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Kissinger Neujahrsempfang

11.01.2016

Eine Ehrung für den Helferkreis

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Für den Asylhelferkreis nahm Matthias Hamann (rechts) den Kissinger Ehrenteller von Bürgermeister Manfred Wolf entgegen.
Bild: Peter Stöbich

Die Gemeinde würdigt den unentgeltlichen Einsatz zugunsten der Asylbewerber. Für Pfarrer Alfredo Quintero gab es eine Premiere

Auch im neuen Jahr beschäftigt die Flüchtlingsproblematik weiter die Kommunen in unserem Landkreis. Bürgermeister Manfred Wolf griff das Thema beim Neujahrsempfang der Gemeinde Kissing in der Paartalhalle auf und sagte: „Die Menschen, die schon bei uns wohnen oder noch zu uns kommen, können nichts dafür, was in Frankreich oder Köln passiert ist!“ Darum dürfe man sie nicht in Sippenhaft nehmen, sondern müsse sich aktiv um Prävention kümmern. Dass es in Kissing bisher keinerlei Probleme mit Asylbewerbern gibt, dafür sorge unter anderem ein rund 50 Bürger umfassender Helferkreis. Stellvertretend überreichte Wolf den Kissinger Ehrenteller Matthias Hamann, der sich gegen eine pauschale Verurteilung aller Asylsuchenden wandte.

Es gelte, Distanzen zwischen den Menschen zu überwinden und Brücken in alle Richtungen zu bauen, so der neue Pfarrer Alfredo Quintero. Seine Ansprache hielt der sympathische Geistliche aus Kolumbien in bestem Deutsch. Für ihn war es der erste Neujahrsempfang, denn nach Kaplan-Stellen in den katholischen Pfarreien Mering und Lechrain ist er erst seit September in Kissing und hat sich dort mittlerweile gut eingelebt. Deutsche Kultur und Mentalität sind ihm nicht fremd: Von 2003 bis 2005 arbeitete er unter anderem in Wuppertal und betreute eine italienische Missionsgemeinde.

Nach seinem Abitur studierte er Philosophie in seiner kolumbianischen Heimatdiözese Ocana und schloss vier Jahre Theologie in Pamplona an. Gleichzeitig absolvierte er ein Fernstudium für Philosophie und Religionswissenschaften an der Universität Tomas de Aquino in Bogotá. Mit 26 Jahren wurde er schließlich zum Priester geweiht. Mit Unterbrechungen lebte er mehr als zehn Jahre in Rom, lehrte dort als Assistent in Seminaren an der Gregorianischen Universität, wo er auch das Lizenziat in Dogmatik erwarb.

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„Wo liegt Mering?“, fragte Quintero humorvoll und hielt einen warmherzigen Appell für Toleranz und Verständnis. Denn in den Medien finde oft nur Negatives Beachtung, „das Gute aber macht keine Schlagzeilen“. Der ebenfalls zum Empfang mit einladende evangelische Pfarrer Steffen Schubert musste sich kurzfristig wegen einer unangenehmen Erkrankung vertreten lassen; für ihn verlas Hans-Jürgen Pflügel die Rede und ergänzte selbst noch einige Worte.

Der Bürgermeister wiederum vergaß aber in seiner Ansprache nicht, alles Positive aufzuzählen, was seine Heimatgemeinde zu bieten hat: rührige Vereine und ehrenamtliche Helfer, eine freundliche Verwaltung und einen tollen Gemeinderat, sodass laut einer Zeitungsumfrage die meisten Bürger mit der Lebensqualität zufrieden seien.

„Wer in Vereinen und im Sport verwurzelt ist, kommt auf keine dummen Gedanken“, stellte Wolf fest. Auch die zahlreichen Leistungen der Gemeinde würdigte er und wies unter anderem auf Millionen-Investitionen für Kindertagesstätten und Schulen hin sowie auf die Schaffung von Baugebieten und die unermüdlichen Bemühungen um eine Ortsumfahrung.

Nach dem offiziellen Teil sorgte das Duo „Tom & Flo“ mit alten Hits für entspannte Stimmung in der Paartalhalle, wo die Vertreter von Nachbargemeinden, Schulen, örtlichen Vereinen und Unternehmen in geselliger Runde ihre Gedanken und Pläne fürs neue Jahr austauschen konnten.

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