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Mering

13.01.2019

Drei Viertel des Gewerbegebiets Mering-St. Afra sind vergeben

Schneeverweht sind derzeit die Erdhügel, wo der Industrie- und Gewerbepark Mering-St. Afra entstehen soll. Auch die dortige Parkplatzsituation sorgte für Diskussionsstoff beim Dämmerschoppen der Kolpingsfamilie Mering.
Bild: Heike John

Im Gewerbegebiet Mering-St. Afra werden kleinere Firmen angesiedelt. Beim Dämmerschoppen der Kolpingsfamilie nimmt der Bürgermeister auch zur Vision 2025 Stellung.

War 2018 das Jahr der Ernüchterung für Mering – sowohl bei der Baulandentwicklung, dem Industrie- und Gewerbepark als auch beim Bürgerzentrum Schlossmühle und vor allem in Bezug auf die Vision 2025? Bauthemen beherrschten jedenfalls das Abendprogramm des politischen Dämmerschoppens der Kolpingsfamilie unter dem Vorsitz von Klaus-Dieter Ruf.

Der Diskussionsabend mit Bürgermeister Hans-Dieter Kandler war die erste Veranstaltung im Jubiläumsjahr der Meringer Kolpingsfamilie, die in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen feiert. Die Themen für das Frage- und Antwortspiel mit dem Gemeindeoberhaupt hatte der politische Arbeitskreis vorbereitet, dessen Leiter Bernhard Frank den Abend moderierte. Bereits im Vorjahr war die Baulandentwicklung großes Thema. Dieses Mal hakte Frank nach, warum die Möglichkeiten des Paragrafen 13b Baugesetzbuch bislang von der Marktgemeinde noch nicht genutzt worden seien. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat im Sommer beschlossen, vier Optionen für neue Baugebiete im zeitlich begrenzten Schnellverfahren nach diesem neuen Paragrafen zu überprüfen, doch zunächst wurden alle vier verworfen.

Dass die Gemeinde Mering jetzt trotz anfänglicher Widerstände im Gemeinderat wohl doch beim Baugebiet am Ortsrand östlich des Kapellenbergs Richtung Hörmannsberg die Möglichkeiten des Schnellverfahrens nach Paragraf 13b ausschöpfen kann, davon berichtete der Bürgermeister sichtlich zufrieden. 38 Bauplätze für Einfamilienhäuser und eine Mehrfamilienanlage für den sozialen Wohnungsbau könnten dort nun geschaffen werden, nachdem man einen Kompromiss beim im Gemeinderat umstrittenen Geschosswohnungsbau gefunden habe.

Der Bebauungsplan an der Zettlerstraße ermöglicht massive Wohnbebauung. Auch hierzu befragte die Kolpingsfamilie den Bürgermeister. Zum Teil geschah das aus eigenem Interesse, denn die „Kolping Kultur Werkstatt“ ist in einem Gebäude auf dem Fabrikgelände der dort liegenden Firma Ludwig untergebracht. Abreißen oder umbauen, das müsse die Fabrikantenfamilie gut abwägen, wie Kandler betonte.

Auch die derzeit verschneiten Erdhügel im Industrie- und Gewerbepark St. Afra waren Thema des politischen Dämmerschoppens. Aufgeworfen wurden die Hügel vom Landesamt für Denkmalpflege, das sich auf Spurensuche nach der alten Römerstraße begeben hatte. Aus Unerfahrenheit sei in den Verhandlungen mit Honold bzw. Kuka einiges schief gelaufen, gab der Bürgermeister zu. Nun verkaufe man kleinteilig. Zehn, zwölf Bewerber hätten sich vorgestellt und somit seien 53000 von 70000 Quadratmetern so gut wie vergeben. Hierbei handle es sich um ortsansässige Betriebe, die sich vergrößern wollen. Somit kann laut Gemeindeoberhaupt keine zusätzliche Gewerbesteuer eingenommen werden.

Zu einem emotionalen Diskussionspunkt entwickelte sich die Erweiterung der Parkplätze am Bahnhof St. Afra, denn den Meringern leuchtet nicht ein, dass sie Parkplätze für Pendler aus Königsbrunn bezahlen sollen.

Auch die Schlossmühle Mering liegt den Bürgern am Herzen

Und über die Möglichkeit, im Gewerbegebiet ein Veranstaltungszentrum zu bauen, kam die Diskussion auf das Bürgerzentrum Schlossmühle. Hans-Dieter Kandler legte dar, warum das im Pachtvertrag erwähnte Vorkaufsrecht nicht wirklich eines gewesen sei und warum „die Kosten gescheut“ worden seien. Der neue Eigentümer werde die Schlossmühle sanieren und dort Büros unterbringen. Der Vertrag für die im Gebäude befindlichen Gruppen wie Neues Theater, Jugendzentrum und Spielmannszug werde auf jeden Fall auf die nächsten zehn bis 15 Jahre verlängert, versicherte Kandler.

Keineswegs für umsonst erachtete er die Diskussion über die Vision 2025, auch wenn nun eine sehr abgespeckte Version übrig bleibt. „Es wurde ein Prozess in Gang gebracht, der den Leuten deutlich gemacht hat, dass das bestehende Rathaus für eine Gemeinde wie Mering kein ausreichendes Verwaltungsgebäude darstellt“, hob er hervor. Doch 26 Millionen Euro in die Hand zu nehmen, hätte ihm zufolge eine Verdoppelung der Grundsteuer nötig gemacht. „Das wäre wohl kaum auf Akzeptanz in der Bevölkerung gestoßen.“ Er appellierte an die Vereine, analog zum Motto „Nachverdichtung statt Flächenfraß“ bei Vereinsheimen Bereitschaft zu zeigen, sich Räumlichkeiten zu teilen.

In der Fragestunde kamen weitere Vorschläge zur Aufwertung des Badangers auf. So groß seine Freude darüber sei, dass der dortige Park so einen großen Stellenwert in der Gemeinde errungen hat, so sehr sei er dagegen, alles von der Boccia-Bahn bis zu Fitnessgeräten alles nun dort errichten zu wollen, betonte Kandler nachdrücklich.

So kann in Mering nach dem Paragraf 13 b gebaut werden

  • Ziel Als „Gesetz zur Stärkung des neuen Zusammenlebens in der Stadt“ sieht der Paragraf 13 b Erleichterungen in der Bauleitplanung vor. So sind keine Umweltprüfung, kein Umweltbericht und keine Ausgleichsflächen nötig. Es genügt eine einmalige öffentliche Auslegung des Bebauungsplans, der zudem von den Festlegungen des Flächennutzungsplans abweichen darf.


  • Voraussetzungen Voraussetzung für die Anwendung von Paragraf 13 b des Baugesetzbuchs ist, dass ausschließlich neues Wohnbauland geschaffen wird, die Grundfläche der Bebauung weniger als 10 000 Quadratmeter beträgt, das Gebiet im Anschluss an bebaute Ortsteile liegt und das Verfahren bis Ende 2019 eingeleitet und bis Ende 2021 abgeschlossen ist.


Lesen Sie hierzu auch die Artikel Vision 2025 ade – auf zum neuen Rathaus und "Es wurde eine Chance vertan“

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