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Ried

08.12.2010

Ein weiblicher Feldwebel und eine kleine Lüge

Der Pfarrer (Mitte) überrascht die beiden Brautwerber (von links) Paul und Peter. Vroni und Loni (rechts) erklären sich. "Da Hausdracha", geboten von den Theaterfreunden Ried, nimmt ein gutes Ende. Foto: Manuela Rieger
Bild: Manuela Rieger

Fulminant, laut und recht streitsüchtig - so beginnt das neue Theaterstück "Da Hausdracha" der Theaterfreunde Ried. Von Manuela Rieger

Ried. Fulminant, laut und recht streitsüchtig - so beginnt das neue Theaterstück "Da Hausdracha" der Theaterfreunde Ried. Die Bühnentochter Vroni Lehnhofer (Julia Gasser) und die Magd Loni (Daniela Erhard) decken singend den Mittagstisch und Knecht Hias (Leonhard Ludwig) lamentiert über sein Dasein. Als dann Renate Wagner alias Kreszentia Lehnhofer, mit einem zornigen Blick die Bühne betritt, ist der Besucher schon mittendrin in der bayerischen Welt des Rieder Theaters, das am Wochenende eine rauschende Premiere hinlegte.

Das Lustspiel in drei Akten von Schorsch Leitner hat alles, was sich der Theaterfreund von einem Klassiker vorstellt: Ein weiblicher Feldwebel, der mit strengen Regiment Haus und Hof führt, ein anfänglich unterdrückter Hausherr mit später Erkenntnis, vier Verliebte, ein Verschmähter und ein Pfarrer, der (fast) alles im Griff hat und ein Knecht zwischen den Fronten.

Eigentlich könnte Lippl Lehnhofer (Alois Bachmann) und Kreszentia ein ruhiges und beschauliches Leben führen. Doch die liebe Gattin ist alles andere als eine zahme Ehefrau. Zudem sucht sie einen würdigen Ehemann für Tochter Vroni, was den allgemeinen Frieden nicht fördert. Im Mittelpunkt steht der malträtierte Lippl, der im Laufe seiner Ehe zum Gespött des Dorfes wurde und die beiden Brautwerber Peter (Markus Nimführ) und der poetisch veranlagte Paul, gespielt von Patrick Klotz. Dem Wunschhochzeiter Xaver Oberlechner, in dieser Rolle Florian Schwarzenbrunner, zeigt Vroni die kalte Schulter. Ein lustiges und listiges Intrigenspiel mit leiser Erpressung, Liebe und Eifersucht - und ein turbulentes und spannendes Theaterstück, in dem die Lachmuskeln der Zuschauer strapaziert werden.

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Das gehört sich so für ein typisches Mundarttheater, das neben glaubwürdig besetzten und auch gut gespielten Rollen, vor allem vom bayerischen Wortwitz lebt - der zwar durchaus deftig ist, aber nur selten derb. Ein pointenreiches Feuerwerk, die neun Protagonisten spielten auf gleicher Augenhöhe. "Das Stück lebt neben den Dialogen vor allem von der Besetzung der Rollen und vielen helfenden Händen", verrät Regisseur und Mime Franz Wasmeier, der sich nach einem mit Bravorufen belohnten Premierenabend imaginäre Schweißtropfen von der Stirn wischt.

Ob das alte Sprichwort "Es wird alles gut" am Ende zum Tragen kommt, wird sich zeigen: Das Theaterstück "Da Hausdracha" wird am kommenden Freitag und Samstag jeweils ab 20 Uhr und am Sonntag ab 19.30 Uhr aufgeführt.

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