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Ein guter Start für den neuen Friedberger Stadtrat

Ein guter Start für den neuen Friedberger Stadtrat
Kommentar Von Ute Krogull
08.05.2020

Die Räte vermieden in der konstituierenden Sitzung bewusst Angriffe. Dass Eichmanns stärkste Kritikerin nun seine Stellvertreterin ist, könnte spannend werden.

Exakt 72,89 Euro beträgt das Sitzungsgeld der Friedberger Stadträte (zusätzlich zu einer Monatspauschale von 231,55 Euro) – das war oft hart erarbeitetes Geld. Die Sitzungen zogen sich in die Länge, drehten sich im Kreis – und am Ende waren alle frustriert. Der Stadtrat hat in den vergangenen sechs Jahren viel Positives für Friedberg bewirkt: Schloss, Bauprojekte, Kinderbetreuung... Aber die Stimmung wurde immer schlechter.

Nun, mit 14 neuen Köpfen, die frischen Wind mitbringen, ist von allen Seiten der Wunsch nach einem Neuanfang zu hören: mehr Miteinander der Fraktionen, engeres Verhältnis zur Verwaltung, konstruktive Auseinandersetzung.

Die Stadträte vermieden bewusst Angriffe

Die konstituierende Sitzung war dafür ein guter Start. Obwohl unter erschwerten Umständen in der Max-Kreitmayr-Halle, herrschte eine gute Atmosphäre, die Redebeiträge – wenn auch kontrovers – vermieden bewusst Angriffe, alle Seiten waren sichtlich bemüht. Die Top-Ergebnisse für Richard Scharold als 2. Bürgermeister und Claudia Eser-Schuberth als 3. Bürgermeisterin sowie Wolfgang Schuß als Finanzreferent lassen auf die gute Zusammenarbeit hoffen, die Bürgermeister Roland Eichmann in seiner kurzen Eröffnungsrede ansprach.

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Auch der Verzicht von Ulrike Sasse-Feile auf eine Kampfabstimmung ist ein beachtliches Signal in diese Richtung. Viele Politiker wünschen sich mehr Transparenz – dem wird Eichmann Rechnung tragen und seine Ungeduld zügeln müssen, so verständlich sie manchmal auch sein mag. Gleichzeitig liegt es am Stadtrat, nicht alles zu zerreden und seine Kritik rechtzeitig einzubringen, nicht wenn ein Projekt schon „durch“ ist.

Wie geht es politisch in Friedberg weiter?

Auch das Bürgermeister-Team, wird sich erst zusammenraufen müssen. Eichmanns schärfste Kritikerin ist nun seine Stellvertreterin, das kann spannend werden. Doch auffällig ist, dass Friedberg – wie der Landkreis mit den Landratsstellvertretern – in schwierigen Zeiten auf ein breites politisches Spektrum an der Spitze setzt. Das ist der erste Schritt hin zu neuem Miteinander. Es wird sicher wieder Auseinandersetzungen geben.

Dass CSU und Grüne, teils mit Freien Wählern, gemeinsam die Muskeln spielen lassen, war bereits spürbar. Trotzdem: Es kann nur besser werden, wenn alte Muster aufgebrochen werden.

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