Newsticker
Streit über Corona-Impfstoff: EU-Krisentreffen mit Astrazeneca findet nun doch statt
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Ein Container randvoll für Haiti

30.01.2014

Ein Container randvoll für Haiti

Alois Vogg (links) und Alfons Magg sind mit dem Beladen des Containers beschäftigt, der voraussichtlich im März auf die Reise nach Haiti geschickt wird.
Bild: Andreas Schmidt

Schulmobiliar und Solarstromtechnik werden eingepackt

Das frühere Holzwerk Klaus in Hügelshart ist derzeit einmal mehr ein Umschlagplatz für eine Containerladung der Haiti-Kinder-Hilfe. Es ist bereits der sechste große Metallbehälter, der dort bis zur Decke randvoll geladen wird, um anschließend in die Karibik verschifft zu werden. Beim Verladen in Hügelshart packt gerade der Schatzmeister des Hilfsprojekts, Alois Vogg aus Aichach, zusammen mit anderen Helfern an. „Es gibt immer noch viel zu tun“, sagt Vogg, nachdem sich im Januar das schwere Erdbeben zum vierten Mal gejährt hat.

Abgesehen von solchen Jahrestagen ist Haiti aber weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden. Viele Menschen leben nach wie vor in provisorischen Unterkünften, weiß Vogg. Wichtig sei es, Eigeninitiative zu fördern. Die Haiti-Kinder-Hilfe will dafür Kindern und Jugendlichen aus armen Familien eine Ausbildung und damit eine spätere Selbstständigkeit ermöglichen.

Ein kleines Stück soll dazu auch der Container-Inhalt beitragen. Das Wichtigste darin sind diesmal 143 Stühle und 57 Tische. Die ausgemusterten, aber soliden Möbelstücke stammen aus einer Gehörloseneinrichtung. Sie sollen sehr einfaches Mobiliar ersetzen an Schulen, die die Haiti-Kinder-Hilfe unterstützt. Hingegen wäre es für die Hilfsorganisation völlig unbezahlbar gewesen, in Haiti neue Schulmöbel anfertigen zu lassen. Zu dem Mobiliar gesellen sich in dem Container weitere Spenden wie Schulranzen oder Kleidung.

Mit dazu gepackt werden soll noch Solarstromtechnik mit Batterien als Puffer, um die Stromversorgung in den Kinderheimen des Vereins zu verbessern. Bislang sitzen die Kinder bei den häufigen Ausfällen im Dunkeln, statt Hausaufgaben zu machen. Denn in Haiti bricht schon um 18 Uhr die Nacht an.

Alles, was in den Container kommt, muss für den Zoll genau auf Deutsch, Englisch und Französisch aufgelistet werden. Eine Aufgabe, um die sich schon zum wiederholten Mal Alfons Magg aus Merching als eine Art Verlademeister kümmert. Beim Beladen hilft diesmal unter anderem die Pfarrei und der Eine-Welt-Kreis aus Ottmaring mit. Voraussichtlich im März wird alles komplett sein. Dann beginnt für den Container zunächst auf einem Lkw und dann übers Meer eine Reise ohne Wiederkehr. Der sogenannte Letzte-Reise-Container kann dann beispielsweise als begehrte und verschließbare Lagermöglichkeit in Haiti bleiben.

Wie ihre Altersgenossen dort unter ganz anderen Umständen leben, sollen Kinder und Jugendliche hierzulande erfahren. Auch dies ist der Haiti-Kinder-Hilfe wichtig. Noch verstärkt sollen dafür nach Möglichkeit Schulen mit einbezogen werden. Dazu soll eine Wanderausstellung dienen, an deren Aufbau derzeit Rüdiger Lischka aus Ottmaring beteiligt ist. (scha)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren