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18.05.2015

Dieser Händler dachte an die ganze Stadt

Im Jahr 2010 wurde Georg Faller (Mitte) zum Ehrenmitglied des Friedberger Verkehrsvereins ernannt. Ihm gratulierten damals Erich Sedlmeyr (links) und Gregor Pfundmeir.
Bild: Sebastian Musolf

Der Ehrenvorsitzende des Friedberger Aktiv-Rings, Georg Faller, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Von ihm gingen einige Initiativen aus.

Von Andreas Schmidt

Friedberg Er war ein Macher. Und bis wenige Tage vor seinem Tod hat sich Georg Faller dafür interessiert, wie das Geschäft bei Koffer-Kopf läuft. Ende vergangener Woche ist der Seniorchef des Augsburger Lederwarenfachhandels im Alter von 94 Jahren zu Hause in Friedberg gestorben.

Einiges wird an seinem Wohnort auch weiter an ihn erinnern. Auf seine Initiative hin wurde 1976 der Aktiv-Ring im Verkehrsverein gegründet. Aus einer zunächst kleinen Schar von Aktiven hat sich eine Werbegemeinschaft mit inzwischen fast 150 Mitgliedern entwickelt. Faller war es wichtig, dass sich der Friedberger Einzelhandel und die Stadt attraktiv präsentieren – auch in der Adventszeit. So zählte der Geschäftsmann 1978 zu den Initiatoren der Weihnachtsbeleuchtung mit Kunststoffsternen. Strahlkraft bewies auch die Friedberger Gewerbeausstellung Info-Schau. 1979 ging sie auf Fallers Initiative zurück und ist längst zu einer festen Einrichtung geworden. Lange war Faller als Vorsitzender des Friedberger Einzelhandelsverbandes eine Art Sprachrohr der Geschäftswelt. Zu einem seiner Leitsätze zählte dabei: „Der Geschäftsmann sollte nicht nur an sich selber, sondern auch an die Stadtentwicklung denken.“

Auch als Familienmensch hatte Faller nicht nur die eigenen vier Kinder und sieben Enkeltöchter im Blick. Dass es seit 1975 einen Kindernachmittag beim Friedberger Volksfest gibt, geht ebenfalls auf ihn zurück.

Es war ein arbeitsreiches Leben, das der Friedberger gelebt hat. Faller hatte sich vorgenommen: „Wenn man an die Zukunft denkt, muss man handeln, Ideen verwirklichen und fleißig sein.“ Dies war für ihn das Rezept dafür, dass er lange jung geblieben ist.

Ursprünglich stammt Georg Faller aus Hessen. 1945 kam er verwundet aus dem Krieg nach Augsburg und wurde Einzelhandelskaufmann. 1954 übernahm er die Geschäftsführung bei Koffer-Kopf in der Augsburger Annastraße von seinen Schwiegereltern. 1957 gründete Faller die Friedberger Filiale. 1991 übernahm dann Sohn Jürgen Faller. Wobei sich Georg Faller noch bis ins hohe Alter mit einbrachte, so lange die Gesundheit mitspielte. Geistig fit und interessiert war er bis zum Schluss auch noch mit 94 Jahren.

Vor knapp fünf Jahren ist der Verstorbene zum Ehrenmitglied des Friedberger Verkehrsvereins ernannt worden. Ehrenvorsitzender des Aktiv-Rings war er längst. 

Die Trauerfeier findet am Dienstag, 19. Mai, um 10 Uhr in der evangelischen Kirche Der Gute Hirte in Friedberg statt.

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