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19.03.2009

Eine Außenseiterin aus Köln bestückt Bahnhofskreisel

Friedberg Der eine Stadtrat meint in den Linien ein Herz erkannt zu haben, der andere Flügel. Die filigrane Edelstahlskulptur, die künftig auf dem Friedberger Bahnhofsvorplatz stehen soll, lässt viele Deutungen offen. Noch gibt es dieses Werk aus der Serie "Überlagerungen" der Kölner Künstlerin Barbara Szüts nur als Entwurf. Doch er wurde nun beim städtischen Ideenwettbewerb mit dem ersten Preis gekürt und soll damit möglichst noch in diesem Jahr Wirklichkeit werden.

Die Konkurrenz war groß. Der Kulturausschuss hatte die Qual der Wahl unter 20 Ideen - vorgelegt von Friedberger Künstlern, Gestaltern, Architekten und Mitwirkenden am Friedberger Skulpturenpfad. Mit dabei waren viele, die aus der regionalen Kunstszene bekannt sind. Der Namen der späteren Siegerin Barbara Szüts wird den Jurymitgliedern hingegen nicht geläufig gewesen sein. Dennoch darf sich die Außenseiterin über den mit 1500 Euro dotierten ersten Preis freuen. Weil sie damit nicht gerechnet hatte, war ihre Freude umso größer.

Leicht und einladend am Eingangstor der Stadt

Auf Vermittlung einer Kölner Galeristin ist Barbara Szüts erst neu zum Kreis der Skulpturenpfad-Künstler dazugestoßen. Bei einem Friedberg-Besuch hat sie sich Anfang dieses Jahres den Bahnhofsvorplatz mit dem Kreisverkehr genau angeschaut. Aus ihrer Sicht ist es nicht einfach, diesen etwas schrägen Platz zu gestalten. Doch als positiv empfindet die Kölnerin, dass viel Himmel zu sehen ist: "Nach oben hin ist alles offen."

Eine Außenseiterin aus Köln bestückt Bahnhofskreisel

Ein Fixpunkt für die Augen soll künftig die vier Meter hohe Skulptur inmitten des Kreisverkehrs werden. Bürgermeister Dr. Peter Bergmair begründete, warum die Wahl des Kulturausschusses auf das noch namenlose Werk fiel. Es wirkt demnach leicht und einladend am Eingangstor der Stadt. Gut sei auch die ungewöhnliche, nicht alltägliche Gestaltung angekommen. Verblüffend an dieser "Überlagerung" ist, wie räumlich sie wirkt, obwohl es in Wirklichkeit ein flaches Werk ist. Doch als Linie werde es nur sichtbar, wenn man sich bewusst an die Kante stelle, erklärt die Künstlerin. Normalerweise sei man an dem Kreisverkehr aber in Bewegung.

Die anstehende Prüfung auf Umsetzbarkeit und Statik hin dürfte nur noch Formsache sein. Bis zu 32 000 Euro liegen bereit, um das prämierte Werk auszuführen und aufzustellen. Ebenfalls ausgezeichnet wurden die zweit- und drittplatzierten Arbeiten mit 1000 bzw. 500 Euro.

2. Platz Der "Visionär auf der Stecknadel - Big Point" des Friedbergers Wolfgang Auer wurde Zweiter. Die farbenfrohe Riesenstecknadel fiel durch ihren Witz aus dem Rahmen.

3. Platz Herbert Dlouhy wollte mit farbigen Edelstahlplatten ein "Stadtzeichen" setzen. Die Jury bescheinigte dieser Arbeit Lebendigkeit, Schwung und Bewegung.

Alle Entwürfe für den Bahnhofsvorplatz sind ab der kommenden Woche im Museum im Friedberger Schloss ausgestellt. Damit will Bürgermeister Bergmair ein Zeichen für Transparenz setzen und sich gleichzeitig bei den Beteiligten bedanken.

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