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Ehrenamt in Merching

25.10.2017

Ein Fest für die Merchinger Asylhelfer

Die Container, die als Unterkunft für Asylbewerber in Merching dienten, wurden abgebaut.
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Die Container, die als Unterkunft für Asylbewerber in Merching dienten, wurden abgebaut.
Bild: Christina Riedmann-Pooch (Archiv)

Anerkennung für einen zweijährigen intensiven Einsatz. Die Aufgabe ist beendet – die Freundschaften bleiben.

Ende September 2015 liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren, um den angekündigten Flüchtlingen aus Afghanistan zu helfen. Viel hat sich seitdem bewegt, viele große und kleine Krisen meisterten Helfer und Asylbewerber gemeinsam. Seit ein paar Tagen sind nun die Wohncontainer für die 16 Asylbewerber wieder abgebaut.

Zwei der vier afghanischen Familien haben in Merching ein richtiges Zuhause gefunden – zwei wurden nach Kissing weiter vermittelt, da die Suche nach einer anderen Wohnung trotz intensiver Bemühungen erfolglos blieb.

Die afghanischen Kinder, die in Merching in den Kindergarten gehen, sprechen mittlerweile fließend Deutsch. „Die Schulkinder zeigen sehr gute Leistungen.“, berichtet Roswitha Goltze, Gemeinde Merching, die als Bindeglied zwischen Landratsamt und Helferkreis fungierte. Für die Asylkreishelfer, die sich spontan und mit Herzblut für die vier Familien engagiert haben, ein kleiner Abschluss.

Grund genug für Gemeinde und Landratsamt, den 47 Merchinger Helfern mit einer kleinen Feier ein herzliches Dankeschön zu sagen. Bürgermeister Martin Walch begrüßte neben dem Asylhelferkreis Simone Losinger und Helmut Engelhard vom Landratsamt, Marina Lovric in ihrer Funktion als Freiwilligen-Koordinatorin Asyl und Alicia Hagins von der Asylsozialberatung Augsburg, die wie ihre verhinderte Kollegin Rebecca Binder für Anliegen des Merchinger Asylhelferkreises jederzeit mit Rat und Tat Ansprechpartner waren.

In Merching gelingt die Integration gut

„Ohne sie alle wäre eine so gute Integration nicht möglich gewesen und nicht gelungen.“, lobte Walch. Roswitha Goltze, die schon in anderen Gemeinden Erfahrung mit Asylbewerbern gesammelt hatte, unterstrich ebenfalls: „Die Helfer haben die Leute sehr gut auf das Leben vorbereitet.“ Alle sind erleichtert, dass es abgesehen von einem unschönen Zwischenfall in der ersten Woche, als Rowdys den Container mit Steinen bewarfen, keine Anfeindungen gegenüber den Flüchtlingen gab.

Mit Sicherheit ein Verdienst der Helfer, die sich für eine schnelle Integration in vier Gruppen (Sprache, Soziales und Sachspenden, sowie Freizeitgestaltung) aufteilten.Für Susanne Weiß, die „ganz unvorhergesehen in die Rolle der Koordinatorin für Soziales rutschte“, war die Motivation zu helfen ihre christliche Einstellung. „Wir hatten großes Glück vier Familien in Merching zu haben – sie sind wesentlich leichter zu integrieren, als alleinstehende Männer.“ Sie empfindet den Zuwachs für Merching als Gewinn und bedauert es sehr, dass außerhalb des Helferkreises wenig Unterstützung und Interesse für die Menschen aus Afghanistan gezeigt wurde. Dafür war aber der Zusammenhalt unter den Helfern um so intensiver – es haben sich daraus viele freundschaftliche Kontakte entwickelt, berichtet sie.

Dies empfindet auch Rudolf Kopera so, der bereits in Mering mit Asylbewerbern im Bereich „Sprache“ zu tun hatte und sie nun in Merching weitergab - auch wenn sich die Aufgaben manchmal völlig außerhalb des Bereichs bewegten, weil – wie etwa kürzlich der Umzug im Vordergrund stand.

Viele neue Kontakte entstanden. So wie bei Hilda Hottenroth, die zu der Gruppe stieß, weil sie selbst Flüchtling war.

Sie kam damals als „reintegrierter“ Flüchtling von der damaligen Tschechoslowakei nach Deutschland - „aber wir hatten den riesigen Vorteil die Sprache zu beherrschen – und weil ich das selbst erfahren habe, wie wichtig das ist, wollte ich einfach helfen.“

Nach arbeitsintensiven Zeiten bleibt im Moment für den Merchinger Asylhelferkreis nicht mehr viel zu tun. Neue Flüchtlinge werden momentan nicht erwartet. Doch in freundschaftlichemn Kontakt, so sagt Susanne Weiß überzeugt, bleibe man in jedem Fall.

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