künftigen Realschule Bergen ab: Von Gundelsdorf über Hollenbach bis nach Derching und Stätzling zieht der Affinger Bürgermeister den Kreis rund um Bergen. 600 Schüler könnten sich dann für einen Besuch der Realschule in Bergen entschließen, denn "die Busströme, egal ob von Pöttmes, von Hollenbach oder von Todtenweis her, laufen alle in Mühlhausen zusammen", nennt Fuchs als weiteres Argument. Sogar Eltern aus den Augsburger Vorstädten Firnhaberau oder Hammerschmiede könnten sich dazu entschließen, ihre Sprösslinge auf eine ländliche, überschaubare Schule in Bergen zu schicken, sinniert Fuchs. Den Antrag seiner Gemeinde auf Errichtung eines M-Zweiges an der Schule in Bergen, den werde Affing dann zurückziehen - vielleicht zugunsten von Aindling.

Und wann kann es losgehen mit der Realschule Affing/Bergen? "Frühestens kann dort eine erste 5. Realschulklasse zu Beginn des Schuljahres 2010/2011 einziehen", sind sich Fuchs und Zinnecker einig. Und noch eines wissen die beiden: "Letztendlich entscheidet das Kultusministerium über diesen Vorschlag." Hätten sie ihren Vorschlag vor zwei Jahren gebracht, wäre das sinnlos gewesen.

"Jetzt ruft jeder nach Erneuerung, Stärkung. Die Geburtenzahlen sind dramatisch eingebrochen. Wir tun etwas, womit jedem geholfen ist. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für diese Idee", nicken sich die beiden Bürgermeister zu und sprechen neubayerisch von einer Win-Win-Win-Situation - für Aindling, Affing und den Landkreis.

Bei uns im Internet

Was halten Sie von einer Realschule in Bergen? Stimmen Sie ab in unserem Voting im Internet und diskutieren Sie mit in unserem Forum! Beides unter

friedberger-allgemeine.de

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren