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Mobilität

14.09.2012

Ein weiter Weg bis zum Umstieg aufs Fahrrad

Vor allem innerorts gibt es noch viel zu tun, damit die Vorgaben des Verkehrsplans 2020 erfüllt werden

Friedberg Im Wittelsbacher Land sind in den letzten Jahren viele Radwege eröffnet und ausgebaut worden. Doch Radfahrer, die dort unterwegs sind, sehen weiteren Verbesserungsbedarf. So auch Stefan Maisburger, der auf Radwegen im Landkreis oft kilometerlange Umwege im Vergleich zum Auto auf sich nehmen muss.

Solche Defizite soll der neue nationale Radverkehrsplan 2020 beseitigen, den die Bundesregierung jetzt beschlossen hat. Allerdings wurden die Gelder für die Umsetzung stark gekürzt. „Ein Widerspruch in sich“, meint Stefan Kratzer vom Meringer Radsportclub. Ohne mehr Mittel sieht auch Jànos Korda vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) schwarz für das Vorhaben: „Wenn kein Geld in die Hand genommen wird, kann das ja nichts werden!“

Dabei sehen Radler durchaus Handlungsbedarf auch im Raum Friedberg. Als lückenhaft empfinden sie dort bislang das Radwegnetz. „Das Straßenkonzept innerorts passt nicht“, sagt Annemarie Rutterschmidt, die häufig radelt. Speziell auf viel befahrenen Straßen könne es eng werden, wenn Autos entgegenkommen. Das Kopfsteinpflaster in der Innenstadt ist aus ihrer Sicht „unerträglich“.

Auch die Friedbergerin Claudia Rieß, die sich beim ADFC engagiert, weist auf problematische Stellen im Friedberger Zentrum hin. Zu den Gefahrenzonen, die aus ihrer Sicht entschärft werden müssten, zählt die Einmündung der Bahnhofstraße an der Münchner Straße. Rechts abbiegende Autofahrer missachteten häufig die Vorfahrt von geradeaus fahrenden Radlern. Monika Brassat aus Wulfertshausen ist mit manchen Strecken unzufrieden. Radwege seien häufig unterbrochen, sodass man die Straßenseite wechseln müsse.

Aber auch innovative Konzepte könnten laut Christian Brenner vom Bayerischen Radsportverband Schwaben den Umstieg auf das Radl erleichtern. Zu solchen Ideen zählen mobile Reparaturservices, Luftpumpstationen am Wegrand oder Radverleihsysteme. Ob dies in ländlichen Gegenden genügend in Anspruch genommen wird, zweifeln örtliche Experten aber an.

Doch ein Ausbau des Radwegnetzes sowie neue Ideen allein führen nicht zwingend zu einer höheren Radlerzahl. Dies räumt Lehrer Thomas Rebitzer ein, der seit zwölf Jahren an jedem Schultag von Merching nach Friedberg mit dem Rad pendelt. Entscheidend ist aus seiner Sicht die Motivation zum Radfahren. Längerfristig könnte die Frage Rad oder Auto auch durch Geldbeutel entschieden werden. „Irgendwann werden sich viele das Autofahren nicht mehr leisten können“, sagt Jànos Korda vom Fahrrad-Club voraus.

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