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Confed Cup

19.06.2017

Eine Bühne, auf der man sich empfehlen kann

Die Fußballtrainer aus der Region glauben, dass der Confed Cup eine Chance für Spieler aus der zweiten Reihe ist, sich zu präsentieren. Auch Stürmer Sandro Wagner gehört dazu.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Die Fußballtrainer aus der Region sehen die WM-Generalprobe sportlich als Chance für die jungen Akteure.

Seit Samstag läuft er also, der Confed Cup 2017, die Generalprobe für die Fußball-Weltmeisterschaft im nächsten Jahr in Russland. Nach Gastgeber Russland (2:0 gegen Neuseeland), Portugal (2:2 gegen Mexiko) sowie Geheimtipp Chile gegen Kamerun greift nun also Montag am späten Nachmittag die deutsche Nationalmannschaft ins Geschehen ein. In Sotschi, der Olympiastadt von 2014, hat es die Truppe von Bundestrainer Jogi Löw mit Australien zu tun. Weitere Spiele der deutschen Auswahl folgen am Donnerstag in Kasan gegen Chile und am Sonntag wieder in Sotschi gegen Kamerun. Dann steht fest, ob es die junge Mannschaft ins Halbfinale, das am Mittwoch beginnt, geschafft hat.

Wir wollten von ein paar Fußballtrainern aus der Region wissen, was sie denn vom oft so kritisierten Turnier halten und ob und wie sie das Geschehen verfolgen.

Den sportlichen Wert des Turniers schätzt Stätzlings Trainer Alex Bartl als nicht so hoch ein, allerdings sieht der 38-Jährige das Turnier durchaus auch als Chance für Trainer und so manchen Spieler. „Jogi Löw kann die Akteure, die in der zweiten Reihe stehen, sichten und bewerten. Und wer weiß, vielleicht packt einer ja den Sprung in den WM-Kader – aber ich glaube nicht, dass sich allzu viele der jungen Akteure, die nun in Russland dabei sind, nächstes Jahr im Kader wiederfinden werden“, meinte Bartl. Der ein oder andere, so wie vielleicht Stürmer Sandro Wagner, könnte es eventuell packen, glaubt der FCS-Trainer.

„Noch ist die Tür offen, auch wenn nicht viele Plätze zu vergeben sein werden“, sagt Bartl. Was die politische Bedeutung des Turniers betrifft, meinte Bartl: „Das ist schwer zu beurteilen. Das fing ja schon mit der Doppelvergabe der WM nach Russland und Katar an – diese Entscheidung der Fifa war ja damals schon nicht nachvollziehbar.“ Es könnte ja zudem der letzte Confed Cup sein, denn Bartl glaubt, dass es schwer werden dürfte, vor der WM in Katar ein solches Turnier durchzuziehen – zumal das wie die WM selbst ja auch im Winter ausgetragen werden müsste.

Bartl selbst wird sicher das ein oder andere Spiel anschauen, aber sicher nicht alle. „Wir stecken ja selber mitten in der Vorbereitung und sind selber grade in Sachen Grundlagen- und Ausdauertraining unterwegs“, meint Bartl.

Das Interesse von Vincent Aumiller, Spielertrainer des Kreisligisten BC Rinnenthal, am Confed Cup hält sich in Grenzen. „Wenn es die Zeit zulässt, schau ich mir die Spiele an, aber ich werde deswegen nichts verschieben“, sagt der 31-Jährige. Den ursprünglichen Sinn, den Ablauf der Weltmeisterschaft ein Jahr zuvor zu testen, hält er für überholt. „Das läuft heutzutage alle so hochprofessionell, die Fifa braucht keinen Testlauf mehr.“ Vom spielerischen her befürwortet er das Vorgehen des Bundestrainers aber.

„Im Hinblick auf einen möglichen Einsatz bei der WM ist es gut, die jüngeren Akteure zu testen.“ Russland als Austragungsort hält er für „beunruhigend“ und die Entwicklung im Profi-Fußball gibt ihm zu denken. „Da spielen sich üble Dinge ab, von denen wir teilweise wohl gar nichts wissen.“ Im Hinblick auf die Vergabe sagt BCR-Trainer Aumiller: „Ich finde es schade, dass dabei so viel sportpolitisches eine Rolle spielt.“

Ali Dabestani, 37, der ab dieser Saison den TSV Friedberg trainieren wird, sieht den Confed Cup durchaus positiv. „Die Spiele, vor allem die der deutschen Nationalmannschaft, werde ich mir auf jeden Fall anschauen und ich denke, dass die sportlich auch eine gewisse Aussagekraft haben“, meinte der ehemalige Vollblutstürmer.

Gerade für eine so junge Mannschaft wie die deutsche böte das Turnier eine Bühne „auf der man sich durchaus für den WM-Kader empfehlen kann“, so Dabestani. „Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, schon mal in das Gastgeberland reinzuschnuppern.“ Zudem traut er dem deutschen Team einiges zu: „Ich denke, Deutschland und Chile sind die Favoriten.“ Und was die politische Lage in Russland betrifft, ist Ali Dabestani ein Pragmatiker. „Die Lage dort ist sicher schwierig – aber wo in der Welt ist die politische Lage denn gerade einfach?“, fragt er. Wird es auf absehbare Zeit der letzte Confed Cup sein? „Das weiß ich nicht, ich würde sagen, schaun mehr mal, wie sich alles in den nächsten Jahren entwickelt“, meint Dabestani.

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