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Friedberg

15.09.2015

Dieses Museumsdepot hat  pfiffige Ideen zu bieten

Stellvertretender Landrat Peter Feile begegnet an der Gemäldegalerie seinem Urgroßvater Hans Trinkl, der als "Pfleger und Gründer des Museums in Friedberg" gilt. So steht es auf dem Bild.
Bild: Andreas Schmidt

Der zweckmäßige Neubau kommt aus mehreren Gründen gut an. Warum dort auch Tischtennisplatten stehen.

Von Andreas Schmidt

Ein bisschen ist es für die Mitarbeiter des Friedberger Museums immer wieder wie Weihnachten. Dann, wenn sie im neuen Depot beispielsweise Puppenküchen oder wertvolle Uhren aus Seidenpapier auswickeln. Es ist aber ein arbeitsreiches Weihnachten. Schon seit Anfang März wird in dem Neubau am Rande des Businessparks ausgepackt. Und bis alle über 30000 Sammlungsstücke wirklich endgültig an ihrem Platz sein werden, können noch Jahre vergehen. Aber bereits jetzt zeigt sich, dass das neue Museumsdepot ein Vorzeigeobjekt für Experten ist. Aus Ingolstadt hat sich sogar schon eine zweite Delegation zur Besichtigung angekündigt. „Wir geben gerne unser Knowhow weiter“, sagte Bürgermeister Roland Eichmann, als nun das 2-Millionen-Euro-Projekt nachträglich offiziell eingeweiht wurde.

Die Regale lassen sich kinderleicht bewegen

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Jetzt kommen die Museumsgüter platzsparend in moderne Rollregallager, die sich mit einer Kurbel kinderleicht bewegen lassen. Besonders empfindliche Objekte wie die wertvollen Friedberger Uhren werden aber in Flügeltürschränken verwahrt. Damit hat das Museumsteam Tipps des Münchner Depotplaners Johannes Baur umgesetzt. Der Experte hatte auch unkonventionelle kostengünstige Ideen. Als Arbeitstische dienen Tischtennisplatten – natürlich ohne Netz. Zum Aufhängen der großen Gemäldegalerie sind Doppelstab-Gartenzäune aus Metall an der Wand befestigt.

Von innen nach außen geplant

Nach mehreren Umzügen in der Vergangenheit hat das Museumsdepot nun langfristig einen Platz beim Businesspark gefunden. Für Museumsleiterin Alice Arnold-Becker bietet der Neubau „beste Voraussetzungen dafür, das Kulturgut der Stadt für die kommenden Generationen zu bewahren“. Es hat sich aus ihrer Sicht gelohnt, dass das Friedberger Architekturbüro Fußner und Kühne das Depot als Funktionsgebäude von innen nach außen geplant hat. Bürgermeister Eichmann bescheinigte dem Zweckbau eine ansprechende Architektur. Für Architekt Frank Kühne waren die Menschen entscheidend, die miteinander dahinter stehen: Auftraggeber, Nutzer und Planer.

Von einem „Modellprojekt für ganz Bayern“ sprach Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko. Er lobte den Mut der Stadt Friedberg, dies anzupacken. Ungewöhnlich ist es für ihn, dass es gelungen sei, dafür gleich drei Fördertöpfe anzuzapfen.

Kein Weihwasser für Museumsgüter

Stadtpfarrer Pater Markus Hau sprach ein Segensgebet für das neue Museumsdepot. Aus seiner Sicht geht es dort nicht um ein rückwärts gewandtes Sammeln von Erinnerungen, sondern um Friedberger Identität von heute. Nur die Werkstatt bekam Weihwasser ab. Der Stadtpfarrer wollte Museumsgüter nicht nass machen.

Wobei das Gebäude mehr ist als ein Museumsdepot. Auch städtische Akten werden dort künftig in zwei Bereichen eingelagert. Die Bibliothek des Heimatvereins und Archivalien der Veteranen finden beim Businesspark ebenfalls einen Platz.

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