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Friedberg-Derching

25.06.2019

Die neue Chefin des Tierheims Lechleite ist schon wieder weg

Das Tierheim Lechleite in Friedberg-Derching bleibt weiter geschlossen.
Bild: Ute Krogull

Plus Das Tierheim in Friedberg-Derching hat vorerst keine Chance auf eine Wiedereröffnung. Verpachtet der Verein es womöglich an einen anderen Träger?

Nur wenige Wochen nach ihrem Start ist die neue Leiterin des Tierheims Lechleite wieder entlassen worden. Offenbar hatte es Unstimmigkeiten zwischen dem Vorstand des Trägervereins und der 38-jährigen Tierärztin gegeben. Für die Einrichtung in Derching, die Anfang April vom Veterinäramt Aichach-Friedberg geschlossen wurde, hat das gravierende Folgen.

Denn ohne qualifizierte Leitung wird das Heim keine Betriebserlaubnis bekommen, wie Wolfgang Müller, Sprecher des Landratsamtes, unserer Redaktion bestätigt.

Das Veterinäramt Aichach-Friedberg hat das Tierheim Lechleite geschlossen

Wie berichtet hatte das Veterinäramt dem Tierheim die Betriebserlaubnis entzogen, nachdem die Gründerin und langjährige Leiterin wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verurteilt worden war. Bedingung für eine Wiedereröffnung war, dass Gerlinde Bitzl die Leitung der Einrichtung sowie den Vorsitz des Vereins abgibt und ein neuer Vorsitzender gewählt wird. Nun könnte die Zukunft des Tierheims Lechleite jedoch eine ganz andere Wendung nehmen.

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Landratsamtssprecher Müller informiert über die Sachlage nach der Kündigung der Leiterin: Der Verein habe aktuell keine Betriebserlaubnis. „Nötig dafür ist eine passende Tierheimleitung und der Verein braucht eine neue Vorstandschaft und muss sich neu aufstellen.“ Vor der Erteilung einer Betriebserlaubnis werde das Veterinäramt außerdem die Rolle von Gerlinde Bitzl in der Einrichtung prüfen – unabhängig von ihrer offiziellen Position.

Der Grund dafür sei die rechtskräftige Verurteilung der langjährigen Leiterin wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Müller sagt, seitens des Veterinäramtes bedauere man die Kündigung der Leiterin, da sich deren Start und die Zusammenarbeit mit ihr gut angelassen hätten.

Wer mit Vereinsmitgliedern spricht oder selbst in Derching vorbeischaut, sieht: Bitzl ist dort weiterhin sehr präsent. Dem Vernehmen nach war das auch ein Problem für die neue Leiterin Sandra Klimm sowie deren Vorgängerin, ebenfalls eine Tierärztin. Klimm ist bereits die zweite Tierheimchefin binnen weniger Monate, die wieder weg ist.

Der Rechtsanwalt Bernhard Hannemann, der den Verein vertritt, sagt, man habe Klimm binnen der Probezeit gekündigt und dabei die 14-tägige Kündigungsfrist eingehalten. Das Problem für den Vereinsvorstand sei gewesen, dass die Tierheimleiterin Bedingungen gestellt habe, die dem Verein zu weit gegangen seien. Zum Beispiel habe sie das Personal selber auswählen wollen und dabei auch eine Mitarbeiterin ausgesucht, mit welcher der Verein nicht einverstanden war. Wie soll es nun weitergehen?

Wird das Derchinger Tierheim verpachtet?

Hannemann sagt, es gebe zwei Möglichkeiten: „Die Einrichtung ist momentan stillgelegt. Entweder es wird eine neue Leitung gesucht oder das Heim wird an ein anderes Tierheim verpachtet.“ Der Entscheidungsprozess laufe und benötige Zeit. Auch eine neue Vorstandschaft werde gewählt. Die verbleibende aktuelle Vorstandschaft möchte sich gegenüber unserer Redaktion nicht zu dem Thema äußern. Die Jahreshauptversammlung ist für Dezember angesetzt. Das dauert manchen Mitgliedern zu lange.

So fordert Melanie Scharm, die seit Jahren Mitglied im Verein ist und auch im Prozess gegen Bitzl als Zeugin aufgetreten war, eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Sie sagt. „Der Landkreis Aichach-Friedberg bräuchte dringend ein Tierheim – und das muss gut funktionieren. Am besten wäre es, das Heim an eine Institution zu verpachten, die groß genug ist, das zu stemmen.“

Sandra Klimm selber hat sich ebenfalls Rechtsbeistand gesucht. Auf dessen Anraten will sie sich nicht äußern, da ein Gerichtsverfahren läuft. Der Termin zur gütlichen Einigung am Arbeitsgericht ist im Juli angesetzt.

Lesen Sie auch den Kommentar: Das Tierheim muss sich neu aufstellen

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26.06.2019

Die Tierheimleitung will sich ihr Personal selbst aussuchen? Das ist natürlich eine völlig unakzeptable Bedingung! Hätte man das nicht im Vorfeld abklären können?

Es ist ein Trauerspiel, was im Tierheim an der Lechleite seit Jahren abläuft. Und es wird so weitergehen, solange die Person, die dafür die Verantwortung trägt immer noch Einfluss nehmen kann. Lebenswerk hin oder her. Ohne die selbstlose Mitarbeit vieler Helfer wäre Frau Bitzl gar nicht in der Lage gewesen, das Heim zu erschaffen und zu betreiben. Wer sie weiterhin unterstützt stellt sich gegen den Vereinszweck - nämlich Tiere zu schützen, ihnen eine Unterkunft zu bieten und sie baldmöglichst an eine gute Stelle zu vermitteln.

Geht es um Frau Bitzl oder geht es um die Tiere? Das soll sich jeder mal fragen, der ihr immer noch die Stange hält und sie in dem Glauben lässt, es könne noch mit ihr weiter gehen.

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26.06.2019

Das Gefühl, dass hier noch ein Mensch durchblickt, habe ich schon lange nicht mehr! Wie lange soll dieses Kasperltheater eigentlich noch weitergehen?

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