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Religion Friedberg

03.11.2019

Ein Sandbild aus Friedberg für den Frieden in der Welt

Vier buddhistische Mönche eines südindischen Klosters sind diese Woche in Friedberg zu Gast. Täglich kann man ihnen in der Archivgalerie beim Schaffen eines Mandalas zuschauen. 
Foto: Peter Stöbich

Buddhistische Mönche schaffen in der Archivgalerie ein kunstvolles Mandala und zerstören es nach tagelanger Arbeit wieder.  

Das bekommt man in unseren Breitengraden nicht alle Tage zu sehen: In fast einwöchiger Arbeit schaffen buddhistische Mönche ein kunstvolles Bild aus unzähligen Sandkörnern. In der Friedberger Archivgalerie kann man die Entstehung dieses Mandalas ab heute täglich in der Zeit von 9 bis 12 und von 14 bis 17 Uhr miterleben.

Die ungewöhnliche Aktion endet kommenden Sonntag mit einer feierlichen Abschlusszeremonie und verfolgt zwei Ziele: Sie soll ein symbolisches Zeichen für den Frieden in der Welt setzen sowie Spenden für ein Schulprojekt in Ladakh sammeln.

Szenen wie aus einem Film in der Archivgalerie

Es war eine Szene wie aus einem Kinofilm, als Marion Brülls, Sprecherin des Frauenforums Aichach-Friedberg, die Aktion eröffnete. Unter Gebetsfahnen saßen vier Mönche in ihrer typischen orangefarbenen Kleidung, vor ihnen ein großes Brett mit einer Skizze und zahlreichen Töpfchen mit farbigem Sand. Meditative Gesänge füllten den Raum im ersten Stock der Archivgalerie, wo sich Interessierte am Dienstag, 5. November, um 19 Uhr im Gespräch mit den Mönchen austauschen können.

Diese sind im Gästehaus der Pallottiner untergebracht, auch die Stadtpfarrei St. Jakob ist in die Friedensaktion mit eingebunden. So wird es am Freitag, 8. November, in St. Jakob ein gemeinsames tibetisch-buddhistisches und christliches Gebet mit Musik geben; diese interessante Begegnung unterschiedlicher Kulturen und Traditionen beginnt um 19 Uhr.

Mönche arbeiten mit Ausdauer und Präzision

„Für tibetische Buddhisten haben Sandmandalas sehr große Bedeutung“, erklärte Marion Brülls vom Frauenforum. Das wird deutlich, wenn man beobachtet, mit welcher Ausdauer und Präzision sie diese wunderschönen filigranen Kunstwerke gestalten. Jedes gestreute Detail hat einen symbolischen Hintergrund.

Das Wort Mandala stammt aus dem Sanskrit und steht für Kreis, um den sich alles dreht. Bildlich gesehen ist ein Mandala ein Schaubild, bestehend aus verschiedenen Formen, Figuren oder Wesen. Ein Mandala ist stets auf einen Mittelpunkt orientiert, von dem aus nach außen gearbeitet wird.

Was das Mandala in Friedberg bedeutet

„Das Mandala soll auf einzigartige Weise Mitgefühl und Harmonie in unseren Alltag bringen“, so Brülls bei der Eröffnungszeremonie. Es dient als visuelles Hilfsmittel, um durch die Darstellung von Göttern, Landschaften oder Zeichen komplexe religiöse Zusammenhänge verinnerlichen zu können. Die Symbolik zielt direkt auf das Unbewusste, sodass durch bestimmte Farben und Formen bestimmte Bereiche der Psyche angesprochen werden.

Der Kreis bedeutet innere Energie, Weltraum und Seele, Harmonie und Konzentration. Ein Dreieck steht für Vitalität und Wandlung. Auch jede Farbe besitzt ihre spezielle Bedeutung, zum Beispiel steht Weiß steht für Reinheit, Licht und Leere. Viele Mythen, Geschichten und Bilder fließen in den Aufbau des Mandalas ein und sollen den Besucher in der Archivgalerie als Anregung dienen, um über die Welt nachzudenken, Mitgefühl zu entwickeln und zu meditieren.

Im Mittelpunkt des Friedberger Sandbilds steht die Grüne Tara (wörtlich: „grüne Befreierin“), eine Meditationsform, die sich in fünf verschiedenen Farben und 21 Emanationen manifestieren kann. Sie ist ein weiblicher, friedvoller Buddha und verkörpert das aktive Mitgefühl aller Buddhas.

Abschlusszeremonie an der Friedberger Ach

Von entscheidender Bedeutung bei Sandmandalas ist das anschließende Wegwischen der in mühsamer Arbeit entstandenen Werke. Dabei sollen symbolisch die Vergänglichkeit des Lebens und das Ideal der Entbindung von der materiellen Welt vollzogen werden. In Friedberg findet diese Abschlusszeremonie kommenden Sonntag um 15 Uhr in der Archivgalerie und anschließend an der Ach statt. Durch das fließende Gewässer kann sich das Mandala in die Welt ausbreiten und so dem Wohl aller Lebewesen dienen.

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