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Fundsachen

06.11.2017

Eins, zwei, drei – verkauft

Hans-Jürgen Trinkl vom Bürgerbüro bringt die Schätze der städtischen Fundstelle unter den Hammer.
Bild: Moritz Weiberg

Bei der Versteigerung im Friedberger Bauhof lassen sich gute Geschäfte machen

Wer auf die Schnelle noch ein günstiges Fahrrad, einen Rucksacke, Schuhe, ja sogar Schmuck oder Smartphones ergattern will, ist hier genau richtig: Rund 50 Interessenten lockt die Versteigerung am Samstagmorgen in den Bauhof an der Stefanstraße, wo Hans-Jürgen Trinkl die Schätze der städtischen Fundstelle unter den Hammer bringt. Zweimal im Jahr wird so der Leiter des Bürgerbüros im Friedberger Rathaus zum Auktionator.

Doch wo kommen die Gegenstände her? Das kann beispielsweise ein Fahrrad sein, das irgendwo in der Stadt auftaucht. Wenn es dann nach mehreren Tagen nicht wieder verschwindet, wird das Fahrrad einkassiert „Und was ist, wenn ich hier was kaufe und später taucht der Besitzer auf?“, fragt ein Käufer. Auktionator Trinkl kann ihn beruhigen: „Wenn Sie heute den Zuschlag bekommen, gehört das Fahrrad Ihnen.“ Schließlich haben die Besitzer ein halbes Jahr Zeit, um sich zu melden, bevor ein Fundstück zur Versteigerung freigegeben wird.

Das Prinzip ist denkbar einfach: Trinkl nennt einen Einstiegspreis. Meistens ist das ein Euro, bei hochwertigeren Gegenständen sind es auch mal 20 Euro. Dann bieten die Interessenten in Schritten nach oben. Nach jedem Gebot wartet der Auktionator, ob ein neues Angebot kommt. Falls nicht, zählt Trinkl bis drei, dann ist die Ware verkauft. Unter den Rädern befinden sich echte Schmuckstücke. Ein Rennrad der Marke „Bianchi“ ist darunter, es wird am Ende für sechzig Euro versteigert. Auch ein iPhone 6 wurde dieses Jahr bei der Behörde abgegeben, am Ende wechselt es für 26 Euro den Besitzer.

Die Reichweite der Angebote ist sehr breit. Manche Gegenstände werden am Ende für einen Euro versteigert, andere kosten da schon deutlich mehr. „Es ist sehr schwierig abzuschätzen, für wie viel die Gegenstände am Ende weggehen“, weiß Trinkl. Oft entwickle sich eine eigene Dynamik. Was er damit meint, zeigt sich, als Trinkl ein fast neues Damenrad auf das Podest hebt. Das erste Gebot startet bei 20 Euro, zwei Interessenten überbieten sich gegenseitig, am Ende kostet das Rad 45 Euro.

Viele Teilnehmer kaufen gleich mehrere Räder, um sie dann umzubauen. Matthias Sponer-Rösch ersteigert ein altes Rad mit großem Rahmen. In diesen Rahmen will er eine Holzkiste einbauen, die dann nächstes Jahr am Hans-Böller-Lauf mit Schnaps bestückt werden soll. „Als Belohnung, wenn wir im Ziel sind“, sagt Sponer-Rösch lachend. Er ersteigert auch noch ein altes Rennrad von „Bianchi“: „Davon bleibt nur der Rahmen übrig. Den Rest baut er aus und erneuert das Rad. „Ich werde circa 100 Euro reinstecken müssen, damit ich damit fahren kann.“ Das Rad war sehr billig, sechs Euro musste Matthias Sponer-Rösch dafür auf den Tisch legen. Am Ende der Veranstaltung verlassen viele Menschen mit glücklichem Gesichtsausdruck den Bauhof. Und für alle, die kein Fahrrad ersteigern konnten, gibt es nächstes Frühjahr ja schon die nächste Möglichkeit.

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