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Gesundheit in Friedberg

22.11.2018

Die Uniklinik Augsburg macht Friedberg Hoffnung

Friedberg kuschelt mit Augsburg: Weil die Aichacher Geburtshilfe geschlossen ist, muss Friedberg mehr Mütter betreuen. Hier könnte die neue Uniklinik eine Hilfe sein.
Bild: Benedikt Siegert (Symbolfoto)

Kann eine Kooperation mit dem Klinikum Augsburg die Geburtshilfe langfristig sichern? Das sagt das Großkrankenhaus zu einer künftigen Zusammenarbeit.

Um die Geburtsstation im Krankenhaus Friedberg langfristig zu erhalten, hat Klinikchef Krzysztof Kazmirczak eine Idee: Das Augsburger Klinikum, das am 1. Januar zur Uniklinik wird, könnte in Friedberg die Geburtshilfe als eine Außenstelle betreiben (wir berichteten). Bisher sind in der Herzogstadt nur Beleghebammen und -ärzte tätig. Würde die Station zu einer solchen Hauptabteilung, dann würden dort mindestens acht fest angestellte Ärzte arbeiten. Dazu gäbe es einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr. Was hält die Uniklinik Augsburg von dem Vorschlag?

Uniklinik Augsburg sieht sich verantwortlich für die gesamte Region

Prof. Michael Beyer ist Ärztlicher Vorstand der Einrichtung. Er macht dem Krankenhaus Friedberg Hoffnung: „Ich denke, wir werden Möglichkeiten der Zusammenarbeit finden“, sagt er auf Nachfrage unserer Zeitung. „Dazu müssen wir selbstverständlich die zuständigen Ministerien Gesundheit und Wissenschaft mit ins Boot holen“, so Beyer. Von der Pressestelle des Klinikums Augsburg heißt es, dass man sich als werdende Uniklinik in der Verantwortung sehe, die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Kooperation mit den lokalen Krankenhäusern sicherzustellen. Bis zu einer Zusammenarbeit zwischen Friedberg und Augsburg müsse man allerdings noch arbeitsrechtliche Hürden nehmen. Auch die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen seien nicht ganz einfach, so die Pressestelle des Klinikums.

Nachwuchsmediziner des Klinikums könnten in Friedberg Geburtsstation arbeiten

Hintergrund der Idee von Kazmierczak: Weil die Geburtshilfe in Aichach vorläufig geschlossen wurde, muss das Krankenhaus in Friedberg ab sofort rund 60 Mütter im Jahr mehr entbinden als zuvor. Momentan hat die Station in Friedberg nach Angaben des Klinikchefs genug Personal, um alle Patientinnen zu versorgen. Etwa 730 Kinder werden hier geboren. Doch wie vielen Krankenhäusern im ländlichen Raum könnten auch Friedberg eines Tages Ärzte und Hebammen ausgehen. Im September kursierten in der Herzogstadt Gerüchte um eine Schließung des Kreißsaals, weil es zwischenzeitlich zu wenige Geburtshelferinnen gab. Für die Belegärzte sind die hohen Kosten für die Berufshaftpflichtversicherung ein Problem. Der Landkreis unterstützt sie nun mit einem Förderprogramm. Kazmirczak hält die Kooperation mit der Uniklinik für eine Lösung, um die Geburtshilfe in Friedberg langfristig zu stabilisieren. Für junge Ärzte sei die Uniklinik attraktiv, weil es dort vielfältige Möglichkeiten zur Weiterbildung gebe, sagt der Klinikchef. Für einen Teil der Ausbildung könnten die Mediziner dann nach Friedberg kommen. „Unsere Erfahrung ist: Wenn sie hier sind, dann verlieben sie sich ins Wittelsbacher Land oder heiraten. Und bleiben uns dann erhalten“, sagt Kazmierczak.

Lesen Sie dazu einen ausführlichen Hintergrund: Wird es jetzt eng auf der Friedberger Geburtsstation?

Einen Kommentar zum Thema finden Sie hier: Geburtshilfe Friedberg: Den Eltern Sicherheit geben

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