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05.06.2009

Eine Atmosphäre, die Künstler beflügelt

Friedberg (FA) - Der "Friedberger Musiksommer" hat sich beim Publikum zu einem Markenzeichen entwickelt, das zeigt das rege Interesse. Und auch Musiker und Sänger finden hier eine interessante Bühne. So werden auch heuer speziell für dieses Festival neue Arrangements geschrieben. Besonders engagiert ist Pianist Tal Balshai, der sowohl für das Jazzkonzert als auch für den Auftritt von Angela Denoke am 11. Juli einige Stücke neu bearbeitet hat. Wir sprachen mit ihm über seine Vorbereitungen:

Seit einigen Jahren arrangieren Sie für den Friedberger Musiksommer immer wieder einiges neu. Was dürfen wir dieses Jahr beim Jazzkonzert erwarten?

Balshai: Wir suchen immer eine neue Seite des Jazz, die wir dem Friedberger Publikum vorstellen möchten, und dieses Jahr ist es der Big-Band-Sound der späten 50er und frühen 60er Jahre in New-York. Die Musik entwickelte sich um den Trompeter Miles Davis und bekam schnell auch den Titel "Cool Jazz", eine wichtige Figur in dem Musikerkreis um Davis war der Arrangeur und Komponist Gil Evans. Die Zusammenarbeit der beiden Musiker ist auf mehreren berühmten Aufnahmen zu hören. Einige Stücke aus dieser Zusammenarbeit werden wir in Friedberg spielen. Das ist eine ganz andere Klangwelt als die Welt von Duke Ellington, die wir letztes Jahr in Friedberg gespielt haben. Die Harmonien und Melodien sind offener, die Instrumentierung ist interessant, eine Tuba ist dabei, Waldhorn und zum ersten Mal in unseren Jazz-Konzerten eine Gitarre.

Vor einigen Jahren haben Sie mit Angela Denoke ja auch eine Jazz-Premiere in Friedberg gefeiert und anschließend weitere Konzerte gegeben. Heuer arrangieren Sie eigens für Angela Denoke Lieder von Friedrich Hollaender für das Konzert am Samstagabend - wie haben Sie zueinandergefunden und warum gerade dieses Genre für eine Opernsängerin?

Eine Atmosphäre, die Künstler beflügelt

Balshai: Die Zusammenarbeit mit Angela Denoke geht auf eine Anregung von Karl-Heinz Steffens zurück. Er hat mich in Berlin angerufen und gesagt: "Du musst mit Angela Denoke was machen. Sie ist einfach genial." Und er hatte Recht! Wir spielen zusammen schon seit drei Jahren und haben viele Lieder durchprobiert und durchgespielt, bis wir ein Repertoire für ein Abendprogramm zusammenhatten. Wir wollten für Friedberg etwas Besonderes machen und werden Lieder von Friedrich Hollaender spielen, wie "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre" und andere wunderschöne Lieder aus den 30er Jahren. Es sind zum großen Teil Lieder, die Marlene Dietrich berühmt gemacht haben. Angela Denoke hat eine ganz andere Stimme als die Sängerin/Schauspielerin Dietrich und diese Lieder gewinnen auf einmal eine ganz elegante, edle Note, die man in diesen Liedern selten hört.

Haben Sie alle Noten schon geschrieben? Das klingt ja nach jeder Menge Arbeit ...

Balshai: Nein. Nicht alle Noten sind geschrieben … deswegen machen wir's bitte kurz!

Sie waren nun schon so häufig in Friedberg - was ist das Besondere an diesem Festival?

Balshai: Der Friedberger Musiksommer bedeutet für mich die Annäherung an den Ursprung, ein Musiker zu sein. Genau in einer solchen Atmosphäre wie in Friedberg kann gute Musik entstehen. Die menschliche und freundliche Stimmung, die überall herrscht in diesen Tagen, die beflügelt uns Musiker, unser Bestes zu geben. Schon jetzt bei der Vorbereitung denke ich daran und ich freue mich auf die Woche in Friedberg.

Was wünschen Sie sich für das diesjährige Festival?

Balshai: Dass es so bleibt, wie es immer war. Ein Festival, in dem freundliche Menschen miteinander gute Musik erleben können. Mehr kann man sich nicht wünschen.

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