Newsticker

Die Linke sagt ihren Parteitag wegen Corona ab
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Disco-Schlägerei mit schlimmem Verletzungen: Wer ist schuld?

Aichach-Friedberg

18.05.2015

Disco-Schlägerei mit schlimmem Verletzungen: Wer ist schuld?

Zwei junge Männer aus dem Landkreis Aichach-Friedberg prügelten sich vor einer Disco. Einer von ihnen stand nun vor Gericht.
Bild: Symbolbild: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Zwei junge Männer prügeln sich vor einer Diskothek. Vor Gericht konnte der Hergang nicht mehr geklärt werden. Möglicherweise hatten die Verletzungen des Zeugen eine andere Ursache.

Ein gebrochenes Sprunggelenk und einen gebrochenen Unterarm zog sich ein Aichacher bei einer Schlägerei vor einer Diskothek im Landkreis zu. Er hatte bei der Rauferei im September vergangenen Jahres ebenfalls mitgemacht. Angeklagt war jedoch sein Kontrahent, weil der auf den Aichacher mit dem Fuß eingetreten haben soll, als der schon am Boden lag. Er stand deshalb wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor Gericht.

An die Schlägerei konnte sich der Angeklagte nur noch teilweise erinnern. Er hatte an dem Abend 2,2 Promille Alkohol im Blut. „So viel ich weiß, habe ich mit dem Stress nicht angefangen“, sagte er aus. Er habe falsch reagiert, gab er zu. Allerdings war er sich sicher, nicht nachgetreten zu haben. „Ich bin kein Schlägertyp“, betonte er.

Erinnern konnte sich der 21-Jährige vor Gericht noch, dass ihn ein Freund gleich weggezogen habe. Deshalb habe er zeitlich keine Möglichkeit gehabt, auf jemanden einzutreten. Er räumte aber ein: „Ich kann mich nicht mehr hundertprozentig erinnern.“ Deswegen konnte der Angeklagte auch nicht ausschließen, dass er doch mit dem Fuß getreten habe.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Woher stammen die schlimmen Verletzungen?

Wer die Schlägerei angefangen hatte, blieb unklar. Der Aichacher erzählte vor Gericht von einer Schubserei, bei der er gestürzt sei. Mit den Händen vor dem Gesicht habe er versucht, sich vor den Tritten des Angeklagten zu schützen, sagte er aus. Ob er sich seine Verletzungen – ein gebrochenes Sprunggelenk und einen gebrochenen Unterarm – bei dem Sturz oder der Schlägerei zugezogen hatte, konnte der Aichacher nicht sagen.

Staatsanwalt Matthias Ernst hielt es für wahrscheinlich, dass der Sturz die Ursache war. Der Aichacher sei auch kein Unschuldslamm, sagte Ernst mit Blick auf die Schlägerei. Beide Kontrahenten hatten sich danach beim jeweils anderen entschuldigt. Der Aichacher erklärte vor Gericht, dass er kein Schmerzensgeld wolle. Alles Punkte, die der Staatsanwalt zugunsten des Angeklagten wertete. Er sprach sich für eine Geldauflage von 2500 Euro aus.

Dem schloss sich Jugendrichter Dieter Gockel an. Er verurteilte den 21-Jährigen wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Zahlung von 2500 Euro an die Lebenshilfe. Normalerweise sei bei diesem Delikt ein Arrest üblich, betonte der Richter. Das Gericht sei jedoch davon ausgegangen, dass die Verletzungen des Aichachers bei dem Sturz entstanden seien. Außerdem sei klar, dass beide Kontrahenten an der Schlägerei beteiligt gewesen seien. Zum Angeklagten sagte er: „Damit kommen Sie relativ gut weg.“ drx

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren