1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Einzelhandel: „Friedberg ist offen“ zum Friedensfest

Friedberg

07.08.2019

Einzelhandel: „Friedberg ist offen“ zum Friedensfest

Früher war das Augsburger Friedensfest ein Selbstläufer für die Innenstadtgeschäfte. Inzwischen müssen Einzelhandel und Gewerbe in Friedberg mit Aktionen wie dem roten Teppich um die Kunden aus der Nachbarschaft werben.
Bild: Ute Krogull (Archivfoto)

Zuletzt brachte das Augsburger Friedensfest keinen großen Umsatz mehr für die Geschäfte in der Friedberger Innenstadt. Der Aktiv-Ring will das ändern.

Das Friedensfest war einst ein Umsatzgarant für die Unternehmer in der Innenstadt – doch das ist lange her. Unter dem Motto „Friedberg ist offen“ präsentiert sich der Einzelhandel im Stadtkern am Donnerstag den Besuchern und will so an erfolgreichere Zeiten anknüpfen. Unter anderem wird es Veranstaltungen für Kinder geben. Die Gäste sind außerdem aufgerufen, Sport für den guten Zweck zu treiben.

Vor Jahren war der Umsatz zum Friedensfest in Friedberg höher

Renate Mayer vom organisierenden Aktiv-Ring sagt: „Vor 20 oder 30 Jahren war zum Friedensfest sehr viel in Friedberg los. Das hat nachgelassen, keine Frage. Es verteilt sich aber auch mehr auf die umliegenden Orte wie Gersthofen oder Bobingen.“

Ein weiterer Faktor sei das Wetter. „Bei Sonne und warmen Temperaturen gehen viele lieber an den See“, so Mayer. Auch Volksfest-Platzmeister Florian Eckardt vom Verkehrsverein berichtet: „Maria Himmelfahrt am 15. August ist für die Veranstaltung der wichtigere Tag als das Friedensfest. Sicherlich war es früher einmal anders, das gilt allerdings auch für unsere Nachbargemeinden.“

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Friedensfest: Friedberger Fachmarktzentrum läuft gut

Einen Unterschied scheint es bei der Bedeutung des Friedensfestes zwischen den Unternehmen in der Friedberger Altstadt und den Firmen im Fachmarktzentrum außerhalb des Stadtkerns zu geben. Christof Gerpheide, Pressesprecher von Segmüller, teilt gegenüber der Friedberger Allgemeinen mit: „Das Augsburger Friedensfest stellt nach wie vor für unser Einrichtungshaus einen bedeutenden Einkaufstag dar. An diesem Tag verzeichnen wir eine höhere Besucherzahl im Vergleich zu den restlichen Wochentagen.“ Einen Negativtrend könne er für die Filiale nicht feststellen.

Ähnlich sieht es auch beim Schuhgeschäft Schmid im Fachmarktzentrum aus. „Wir sind zum Friedensfest in Vollbesetzung da, weil es immer sehr voll ist. Wir erwarten uns natürlich auch dementsprechende Umsätze“, sagt Filialleiterin Nicole Fiehl. Der Andrang aus Augsburg sei in den vergangenen Jahren recht stabil gewesen.

Innenstadt in Friedberg zum Friedensfest nicht so gut besucht

Deutlich weniger Umsatzsteigerung haben offenbar die Geschäfte an anderen Standorten in Friedberg – vor allem dem Stadtkern. Tanja Häusler von der Buchhandlung Gerblinger in der Ludwigstraße schätzt das Friedensfest als „guten Wochentag“ ein.

Es kämen durchaus mehr Kunden, dennoch sei der Tag nicht mit dem Weihnachtsgeschäft vergleichbar. „Ich denke aber schon, dass viele auch nach oben in die Innenstadt kommen und hier einen Kaffee trinken und bummeln. Wir beschweren uns nicht“, sagt Häusler. Zudem blieben zum Friedensfest erfahrungsgemäß auch zahlreiche Friedberger zu Hause und belebten den Stadtkern.

Michael Wollny vom Edeka-Markt in der Bozener Straße berichtet: „Wir haben etwas mehr Einnahmen als sonst. Die wenigsten Besucher kommen aber bis hier. Hauptsächlich tummelt es sich sicherlich unten am Fachmarktzentrum. Das ist allerdings schon seit einigen Jahren unverändert so.“

Friedenfest: Aktionen sollen Geschäft beleben

Gerade, weil das Friedensfest vor allem in der Innenstadt scheinbar nicht mehr der ganz große Umsatzbringer ist, hält Renate Mayer vom Aktiv-Ring die Initiative „Friedberg ist offen“ für wichtig.

Dabei werde sich die Stadt am Donnerstag als lebendiger Ort zum Einkaufen und Verweilen präsentieren, ist Mayer überzeugt. Am Mittag beginnt die Veranstaltung „Cardio-Charity“ in der Stadtmitte: Die Gäste können dann für den guten Zweck radeln, rudern und laufen.

Die Friedberger Unternehmer Kraftwerk 151, Architekten Fußner & Kühne sowie Sport Förg stellen für die Aktion Sportgeräte bereit. Je nach erbrachter Leistung fließen Einnahmen in den Aufbau eines Kinderheims in Tansania und in Sportgeräte für Kindergärten im Wittelsbacher Land. Mit etwas Glück springt auch für die Teilnehmer eine Belohnung heraus: Am Nachmittag gegen 16 Uhr werden ein Mal zwei Dauerkarten für die Heimspiel-Saison des FC Augsburg 2019/2020 verlost.

Friedberg: Malaktion für Kinder zum Augsburger Friedensfest

Schon vorher wird es für viele Kinder spannend, denn ab 14 Uhr findet die Verlosung der Malaktion „Friedberger Friedensbild“ statt. Im Juni wurden alle Kinder im Wittelsbacher Land aufgerufen, unter der Fragestellung „Wie schaut für dich der Frieden aus?“ ein Bild zu malen. Die Gesamt-Collage wird am Donnerstag in der Stadtpfarrkirche St. Jakob präsentiert und dort noch bis 8. September zu sehen sein. Auch hier sind Preise zu gewinnen, für den Sieger zum Beispiel ein CityScheck im Wert von 220 Euro.

Ab 17 Uhr gibt es in Friedberg starke Männer zu bestaunen: Auf dem Parkplatz des Fitnessstudios Kraftwerk 151 an der B300 messen sich die Strongmen in verschiedenen Disziplinen. Strongmen ist eine spezielle Form des Kraftsports, bei der Athleten ihre körperliche Stärke unter Beweis stellen – meist mit Hanteln oder sonstigen Gewichten.

Das Kunstprojekt „Menschenskulpturen7“ der Friedberger Kunst-Schule unter Leitung von Rose Maier-Haid dürfte ebenfalls zu einer Belebung der Innenstadt beitragen. Besucher können sich die Ausstellung „Oben und Unten“ ab 11 Uhr anschauen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Tom Trilges: Volle Innenstadt ist kein Selbstläufer

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren