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Kultur

12.10.2017

Ein ganzer Tag rund um die Heimatgeschichte

Die Pfarrkirche St. Martin in Baindlkirch ist die einzige klassizistische Kirche im Landkreis. Im Rahmen der Tagung zur Konfessionsgeschichte findet dort eine Führung mit Heimatpfleger Hubert Raab statt.
Bild: Heike John

Zum Reformationsjubiläum widmet sich der Wittelsbacher Heimattag der Konfessionsgeschichte des Landkreises

Wer denkt, dass in Altbayern immer alles katholisch war, kann sich beim sechsten Wittelsbacher Heimattag am Samstag, 21. Oktober eines Besseren belehren lassen. Für das jährliche Treffen aller heimatkundlich Interessierten ist in diesem Jahr das Reformationsjubiläum Thema gebend. Dass der Glaube vor 500 Jahren auch im Landkreis Aichach-Friedberg im Umbruch war, machen Fachvorträge von Historikern deutlich.

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„Als wir begannen, zur Reformation einen lokalen Bezug zu den Gemeinden des Landkreises zu finden, waren wir doch erstaunt, wie viel es hier dazu gibt“, sagt Wolfgang Brandner. Seit anderthalb Jahren ist er Leiter der Kreis- und Heimatbücherei und als solcher auch für die Organisation des jährlich stattfindenden Heimattags zuständig. Die Themenwahl besprach er als Mitglied einer vierköpfigen Arbeitsgruppe mit den Kreisheimatpflegern Hubert Raab aus Friedberg und Michael Schmidberger aus Schiltberg sowie Georg Großhauser vom Landratsamt, zu dessen Fachbereichen die Kultur- und Heimatpflege gehört.

Stets ist das Gremium bemüht, neue Schwerpunkte und unterschiedliche Konstellationen zu erarbeiten. So waren zuletzt die Wittelsbacher und Wasserkraft Thema. Ein Bezug zu den epochalen Ereignissen des Jahres 1517 mag sich bei der ersten Betrachtung der Geschichte des immer altbayerischen Wittelsbacher Landes zunächst nicht unmittelbar aufdrängen. Der Heimattag ermöglicht es jedoch, genauer hinzusehen.

Ein ganzer Tag rund um die Heimatgeschichte

In Kurzvorträgen betrachten Referenten das historische Geschehen und stellen prägende Persönlichkeiten der Konfessionsgeschichte vor, deren Wurzeln im Landkreis liegen. Dazu zählen der in Friedberg geborene Balthasar Hubmaier, Caspar Huberinus aus Stotzard bei Aindling und Ignaz Lindl, der aus Baindlkirch, dem Tagungsort des Heimattags, stammt. Der letzte der fünf Fachvorträge geht auf das Nachwirken der Reformation bis in die Neuzeit ein. Hier stellen Vertreter der „Vereinigung vom gemeinsamen Leben“ und der Fokolar-Bewegung das Ökumenische Lebenszentrum Ottmaring vor und berichten aus der Geschichte dieser Siedlung. Im Anschluss an die Vorträge über Täufer und lutherische Theologen ist eine Kirchenführung vorgesehen. „Schließlich ist die Pfarrkirche St. Martin in Baindlkirch die einzige klassizistische Kirche im Landkreis“, betont Brandner.

Ein Teil der Vorträge soll im Jahrbuch „Altbayern in Schwaben“ publiziert werden. „Bei unseren jährlichen Veranstaltungen haben wir ein großes Stammpublikum von Menschen, die in der Forschung sind oder sich aktiv in Gemeindearchiven, Museen oder historischen Vereinen und Arbeitskreisen einbringen“, erklärt Brandner. Sich kennenzulernen und zu unterstützen und somit ein Netzwerk der Historiker im Landkreis aufzubauen war die Intention, als 2012 der erste Heimattag durchgeführt wurde. Viele Tagungsbesucher gehen in der Kreis- und Heimatbücherei im Kreisgut am Plattenberg in Aichach regelmäßig ein und aus. „Das ist heuer ein sehr anspruchsvolles Thema und ich bin positiv überrascht, dass sich auch viele Laien zur Tagung angemeldet haben“, freut sich Brandner.

Der Eintritt zum Heimattag am Samstag, 21. Oktober, 9.30 bis 15.30, ist frei. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, Anmeldung unbedingt erforderlich unter 08251/92-4870. Tagungsort ist der Gasthof Giggenbach in der Rettenbachstraße in Baindlkirch.

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