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Gemeinderat

25.02.2015

Eine Spielothek erhitzt die Gemüter

Der Brackenhof in Lindl bei Dasing war ein Diskussionspunkt bei der jüngsten Gemeinderatssitzung.

In Dasing wird ein Neubau auf dem Brackenhof heftig diskutiert. Nicht nur die Höhe des Hotels mit anschließendem Casino löst Bedenken aus, es geht auch um den Ruf

Dasing Soll es in Dasing eine weitere Spielothek auf dem Grundstück des Brackenhofs geben? Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigte sich der Gemeinderat. In der Sitzung meldete sich sogar der mögliche Investor zu Wort. Das Projekt löst unterschiedliche Reaktionen aus.

Streitobjekt ist der geplante Neubau eines Boardinghotels mit Bistro und angrenzender Spielhalle auf dem verfallenen Anwesen in der Laimeringer Straße. Außerdem soll ein Einzelhandelsgeschäft auf dem Gelände entstehen. Bauamtsleiter Karl Gamperl stellte die verschiedenen Entwürfe vor, wobei schnell klar wurde, dass die geplante Höhe problematisch ist. Im ursprünglichen Entwurf wäre das Hotel mit fünf Stockwerken fast 20 Meter hoch. Das wurde mehrheitlich abgelehnt. „Das ist zu gewaltig und ein Wahnsinn. Das würde das Ortsbild zerstören“, brachte Johannes Ankner ( Freie Wähler) die vorherrschende Meinung zum Ausdruck. Nach langer Diskussion beschloss das Gremium eine Änderung des Bebauungsplans mit knapper Mehrheit. Statt der bisher zulässigen zwölf Meter, sollen Bauvorhaben nun bis zu einer Höhe von 12,8 Meter zulässig sein.

Der strittige Punkt für die Entscheidung war das Casino. Im Bebauungsplan sind Vergnügungsstätten grundsätzlich verboten. Der Investor war unter den Zuhörern und appellierte an die Gemeinderäte, eine schnelle Entscheidung zu fällen. Martin Menzinger (Aktive) sprach sich für eine Nutzung des Brackenhofs aus: „Es sollte etwas passieren. Ich habe keine Bedenken, auch weil nicht in einer Wohnsiedlung gebaut wird.“ Ähnlich sah dies auch Parteikollege Ulrich Gail: „Es wäre gut, wenn die Bauruine endlich wegkommt. Grundsätzlich bin ich dafür, den Investor zu unterstützen.“ Das geplante Casino soll in etwa 150 Quadratmeter groß sein. Zuspruch erhielt die Idee, die Größe der Spielothek auf diese Zahl zu begrenzen. Gamperl machte jedoch klar, dass das nicht möglich sei. Lediglich die Anzahl der Etagen könne festgelegt werden.

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Entschieden gegen das Projekt sprach sich die Zweite Bürgermeisterin Anne Glas (Aktive) aus: „Wir müssen den Ruf des Ortes stärken und dürfen ihn nicht zu einem ,Klein Las Vegas’ verkommen lassen. Ein Konzept ohne Spielcasino wäre gut.“ Bürgermeister Erich Nagl (Freie Wähler) erklärte, dass der Investor nur mit Spielothek bauen möchte. Ansonsten ziehe er sich zurück. Johann Kügle (CSU) sprach sich ebenso gegen ein Casino aus: „Wir brauchen das nicht. Aber wir müssen jetzt eine Entscheidung fällen. Dann weiß jeder, wo er steht.“ Und das taten die Gemeinderäte: Mit knapper Mehrheit von neun zu sieben Stimmen wurde der Antrag auf eine Ausnahmeregelung abgelehnt. Das Projekt dürfte damit vorerst gestorben sein. Der Investor verlies enttäuscht den Saal.

Baugebiet Bachstraße Einstimmig beschloss der Gemeinderat, im Westen ein neues Wohnbaugebiet zu planen. Christoph Roider vom Ingenieurbüro Steinbacher legte mehrere Vorschläge vor. Diese werden in der nächsten Sitzung besprochen. Insgesamt könnten bis zu 34 neue Grundstücke entstehen.

Rücktritt Ratsmitglied Lorenz Bayr (Aktive) teilte aus gesundheitlichen Gründen seinen Austritt aus dem Gremium schriftlich mit. In der nächsten Sitzung soll ein Nachfolger bestimmt werden.

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