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Mering

14.03.2020

Ein Meringer im Einsatz für Unfallopfer und Berufskranke

Werner Ernst aus Mering berät Menschen bei Arbeits- und Verkehrsunfällen.
Bild: Heike Scherer

Plus Werner Ernst aus Mering gehört zum Vorstand des Vereins Unfall-Opfer-Bayern. So hilft er Menschen, nach einem schweren Unfall zurecht zu kommen.

Ein Verkehrsunfall ist schnell passiert und unter Umständen leiden die Beteiligten nachher unter gesundheitlichen Folgen. Vielleicht stürzt man auf dem Weg zur Arbeit oder verletzt sich während seiner Tätigkeit und benötigt eine Operation, welche die Berufsgenossenschaft nicht bezahlen will.

Der 62-jährige Werner Ernst aus Mering kennt diese Situation und ist vor drei Jahren dem Verein Unfall-Opfer-Bayern mit Sitz in Michelau in Unterfranken beigetreten. Seit zwei Jahren ist er Dritter Vorsitzender und für den Bereich Südbayern zuständig.

Ernst ist selbstständiger Elektromeister und hat mehrere Arbeitsunfälle erlitten. Während eines Bohrvorgangs biss sich die Maschine fest und riss ihn mit. Seitdem leide er unter Schmerzen im Schulterbereich. Der lange Streit und der zusätzlich aufgetretene inzwischen chronische Tinnitus hätten dazu geführt, dass er nicht mehr die ganze Nacht durchschlafen könne und Psychopharmaka einnehmen müsse.

Ein Meringer im Einsatz für Unfallopfer und Berufskranke

Der Meringer Werner Ernst steht Menschen zur Seite

Als „Peer-Counseler“, also selbst Betroffener, möchte Ernst anderen Menschen in einer ähnlichen Situation mit Rat und Tat zur Seite stehen. Vor Kurzem habe er für einen Bürger eine Stellungnahme geschrieben, die dieser benötige, um mit seinem Anwalt vor das Sozialgericht treten zu können. Durch einen Arbeitsunfall habe dieser einen Sehnenriss erlitten und musste operiert werden. Aber die Berufsgenossenschaft habe die Bezahlung der Operation und das Verletztengeld abgelehnt. „Diese Sehne sei nicht dem Alter entsprechend“, sei die Begründung der gesetzlichen Unfallversicherung gewesen. Die Krankenkasse habe deshalb die Bezahlung übernommen. „Aber ist das gerechtfertigt?“, fragt sich Ernst.

 

Wenn der Berufsgenossenschaft ein Unfall gemeldet wird, legt der Sachbearbeiter anhand der Diagnose des Arztes eine Unfallversicherungsdiagnose an. Darin beschreibt er Art und Ort der Verletzung. Dadurch und anhand der sogenannten Weller-Key-Tabelle wird festgelegt, wie lange die Heilung bei den verschiedenen Verletzungen dauern darf. „Eine Schulterverletzung sollte nach sechs Wochen beendet sein“, erklärt Ernst. Es werde auch geprüft, ob Vorschäden an dem verletzten Gelenk vorhanden seien, was zur Ablehnung eines Anspruchs führen könne. Das ist laut Ernst ein Fall der Altersdiskriminierung.

Selbsthilfeverein hilft bei Auseinandersetzungen mit der Berufsgenossenschaft weiter

Bei Auseinandersetzungen mit der Berufsgenossenschaft hilft er mit dem Selbsthilfeverein weiter. Er empfiehlt Ärzte, Juristen, Physiotherapeuten oder Psychologen. Bei einer zeitlich umfassenderen Beratung durch die ehrenamtlichen Mitarbeiter werde dem Betroffenen nahegelegt, Mitglied im Verein zu werden, so Ernst. Außerdem gibt es immer wieder Vorträge.

 

Am 12. September feiert der gemeinnützige Verein sein 20-jähriges Bestehen. Er ist Mitglied bei der Dachorganisation LAG Selbsthilfe Bayern und im Netzwerk Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen. Inzwischen hat die Stadt Augsburg ihn in die Liste der Selbsthilfegruppen aufgenommen. Geplant ist eine große Jubiläumsfeier in Gerolzhofen mit dem Thema „Gegen Alkohol und Drogen am Steuer“. Als Patienten-Selbsthilfeeinrichtung sei der Verein auf Spenden und neue Mitglieder angewiesen, um weitere Veranstaltungen und Vorträge aus den Bereichen Medizin, Therapie, Rechtswissenschaft und Unfallanalytik zu organisieren und Beratungen durchzuführen.

Meringer Werner Ernst steht auch für Auskünfte zur Verfügung

Schon im Juli fand ein großer Selbsthilfetag am Marienplatz in München statt, an dem sich 67 Organisationen beteiligten. „Unser Verein ist noch vielen Menschen nicht bekannt, aber eine sehr wichtige Einrichtung“, sagt Ernst. Der Meringer steht auch für Auskünfte zur Verfügung.

Werner Ernst ist unter der Telefonnummer 08233/7953921 oder per Mail an ernst@unfall-opfer-bayern.de erreichbar.

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