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Konzert

18.03.2015

Dieser Abstecher lohnt sich für Jazzfans

Peter Oswald (links) und Startrompeter Steve Fishwick (Mitte) traten in Friedberg gemeinsam mit einer Band auf.
Bild: Ida König

Englischer Trompeter Steve Fishwick tut sich mit einem Friedberger zusammen

Für dieses Konzert in Friedberg hatte der englische Jazzstar Steve Fishwick sogar extra seine Deutschlandtour um einen Tag verlängert. Trompeter Peter Oswald war es wieder einmal gelungen, eine Größe der internationalen Jazzszene nach Friedberg zu holen. Steve Fishwick spielte zusammen mit dem Pianisten Daniel Mark Engelhard, dem Bassisten Uli Fiedler und dem Schlagzeuger Harry Alt unter dem Motto „Trumpets in Concert“ im Restaurant König Ludwig auf.

Wie gut die beiden Trompeter Fishwick und Oswald miteinander harmonieren, wurde bereits in „Dialogic“ von Georg Riedl deutlich. Fishwicks virtuose und zugleich entspannte Art zu improvisieren, funktionierte perfekt als Kontrapunkt zur energischen und mitreißenden Spielweise von Peter Oswald. Das Thema, das zu Beginn des Stückes von Bassist Uli Fiedler ausdrucksvoll vorgestellt wurde, mündet in eine eingängige Melodie und ein facettenreiches Zwiegespräch zwischen den beiden Trompetern.

Allein und nur mit Klavierbegleitung hatte Oswald die beiden Konzerthälften eröffnet. Er schaffte es gerade im ersten Teil, auch die klassische Seite des Jazz mit der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin mit einzubeziehen. Der Auftraggeber dieser Komposition wollte eine Verbindung von Klassik und Jazz. Obwohl Gershwin am Anfang wenig von dieser Idee hielt, entwickelte sich die Rhapsodie zu einem der meistgespielten Werke des 20. Jahrhunderts.

Dass sich die Band nicht hinter den beiden Solisten verstecken muss, zeigte sie eindrucksvoll bei „Caravan“ und der Ballade „Beautiful Love“. Schlagzeuger Harry Alt gelang es, mit wenigen Mitteln den Mittleren Osten, durch den dieser Caravan fährt, in den Konzertsaal zu transportieren. Gerade in der Ballade konnte man die musikalische Kommunikation des eingespielten Teams unschwer erkennen. Pianist Daniel Mark Engelhard schaffte es mit seinen aussagekräftigen Soli, die Atmosphäre der einzelnen Stücke direkt an die Zuhörer weiter zu transportieren.

Wie sehr Steve Fishwick in der Welt des Jazz verwurzelt ist, wurde mit der Interpretation von „Rainy Night“ klar. Die Ballade stammt vom Komponisten Cedar Walton, mit dem Fishwick zusammen mit seinem Quartett 2009 in New York eine CD aufnahm. Ganz im Gegensatz zu „Brownie Speaks“, wo sich beide Trompeter durch Seiten voll schneller Noten jagten, zeigte Fishwick sich hier von seiner nachdenklichen und etwas introvertierten Seite. Die Gäste waren von dieser Mischung so begeistert, dass sie den Star nicht ohne Zugabe zurück nach England fliegen ließen.

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