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Friedberg

28.12.2020

Ein Friedberger wird für sein Engagement in Afrika ausgezeichnet

Wolfgang Gindorfer bringt bei einem Besuch die bestellten Brillen für die Kinder in einer Schule in Uganda.
Bild: Gregor Kuntscher

Der Friedberger Wolfgang Gindorfer setzt sich in Uganda für blinde und sehbehinderte Menschen ein. Dafür erhielt er nun eine internationale Auszeichnung.

Wolfgang Gindorfer hat eine Mission: Augengesundheit für die unterprivilegiertesten Bevölkerungsgruppen in Afrika südlich der Sahara. Seit 35 Jahren setzt er sich dafür ein, die Welt von vermeidbarer Blindheit und Sehbehinderung zu befreien. Er hat für die Menschen, denen er damit ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht, viel erreicht. Für sein Engagement und seinen wichtigen Beitrag zur globalen Initiative "Vision 2020" und dem dazugehörigen Aktionsplan, getragen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wurde er jetzt mit dem internationalen Preis "Vision Excellence Award" ausgezeichnet.

Bei Schuluntersuchungen werden Fehlsichtigkeiten der Kinder und die Augenglasbestimmungen vorgenommen.
Bild: Gregor Kuntscher

Geboren 1962 in Augsburg und aufgewachsen in Harthausen, lebte und arbeitete Wolfgang Gindorfer bis vor Kurzem in Uganda. Seine beiden Eltern und Verwandte und Freunde besucht er gerne einmal im Jahr während eines Heimatbesuchs. Nur in diesem Jahr hat ihn die Pandemie daran gehindert. In der Friedberger Heimat hat er auch seine holländische Frau geheiratet, die ebenso in der Entwicklungshilfe in Uganda tätig ist.

Wolfgang Gindorfer ging mit Mitte 20 nach Uganda

Nach einer Ausbildung zum Augenoptiker ging er mit Mitte 20 nach Uganda. Seine Mission begann dort mit der Gründung des Benedictine Eye Hospital in Tororo im Jahr 1986. Im Laufe der Jahre wurde klar, dass Augenfehler in dem afrikanischen Land oft vernachlässigt wurden. Außerdem gab es in Afrika südlich der Sahara kein funktionierendes, groß angelegtes Programm, das Qualitätsbrillen zur Verfügung stellte.

Augenfehler werden in dem afrikanischen Land Uganda oft vernachlässigt, sagt Wolfgang Gindorfer.
Bild: Brillenstudio Han (Symbolfoto)

Gindorfer baute daher ab 2008 zusammen mit der internationalen Hilfsorganisation Light for the World und in Kooperation mit dem International Council of Ophthalmology die Nationale Intervention für unkorrigierte Fehlsichtigkeiten in Uganda (NIURE) auf, die mittlerweile in das Gesundheitsministerium integriert wurde. Darin geht es um Ausbildung und Schulung, Personalentwicklung, Ausrüstung, Bereitstellung von Materialien und die gesamte Logistik drum herum.

Das Projekt wurde ein Erfolg: Mehr als 1140 Lehrer wurden in Erkennen von Augenleiden und einfacher Sehprüfung sensibilisiert und haben 280.000 Kinder voruntersucht. 74 in Augenglasbestimmung speziell geschulte Augenkrankenpfleger in Uganda haben 232.000 Untersuchungen durchgeführt. Fünf graduierte Optometristen haben ihren Abschluss und die Kurse sind an der Makerere Universität als Ausbildungszweig etabliert. Eine optische Werkstatt mit Logistikzentrum stellte über 20.000 Brillen her.

Schlecht zu sehen kann für ein Kind in Afrika schlimme Folgen haben

Solche Maßnahmen, die in Deutschland mit seiner guten medizinischen Versorgung nichts Ungewöhnliches wären, bedeuten für ein fehlsichtiges Kind in Uganda viel. Denn wird die Sehschwäche von Kindern frühzeitig untersucht und werden sie mit einer angemessenen Sehhilfe versorgt, haben sie die Chance auf einen Schulabschluss und somit auf ein selbstbestimmtes Leben. (AZ)

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