Newsticker

Corona-Pandemie verschlechtert weltweite Ernährungslage
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Ein bisschen Hollywood in der Dasinger Prärie

Dasing

04.07.2010

Ein bisschen Hollywood in der Dasinger Prärie

Allein schon, um alle Indianer darzustellen, ist ein großer Stab an Schauspielern nötig. Hinzu kommen Soldaten, Siedler und ein großes Aufgebot an Pferden. Fotos: Fred Schöllhorn
3 Bilder
Allein schon, um alle Indianer darzustellen, ist ein großer Stab an Schauspielern nötig. Hinzu kommen Soldaten, Siedler und ein großes Aufgebot an Pferden. Fotos: Fred Schöllhorn

Intendant Fred Rai durfte bei den Karl-May-Festspielen in der Dasinger Western-City endlich mal den Guten spielen. Das kam an. Die bei der Premiere von Old Surehand wurde zum viel umjubelten Erfolg. Von Michael Seefelder

Dasing. Für Fred Rai ging am Samstagabend ein Traum in Erfüllung. Der Intendant der Karl-May-Festspiele in der Dasinger Western-City durfte bei der Premiere von Old Surehand endlich mal den Guten spielen. Etwas von der positiven Energie des singenden Cowboys Rai muss dann wohl auch auf die anderen Darsteller gewirkt haben. Denn die Aufführung des Karl-May-Klassikers wurde zum viel umjubelten Erfolg.

Ein bisschen nordamerikanische Prärie war schon vor Beginn der Inszenierung in der Show-Arena zu spüren. Heiße Temperaturen, ein malerisches Abendrot und der Geruch von gegrilltem Fleisch schufen die richtige Atmosphäre für eine Erzählung aus alter Zeit, vom Kampf des Guten gegen das Böse, von tapferen Männern und Frauen, Freundschaft und der Suche nach der eigenen Vergangenheit. Zunächst aber richteten sich alle Augen auf einen Star, der eigentlich eher unscheinbar als unnahbar und glamourös wirkte.

Marie Versini, die heute 69-jährige Darstellerin aus Winnetou Teil eins, wurde eigens mit einer riesigen Limousine zur Premiere nach Dasing gebracht. „Es ist mir ein Vergnügen, hier zu sein. Ich bin sehr froh, heute Old Surehand zu sehen. Toi, toi, toi “, sagte die zierliche Frau in flüssigem Deutsch und entbot den Gruß, den sie schon als Nscho-Tschi vor fast 50 Jahren an Lex Barker richtete. Nur wenige Augenblicke dauerte es, bis es zum ersten Mal richtig laut wurde. Schießereien, Explosionen, Soundeffekte - Regisseur Peter Görlach, der selbst Häuptling Apanatschka spielte, inszenierte das historische Abenteuer zeitweise wie einen actiongeladenen Hollywood-Film. Die Kampfszenen hat der Choreograf sorgfältig ausgetüftelt, sodass Slapstick-Elemente nicht ungewollt, sondern nur gezielt beim Wissenschaftler Dr. Eugenius Eugendorf, der von Mike Dientrich gespielt wurde, auftauchten. Als erklärendes Moment ist immer wieder die Stimme Fred Rais zu hören, der als Old Surehand in einer Rückblende die Geschichte vor Gericht erzählt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Beklatscht wurden auch die Auftritte von Angela Fürstin Fugger als Condesa Rodringanda und Max von Kienlin als General Douglas. Kienlin scheint die Rolle des Bösewichts wie auf den Leib geschneidert zu sein. Heroisch thront er auf seinem Pferd, immer bedacht, Winnetou und Old Surehand eins auszuwischen. Matthias M. wusste den weisen und friedfertigen Häuptling Winnetou glaubhaft und gekonnt zu verkörpern. Nicht umsonst gilt dies als seine Paraderolle.

Nach zwei spannungsgeladenen Teilen verneigten sich die Darsteller vor ihrem Publikum. Dabei stahl das Pferd „Spitzbub“ seinem Reiter Fred Rai die Show. Als dieser die Schlussworte zur Tribüne richten wollte, gähnte das Tier unablässig, was der Situation allen tragenden Ernst raubte. Der Intendant nahm’s gelassen, war er doch nicht weniger geschafft von dem Spektakel. Den Schlusspunkt setzten die Veranstalter mit einem Feuerwerk, mit dem der Geist Karl Mays beschworen wurde.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren