Newsticker

Dänemark schließt Grenzen für deutsche Urlauber
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Die meisten Patienten, aber der geringste Zuschuss

11.02.2015

Die meisten Patienten, aber der geringste Zuschuss

Mit Unterstützung der Ambulanten gewährleistet die Meringer Sozialstation auch dort die Pflege, wo es für ein Privatunternehmen nicht wirtschaftlich wäre.
Bild: Archivbild Helfer

Kissing weigert sich als einzige von 13 Kommunen, den Fördersatz für die Meringer Ambulante anzuheben

Nirgendwo sonst betreut die Meringer Sozialstation so viele Patienten wie in Kissing. Entsprechend bat der Verein der Ambulanten hier wie in allen seiner insgesamt 13 Mitgliedsgemeinden um eine Erhöhung des jährlichen Zuschusses von 1,10 Euro auf 1,20 Euro pro Einwohner. Doch der Jugend-, Kultur und Sportausschuss lehnte diese Anhebung ab. Die Entscheidung war ausgesprochen knapp und wurde heiß diskutiert. Denn Kissing ist die einzige Gemeinde, die sich der Bitte verweigert hat.

Der Meringer Verein der Ambulanten Kranken- und Altenpflege hat am Jahresende die Meringer Sozialstation an die Caritas übergeben. Dennoch übernimmt die Ambulante weiterhin eine ganz wichtige Funktion. Denn sie springt bei den Kosten da ein, wo es sich für einen privaten Pflegedienst nicht mehr lohnen würde, hinzufahren. Und wenn es brennt, stehen auch die Ehrenamtlichen des Bürgernetzes, das ebenfalls zur Ambulanten gehört, immer wieder tatkräftig mit ihrer Unterstützung zur Stelle. Insgesamt 906 Patienten hat die Sozialstation im Jahr 2014 betreut, davon allein 282 in Kissing. Die Gemeinde ist damit die Kommune mit dem höchsten Anteil der Patienten. Seit vielen Jahren gewährt sie einen Zuschuss. Der lag bis 2009 bei 97 Cent pro Einwohner, 2010 dann bei 1 Euro pro Einwohner und seit 2011 bei 1,10 Euro pro Einwohner.

Bereits bei den Haushaltsberatungen hatte der Finanzausschuss das Signal gegeben, auch für 2015 bei 1,10 Euro zu bleiben. Das bedeutet einen Gesamtbetrag von knapp 12400 Euro. Entsprechend lautete auch der Beschlussvorschlag in der jüngsten Sitzung. Die Meinungen gingen an diesem Punkt stark auseinander. Michael Eder ( CSU) beantragte, dass Kissing genauso wie alle anderen Gemeinden 1,20 Euro zahlen soll. Schließlich zeige die Statistik, dass in Kissing mit Abstand die meisten Menschen betreut werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Bürgermeister Manfred Wolf wollte davon nichts wissen. „10 Cent pro Einwohner, das ist wieder ein Tausender mehr“, sagte er. Er verwies darauf, dass Kissing als Ort kompakt sei und daher für die Sozialstation nicht so aufwendig zu betreuen wie die kleineren und entlegeneren Orte. „Mit den 1,10 Euro habe ich kein schlechtes Gewissen!“, betonte er. Außerdem täten sich Kommunen wie etwa Steindorf leicht, weil sie nicht die Schuldenlast Kissings zu schultern hätten, so der Bürgermeister. Oliver Kosel (CSU) widersprach ihm. Mering sei schließlich auch kompakt und zahle dennoch 1,20 Euro. Die Ambulante leiste eine wertvolle Arbeit: „Das ist gut angelegtes Geld!“, so Kosel.

„Mering oder Steindorf interessieren mich nicht!.- Wir sind hier in Kissing und entscheiden nach dem Kissinger Haushalt“, hielt Roland Nemetz (SPD) entgegen.

Im Zuge der hitzigen Debatte machte Bürgermeister Manfred Wolf außerdem eine Bemerkung, die darauf hindeutet, dass in der Entscheidung vielleicht nicht nur Sachargumente eine Rolle spielten. Er verwies auf seine Erfahrungen mit der Ambulanten und speziell mit dem Kuratorium, das fürs Haus LebensArt zuständig war. „Da hatten wir so viel Ärger. Gerade dass man nicht noch vor Gericht gestellt wird. Das wird einem überhaupt nicht gedankt!“, schimpfte er. Das betreffende Kuratorium gibt es jedoch mittlerweile in dieser Form nicht mehr und der Kuratoriumsvorsitzende ist nach Informationen der Friedberger Allgemeinen sogar aus der Ambulanten ausgetreten.

Bei der Abstimmung ging es dann erst um den weitergehenden Antrag von 1,20 Euro. Mit Stimmengleichheit von 4:4 wurde dieser abgelehnt. Der Zuschuss mit 1,10 Euro wurde dann einstimmig beschlossen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren