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Aichach-Friedberg

27.05.2020

Diese Bauprojekte im Landkreis verschieben sich wegen Corona

Auf der Baustelle des Feuerwehrhauses Dasing wurde vor knapp zwei Wochen Hebauf gefeiert. Die Bauarbeiten liegen dem Zeitplan derzeit drei bis vier Wochen voraus.
Bild: Feuerwehr Dasing

Plus Im Kreis Aichach-Friedberg müssen die Gemeinden wegen der Corona-Pandemie zahlreiche geplante Bauprojekte hinten anstellen. Wo eine Entscheidung noch aussteht.

Eigentlich war für den 14. Mai eine Sitzung des Dasinger Bauausschusses geplant. Wie Andreas Wiesner berichtet, würde sich ein Treffen jedoch derzeit nicht lohnen. Der Bürgermeister verweist dabei auf die relativ klaren Verhältnisse, in denen sich die Dasinger Bauvorhaben befinden.

Dafür brachte ebenjener Donnerstag laut Wiesner den ersten Höhepunkt seiner damals zweiwöchigen Amtszeit als neuer Bürgermeister: die Hebauf-Feier des Dasinger Feuerwehrhauses. Diese fand trotz der Corona-Pandemie knapp vier Wochen früher statt als ursprünglich geplant.

„Wir hatten viele Arbeiter, die auf dem Bau flott unterwegs waren“, freut sich Karl Gamperl. Der Bauamtsleiter fügt hinzu, dass auch die weiteren Bauprojekte der Gemeinde vorerst weiterlaufen.

Dazu gehören neben den Erneuerungen am Kindergarten an der Schulstraße auch die Kanalsanierungen an der Dasinger Kläranlage. Beide Projekte sollten laut Gamperl bis Ende des Jahres fertig sein. Dies gilt jedoch nicht für den Neubau des Rathauses. Die Vorplanungen dazu dürften nach Angaben des Bauamtsleiters bald abgeschlossen sein, die Durchführung wurde jedoch zunächst hinten angestellt.

Bauvorhaben im Kreis Aichach-Friedberg: Dasing muss abwägen

Eine Weiterplanung sei laut Gamperl erst möglich, wenn die Einnahmen für die nächste Zeit feststünden. „Grundsätzlich gilt jedoch“, stellt der Bauamtsleiter klar, „dass wir immer abwägen, was notwendig ist und was nicht.“

Nach dieser Prämisse handeln auch die anderen Gemeinden und Städte im Landkreis. Zum Beispiel Friedberg. So läuft das Bauprojekt in der Afrastraße „voll nach Plan“, wie Frank Büschel sagt. Friedbergs Pressesprecher verweist auf die „gute Arbeit der Firmen, die von Anfang an und trotz Corona ihre Arbeit fortgesetzt hätten.

Zum Schutz der Bauarbeiter sei zudem eine Sicherheits- und Gesundheitskoordinatorin installiert worden, die für deren Schutz zuständig ist.

Auch der Bau des neuen Seniorenheims an der Herrgottsruhstraße ruht seit Wochen. Richard Schulan erklärt dies mit Diskussionen mit den Nachbarn. Der Geschäftsführer des Friedberger Kinderheims findet deren Gesuch, ihre Baugrenzen zu verändern, nachvollziehbar.

„Die Stadt hat bereits einen Bebauungsplan erstellt, nun warten wir darauf, dass er rechtskräftig wird“, sagt Schulan. „Dies dürfte im November der Fall sein.“ Anschließend könnten die Pläne einreichen und etwa im Frühjahr kommenden Jahres mit dem Bau beginnen.

Kissinger Mittelschule wird behindertengerecht

Umgebaut wird unterdessen die Mittelschule in Kissing. Das Gebäude soll im Zuge dieses Umbaus behindertengerecht werden. Der Plan ist, bis zum Ende der Sommerferien neben einem ausgebauten Haupteingang auch einen neuen Aufzug für Rollstuhlfahrer vorweisen können, wie Oliver Bregulla vom Kissinger Bauamt sagt.

Wegen Corona sei indes wohl nicht mit Verzögerungen zu rechnen. Selbst die Lieferungen kämen pünktlich. Was den Zeitplan noch durchkreuzen könnte, ist der Erdaushub. „Wir gehen nicht von Altalsten im Erdreich aus“, sagt Brugalla. Dennoch sei es möglich, dass beispielsweise alte Betonplatten entfernt werden müssen.

Friedberg ist ja immer ein schöner Anblick, doch im Frühling präsentiert sich die Stadtansicht mit der Wallfahrtskirche Hergottsruh im Vordergrund besonders malerisch.
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Bild: Markus Freudling

In Mering ist es derweil die finanzielle Situation, die der Gemeinde zu schaffen macht. Laut Bürgermeister Florian Mayer können die Gewerbesteuereinnahmen um bis zu einem Viertel sinken, was sich auch auf die Meringer Bauvorhaben auswirke. Vorrang habe dabei nach Mayers Angaben die Kinderbetreuung.

In Mering hat die Kinderbetreuung Priorität

Deshalb werde der Kindergarten am Kapellenberg mit höherer Priorität ausgebaut. Auch der Umbau der Grundschule dürfte bis Anfang Juli fertig sein, schätzt Mayer.

Gleiches gilt für die Umgestaltung des Ortskerns. Dieser soll nach Mayers Angaben kurzfristig grüner werden, um die „Aufenthaltsqualität zu steigern“. Langfristig seien zudem umfassendere Arbeiten geplant, vorerst wegen der unklaren Situation jedoch verschoben.

Dies gilt indes nicht für den Hort I an der Grundschule. „Dieses Projekt ziehen wir planmäßig durch, er dürfte Anfang Juli fertig sein“, sagt Bürgermeister Mayer. „Dafür muss sich der Hort II jedoch hinten anstellen.“

Rathaus in Mering: An einen Umbau ist nicht zu denken

Das muss auch der Ausbau des Rathauses. Denn trotz der erschwerten Bedingungen, ist derzeit nicht an einen Umzug zu denken. Zwar sei die Situation im Rathaus alles andere als optimal: Die Gänge in dem ehemaligen Wohnhaus seien deutlich zu eng, um den Mindestabstand einzuhalten, berichtet Mayer.

Die Gänge im Meringer Rathaus sind eng.
Bild: Peter Stöbich (Archiv)

„Da gibt es Abstimmungsbedarf“, fügt der Bürgermeister an. Dies sei zum Beispiel durch einen Einbahnstraßenverkehr in den Gängen möglich. So lange, bis das neue Rathaus steht. Wann das sein wird, vermag in Mering noch keiner zu sagen.

Am Meringer Sportplatz gibt es ebenfalls keinen neuen Stand. Derzeit werden Bodenproben entnommen und analysiert. „Wir sind im Plan“, sagt Georg Resch. Merings Vereinsvorsitzender verweist auf ein Treffen mit dem Architekten, das für dieses Woche anberaumt sei. „Bislang gibt es keine coronabedingten Verzögerungen“, sagt Resch. „Wir müssen nur schauen, wie es in nächster Zeit bei den Firmen läuft.“

Lesen Sie dazu den Kommentar zu den Bauvorhaben: Die Gemeinden haben keine existenziellen Probleme – noch

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