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Mering

08.01.2020

Die erfolgreiche Ausstellung "1948" macht in Mering halt

Die Ausstellung "1948" in Mering dreht sich um die Vorgeschichte und Gründung des modernen Staates Israel.
Video: Christian Gall

Plus Die Ausstellung „1948“ dreht sich um die Vorgeschichte und Gründung des modernen Staates Israel. So kam sie nach Mering.

Wie entstand Israel? Wem gehörte das Land zuvor? Und was sind Gründe für die Gewalt im Nahen Osten? Diesen und vielen weiteren Fragen geht die Ausstellung „1948“ auf die Spur, die in Merings Bücherei zu sehen ist. Zur Vernissage kamen nicht nur renommierte Wissenschaftler, sondern auch Ludwig Spaenle, Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung und ehemaliger Bildungsminister.

Rund 5000 Stunden Arbeit stecken hinter der Wanderausstellung, die auf 32 Schautafeln die Entstehungsgeschichte Israels beleuchtet. Seit ihrer ersten Präsentation im Mai 2018 ist sie derart erfolgreich, dass die Nachfrage nach den Schautafeln bereits die Grenzen des Landes überschritten hat. Der Politologe und Historiker Oren Osterer hat die Ausstellung mitkonzipiert und gab den Besuchern der Vernissage einen Einblick in die Entstehung und den Inhalt. In seinem Vortrag fasste er einige Aspekte auf, die Interessierten in der Ausstellung präsentiert werden.

In der Bücherei Mering wird mit Vorurteilen gegen Israel aufgeräumt

Der Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle ermutigte Menschen bei der Eröffnung der Ausstellung „1948“ in Mering dazu, sich mit den historischen Fakten zur Entstehung des Staates Israel auseinanderzusetze
Bild: Christian Gall

Osterer sprach über den Beginn des Zionismus um das Jahr 1880 herum – dem aufkeimenden Wunsch nach einem jüdischen Staat in der Region Palästina. „Im Gebiet des heutigen Israel, der West Bank und des Gazastreifens lebten damals rund 500.000 Menschen.“ Dünn besiedelt, wie er ausführte – heute leben im selben Gebiet rund 13 Millionen Menschen. Der Historiker erläuterte Fakten zum Zuzug und räumte mit falschen Behauptungen auf – etwa dem Vorwurf, Juden hätten das Land widerrechtlich aufgekauft. Seinen Zuhörern gab Osterer eine Hausaufgabe auf: „Lesen Sie das Völkerbundmandat von 1922/23 für Palästina.“ Auf dieses Mandat kam er während seines weiteren Vortrags immer wieder zurück – dort ist die Einrichtung eines jüdischen Staates in Palästina festgehalten.

Die erfolgreiche Ausstellung "1948" macht in Mering halt

Wie wichtig es ist, falschen Behauptungen mit Wissen zu begegnen, hob der Antisemitismusbeauftragte Ludwig Spaenle hervor. „Das Thema Isreal ist extrem aufgeladen und emotional.“ Der Begriff „Israelkritik“ gehe einher mit einem doppelten Maßstab an Israel, einer Dämonisierung mithilfe von Nazi-Vergleichen sowie einer Delegitimierung: „Den Staat Israel zu boykottieren ist antisemitisch.“ Spaenle könne jedem nur nahelegen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und sich über die Historie zu informieren. „Juden leben bereits seit dem Jahr 321 in Deutschland, in Bayern seit über 1000 Jahren“, sagte der Antisemitismusbeauftragte.

Ausstellung über Israel kommt auch in das Europaparlament

Die Wanderausstellung „1948“ gibt es bereits in dreifacher Ausfertigung – wie Oren Osterer schilderte, war sie bereits an rund 55 Standorten zu sehen. Auch im Europaparlament wird sie noch in diesem Jahr zu sehen sein. Umso größer ist der Erfolg, dass die Ausstellung nach Mering geholt werden konnte. Verantwortlich dafür ist Günter Wurm: „Ich suche immer nach Menschen, die im Zusammenhang mit Israel spannende Dinge erzählen können. So kam der Kontakt mit Oren Osterer zustande“, sagte er. Auch kam es zu Gesprächen mit dem Münchner Verein für Demokratie und Information (DEIN), der Träger der Ausstellung „1948“ ist.

32 Schautafeln erläutern in der Meringer Bücherei die Entstehungsgeschichte des modernen Staates Israel.

Günter Wurm ist auch die treibende Kraft hinter der Städtefreundschaft zwischen Mering und der israelischen Stadt Karmiel. Vor allem unter den Jugendlichen finden seit mehreren Jahren regelmäßige Austauschprogramme statt. Wie Günter Wurm sagt, könne er jedem nur empfehlen, Israel einmal selbst zu besuchen: „Dadurch lassen sich viele Vorurteile aus dem Weg räumen.“

Die Ausstellung ist bis zum 24. Januar zu den Öffnungszeiten der Bücherei zugänglich. Diese sind montags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr, dienstags von 10.30 bis 13 Uhr, donnerstags von 15 bis 20 Uhr und freitags von 10.30 bis 18 Uhr.

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