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25.04.2015

Ein Container zum Chillen und davor Grillen

Die gemütliche Sitzecke wurde von den Vorbesitzern auch farblich ansprechend gestaltet.
Bild: Heike John

Statt eines Bauwagens ergatterten zehn Jungs in Mering einen Container und stellten ihn nun mit offizieller Erlaubnis auf Gemeindegrund auf

Konrad, Franz, Lukas, Michael, Marco, Florian, Julian, David, Fabio und Sebastian sind seit Kurzem stolze Besitzer eines Containers. Sein Standort ist am Fußweg entlang der Schallschutzwand direkt hinter dem Meringer Bauhof. Damit haben die Jugendlichen nun einen Aufenthaltsort, wo sie sich treffen und ungestört mit ihren Freunden „chillen“ können. Zum Einweihungsfest waren neben Eltern und Freunden auch Bürgermeister Hans-Dieter Kandler und die Gemeinderäte eingeladen.

Erfüllung eines lang gehegten Wunsches

Denn die Gemeinde hat einen nicht unerheblichen Anteil an der Erfüllung des lange gehegten Wunsches der 16- bis 18-jährigen Burschen. „Wir wollten einen Ort, wo wir uns zu jeder Jahreszeit treffen können“, erklärte die Clique. Die Idee kam im Freundeskreis, der sich aus Fußball und Schule kennt, an einem Augustabend am See auf. Bis zur Realisierung ihres Wunsches war noch ein langer Weg. Den Jungs schwebte ein Bauwagen vor, den sie aber nicht wild in der Gegend aufstellen wollten, sondern mit Genehmigung der Gemeinde. Vor allem diese offizielle Vorgehensweise der Jugendlichen beeindruckte Bürgermeister Kandler. Im Bauausschuss Ende vergangenen Jahres stellten sie ihren Wunsch vor und fragten nach einem geeigneten Grund. Normalerweise werden Bauwagen fern der Wohnbebauung aufgestellt, um Lärmbelästigungen zu vermeiden. „Dann wären wir allerdings im Außenbereich und könnten das baurechtlich nicht mehr genehmigen“, erklärte Kandler. Nun fand er aber zusammen mit den Jugendlichen einen geeigneten Platz, mit dem sich auch der stellvertretende Bauhofleiter Benno Mair einverstanden erklärte. „Das Gelände zwischen Schallschutzwand und der Rückwand des Bauhofs, das als Lagerfläche für Steine genutzt wurde, schien uns geeignet.“ Die Jugendlichen konnten ihren Wunsch in einer Sitzung des Bauausschusses Ende vergangenen Jahres auch so überzeugend äußern, dass eine einstimmige Zustimmung erfolgte. Dennoch ging noch einige Zeit ins Land, bis das Wunschdomizil eingeweiht werden konnte. Einen Bauwagen zu finden, ist gar nicht so leicht, merkten die Jungs schnell. Doch sie hatten Glück und stießen im Internet auf einen Container, den die Jugend in Fischach zum Verkauf anbot. Die zehn Jungs legten zusammen und erstanden den innen komplett ausgebauten, etwa sechs auf drei Meter großen Container.

Nun galt es nur noch das Transportproblem zu lösen. Behilflich war dabei die Firma Dumberger „Als Bürgermeister hat man so seine Möglichkeiten“, erklärte Kandler nur, als sich der 16-jährige Konrad bei der Einweihung stellvertretend für die Gruppe noch einmal kräftig für die Unterstützung bedankte.

Beim Eröffnungs-Grillfest zeigte sich vor allem auch der Zweite Bürgermeister Florian Mayer neugierig auf die Räumlichkeit. Voller Stolz führten die Jugendlichen in ihr Reich, das holzgetäfelt, mit einer gemütlichen Sitzecke und mit einer großen Bar versehen, kaum Wünsche offenlässt. Den Stromanschluss für Licht und Musik zum Bauhof richtete Franz als Elektrikerlehrling zusammen mit seinem Vater ein. „Das Engagement ist toll“, waren sich Eltern und Gemeindepolitiker bei der Einweihungsparty einig. Auch Peter Hörmann vom Verein Kinder- und Jugendfreundliches Mering (KiJu) kam dazu und bot seine Unterstützung an. „Die wussten gar nicht, dass es uns gibt“, wunderte er sich. „Was sich die Jugendlichen hier selbst geschaffen und finanziert haben, werden sie auch pfleglich behandeln“, waren sich die Anwesenden sicher.

Jugendliche brauchen einen Rückzugsort

„Hier weiß man wenigstens, wo sie sind. Das ist auf jeden Fall besser als am See“, fanden die Eltern von David. „Jugendliche brauchen einen Rückzugsort“ zeigte sich auch Klaus Becker überzeugt, der anfänglich Bedenken hatte, der Container könnte in Konkurrenz zum Meringer Jugendtreff treten.

Auch Bürgermeister Kandler zeigte sich zuversichtlich. „Man soll nicht immer um alle Dinge so ein Aufhebens machen“, fand er. „Und wenn es mal Probleme gibt, dann kann man die auch wieder bereinigen“.

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