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10.06.2009

Eldorado für Frösche, Lerchen und Schmetterlinge

Aichach-Friedberg (ech) - Wer mit dem Auto von Adelzhausen Richtung Aichach fährt, sieht zur rechten und zur linken Seite eine naturbelassene Landschaft. Es lohnt sich, zu Fuß durch das Ecknachtal zu streifen: Uferstreifen, Wiesen, Tümpel und Auwaldreste bieten eine Vielfalt der Flora und Fauna. Dank der Unterstützung durch BayernNetz-Natur, die das Ecknachtal als eines ihrer Projekte unterstützt.

Der zuständige Arbeitskreis aus Forstleuten, Jägern, Fischern sowie Vertretern vom Landschaftspflegeverband, Wasserwirtschaftsamt, Amt für Landwirtschaft und Bund Naturschutz trafen sich mit Projektleiterin Hildegard Wessel, um Maßnahmen am Flusslauf der Ecknach von Adelzhausen bis Sielenbach in Augenschein zu nehmen.

Die Projektleiterin erläuterte, dass das Projekt Ecknachtal bereits seit zehn Jahren laufe. "Unser Ziel war es, Feuchtwiesen, Auwaldreste und den natürlichen Flusslauf zu erhalten und dies ist gelungen, dank wacher Augen der Beteiligten."

Erster Punkt des Rundgangs war die Adelzhauser "Schwemm", ein Feuchtwiesenbereich zwischen Irschenhofen und Adelzhausen nahe der Staatsstraße. Dort hat man zwei uralte Weiher neu gestaltet, Zulaufgräben geräumt und die Ufer abgeflacht, um verschiedenen Amphibien Lebensraum zu geben. "Sehen Sie die vielen Frösche, die im Gras hüpfen", freute sich Thomas Kaeuffer, Geschäftsführer vom Landschafspflegeverband, der im Januar die Umstrukturierung der alten Fischweiher geplant hat. Die Feuchtwiese ist nicht nur ein Eldorado für Frösche und Lurche. "Da hinten wachsen die Trollblumen wieder", deutete Hildegard Wessel auf einen Wiesenabschnitt. Nach den Weihern ging es weiter nach Freistetten bei Michelau, das bereits im Nachbarlandkreis Dachau liegt, zu einem Lerchenfenster. Dort hat sich der Landesbund für Vogelschutz (LBV) mit Landwirten engagiert, die bei der Aussaat einige Quadratmeter offen ließen für natürlichen Unkrautwuchs, um den Feldlerchen eine Nistmöglichkeit zu bieten. Die trockenen Stellen in den Feldern helfen nicht nur der bedrohten Feldlerche, sondern auch Feldhasen, Rebhühnern und Wachteln. Danach bewegte sich die Gruppe Richtung Tödtenried zum Moos im nördlichen Bereich der Gemeindeflur. Über hohes Gras ging es als erstes zu einer Wiese am Rande des Moosgrabens. "Hier fühlt sich besonders der Mädesüß-Scheckenfalter (Brenthis Ino) wohl," weiß Thomas Kaeuffer. Als Futter benötigt der Falter die einheimischen Mädesüßblüten und ist recht standorttreu. Am Moosgraben besichtigten die Fachleute einen Biberdamm, der den kleinen Graben zu einem respektablen Wassertümpel aufgestaut hat. "Hier ist für den Biber der ideale Platz und er stört keinen", war der Tenor der Gruppe. Bei Stunzberg (Schaffhausen) wurden die Gräben ausgeweitet und gerne hätte man dort auch die alte Befestigung sichtbar gemacht, was aber aus denkmalpflegerischen Gründen nicht möglich war. "Wegen des dortigen Bodendenkmals war bei den Arbeiten sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt," erklärte Hildegard Wessel. Ihr Fazit: "Es ist erfreulich wie die Zusammenarbeit klappt. Die Leute die dabei sind, mögen das Projekt. Gerade die Jäger und Fischer der angrenzenden Reviere haben die Umwelt besonders im Auge."

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