1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Die Verantwortung ist eine andere

Kommunalpolitik Ried

09.08.2014

Die Verantwortung ist eine andere

„Nahversorgung ist ein wichtiges Thema, aber wir brauchen auch kleinere Wohnungen für Senioren und einen Doktor. Das wird kein leichtes Unterfangen.
Bild: Anton Schlickenrieder

Für Rieds Bürgermeister Erwin Gerstlacher war der Übergang vom Stellvertreter zum Amtsinhaber moderat. Die ersten 100 Tage liegen hinter ihm

Er war der „Kronprinz“ der Rieder CSU und wurde von seinem Vorgänger Anton Drexl auch entsprechend eingearbeitet. Trotzdem waren die ersten 100 Tage von Erwin Gerstlacher als Erster Bürgermeister in Ried kein Zuckerschlecken. „Es ist schon was anderes, wenn man allein verantwortlich ist und niemand mehr zusätzlich da ist, mit dem man sich besprechen kann“, sagt er.

Verantwortlich war Gerstlacher ja vorher schon – für seinen eigenen Betrieb. Als Gas- und Wasserinstallateur hatte er viele Stammkunden, das Geschäft lief prima. Weiterführen darf er es momentan eigentlich nicht. Aber er hat mit Daniel Neuse einen Nachfolger gefunden, der derzeit den Meistertitel erwirbt und dann sein Nachfolger werden will. „Momentan muss ich halt noch Geschäftsführer spielen. Der Gemeinderat hat mir das auch genehmigt“, so der Bürgermeister.

Sein neuer Job sei etwas ganz anderes als sein alter. „Man nimmt sich zwar morgens vor, was man tagsüber abarbeiten will. Aber abends kann der Tag dann ganz anders ausgesehen haben“, weiß Gerstlacher. „Aber ich will ja für unsere Bürgerinnen und Bürger da sein, wie ich es im Wahlkampf versprochen habe. Und da gilt es halt, die reinkommenden Anliegen gleich zu besprechen.“

Drei aktuelle Baustellen hat er derzeit zu betreuen: das Gebiet Lindenberg in Hörmannsberg, bei dem auch die Zeller Straße ausgebaut wird bis zur Ortsgrenze; den Bereich Buchenweg in Ried mit Kanalerneuerung im Tannenweg; die Erweiterung des Gewerbegebiets Ried-West. Hier freut es Gerstlacher natürlich besonders, dass bis auf eine Parzelle alle schon verkauft sind und dies an Rieder Firmen, die expandieren wollen. Momentan sind viele Baufirmen im Urlaub, „da habe ich 14 Tage zum Durchschnaufen“. Aber danach geht es gleich weiter. In der Septembersitzung kommt dann auch das wichtigste Thema wieder auf die Tagesordnung: der städtebauliche Rahmenplan für den Ortskern in Ried. „Unsere neuen Gemeinderäte haben wir ja noch vor den Ferien auf Stand gesetzt und jetzt gilt es, einen Planer auszuwählen.“ Gerstlacher ist bestrebt, alle Fraktionen einzubinden und zu einem guten Konsens zu kommen. Mit der Obersten Baubehörde hat er das Vorgehen abgesprochen, die Bewerbungen kompetenter und interessanter Architekten und Architekturbüros liegen vor. Eingebunden ist auch der kommunale Bereich entlang der Bachernstraße, um wirklich gleich alles anzugehen, was in der Ortsmitte gestaltet werden muss. „Nahversorgung ist ein wichtiges Thema, aber wir brauchen auch kleinere Wohnungen für Senioren und einen Doktor. Das wird kein leichtes Unterfangen“, weiß der Bürgermeister. Wer als Nahversorger zum Zug kommen soll, ist ebenfalls noch offen. „Ob es wirklich der Edeka wird, lässt sich noch nicht sagen“, beteuert Gerstlacher. Die vielen bald wieder anstehenden Abendtermine scheut er nicht, weiß er doch, dass sie meist geballt anstehen. „Weihnachtsfeiern, Jahreshauptversammlungen und im Sommer dann die Grillfeste, das ist jedes Jahr das gleiche.“ Trotzdem versucht er abends, Zeit für seine Frau und die siebenjährige adoptierte Tochter zu haben, die jetzt in die Schule kommt. Dort wiederum, auf den Rieder Höhen, läuft es bestens mit Krippe, Kindergarten und Grundschule. „Das Konzept ist ausgezeichnet. Melanie Prager und Petra Dambor machen das sehr gut.“ Die Schulleiterin und die Kita-Chefin lassen ihre Schützlinge vieles gemeinsam machen, wie beim Sportfest. „Prager hat auch ein Öko-Profit-Projekt aufgezogen und arbeitet viel mit örtlichen Vereinen zusammen.“ Der Bürgermeister ist zufrieden, dass sich das frühere Bürgerentscheid-Thema so gut entwickelt hat. Beim anderen „heißen Eisen“, das Ried bewegte, muss er passen: „Der Landwirt, der den Hühnermaststall bei Baindlkirch beantragt hat, hat ja längst seine Baugenehmigungen. Ob er aber bauen wird, weiß keiner so recht. Ich hoffe immer noch, dass er es nicht tun wird. Denn auch wir waren nicht glücklich über den Antrag.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
FA.jpg
Voting

Wer wird Sportler des Monats Oktober?

ad__web-mobil-starterpaket-099@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live,aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Zum Web & Mobil Starterpaket