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Schenkung

13.07.2016

Ein Stück Handwerksgeschichte kehrt  nach Friedberg heim

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2 Bilder
Museumsleiterin Alice Arnold-Becker zeigt Reinhold Gütebier (links) von der Firma Segmüller und Bürgermeister Roland Eichmann, wie früher eine Uhrmacherin das Räderschneidwerkzeug betätigt hat
Bild: Andreas Schmidt

Mit diesem Werkzeug hat ein Uhrmacherpaar in der Friedberger Zeit den Zahnrädchen die Zähne verpasst.

Es war in der Friedberger Zeit, dass ein Friedberger und seine Frau mit diesem Werkzeug Uhrenteile herstellten. So passte es wie angegossen zum historischen Altstadtfest, dass diese raren Stücke aus einem Landsberger Uhrmachernachlass jetzt nach Friedberg zurückgekehrt sind. So konnten die künftigen Museumsstücke am Stand von Uhrmacher Dieter Sanders vorgestellt werden. Die Firma Segmüller hat mit einer Schenkung den Ankauf des Werkzeugs für 7400 Euro ermöglicht. Sanders bestätigt, dass die seltenen Stücke dieses Geld wert sind: „So etwas ist kaum zu finden.“

Immer wieder weiter vererbt

Der Zufall hat mitgespielt, dass ein Stück Friedberger Handwerksgeschichte heimgekehrt ist. Eine Landsbergerin hatte dem Friedberger Museum eine Uhr zum Kauf angeboten. Weil diese nicht in Friedberg hergestellt worden ist, hätte diese aber nicht zu den Sammlungen im Schloss gepasst. Doch durch den Kontakt erfuhr die Friedberger Museumsleiterin Alice Arnold-Becker, dass die Landsbergerin eine Uhrmacherwitwe ist und über einen entsprechenden Nachlass verfügte. Generationen von Landsberger Uhrmachern hatten ihn immer wieder weitervererbt. Die ältesten Stücke hatte aber ihr Vorfahre aus Friedberg nach Landsberg gebracht.

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Über ihn weiß die Friedberger Museumsleiterin mittlerweile gut Bescheid: Der Friedberger Uhrmachermeister Johann Georg Löffler (1711–1780) hatte in Friedberg 1739 die Uhrmachertochter Maria Franziska Kornmann (1714–1769) geheiratet. Im Stadtmuseum Ingolstadt gibt es auch Gemälde von dem Uhrmacherpaar. Beide zogen dann nach Landsberg. Schon damals hatten sie höchstwahrscheinlich ein Teil der Werkzeuge im Gepäck, die jetzt dem städtischen Museum gehören. Am eindrucksvollsten sind die beiden Räderschneidwerkzeuge, die im 18. Jahrhundert in Augsburg hergestellt worden sind.

Es war eine Geduldsarbeit

Am Uhrmacherstand demonstrierte Alice Arnold-Becker, wie damit die Zähne in die Uhrzahnrädchen gefräst worden sind. Dafür „fiedelte“ die Museumsleiterin – sie bewegte das Werkzeug wie früher mit einem Fiedelbogen aus Fischbein. „Eine Geduldsarbeit“, wie Bürgermeister Roland Eichmann bei der Präsentation zu Recht feststellte. Deshalb hätten sie auch Uhrmacherinnen erledigt, erklärte die Museumsleiterin.

Zu dem Ankauf zählen acht historische Werkzeugstücke und eine neuere Friedberger Uhr aus dem 19. Jahrhundert. Voraussichtlich ab Mitte 2018 wird das Friedberger Museum auch mit diesem Werkzeug an die Blütezeit des Uhrmacherhandwerks in Friedberg erinnern. Schon in der Vergangenheit hatte die Firma Segmüller das Museum immer wieder mit Schenkungen unterstützt. Segmüller-Gesamtvertriebsleiter Reinhold Gütebier wies darauf hin, dass es die Familie Segmüller auch diesmal gerne ermöglicht hat, die Sammlung sinnvoll zu ergänzen.

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