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Aichach-Friedberg

10.03.2019

Empfang zum Weltfrauentag im Friedberger Schloss

Beim Empfang zum Internationalen Frauentag im Friedberger Schloss trafen sich (von links): Marion Brülls (Frauenforum), Europaabgeordnete Barbara Lochbihler und Jacoba Zapf (Frauenforum).
Bild: Oliver Wolff

Die Europaabgeordnete Barbara Lochbihler spricht beim Frauenforum zum Internationalen Frauentag. Wie will sie die Situation für Frauen verbessern?

Seit einigen Jahren hat der Begriff der Gender-Gerechtigkeit an Popularität gewonnen. Anlässlich des Internationalen Frauentags hat das Frauenforum Aichach-Friedberg zum Frauenempfang im Wittelsbacher Schloss eingeladen. Vor zahlreichen Gästen – überwiegend weiblichen Geschlechts – hielt Barbara Lochbihler, Mitglied des Europäischen Parlaments sowie außen- und menschenrechtspolitische Sprecherin der Fraktion Die Grüne/EFA eine Rede.

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Jacoba Zapf und Marion Brülls, Sprecherinnen des Frauenforums, fanden eröffnende Worte: Während Zapf einen historischen Rückblick der Frauenrechtsentwicklung gab, machte Brülls in ihrem emotionalen Kurzvortrag anlässlich des Jahrestags des Aufstands in Tibet vor 60 Jahren auf die humanitäre und politische Lage der Menschen in Tibet aufmerksam.

"Frauen sind Hauptleidtragende von Konflikten"

Schließlich betrat Barbara Lochbihler das Podium. Die Grünen-Politikerin verdeutlichte gleich zu Beginn, dass es sich lohne, für ein Europa des Friedens, der Solidarität und Demokratie zu kämpfen. Sie kritisierte die Rüstungspolitik der Europäischen Union – man habe zwar vor zehn Jahren einen gemeinsamen Standpunkt beschließen können, dieser sei allerdings für die Mitgliedsstaaten nicht rechtsverbindlich. Frauen und Kinder seien Hauptleidtragende von bewaffneten Konflikten.

Empfang zum Weltfrauentag im Friedberger Schloss

In ihrer Rede äußerte die Europaabgeordnete den Wunsch nach einer feministischeren Außenpolitik – bei den zu besetzenden Positionen sowie bei außenpolitischen Engagements. Die Gleichstellung der Geschlechter sei Voraussetzung für Sicherheit und nachhaltige Entwicklung auf europäischer und globaler Ebene.

Die meisten Menschenrechtsverletzungen mit jährlich hunderttausenden Toten seien körperliche und sexuelle Gewalt gegenüber Frauen. Während Staaten wie die USA aus dem UN-Menschenrechtsrat austreten, sei es besonders wichtig zusammenzurücken. „Die anstehende Europawahl ist richtungsweisend.“ Allerdings sollte man die extremen Parteien nicht überbewerten, so Lochbihler. Die Mehrheit sei pro-europäisch.

Langer Applaus im Friedberger Schloss

Die Politikerin machte sich zudem für paritätische Wahllisten stark, also ein Gleichgewicht von Männern und Frauen. Im Bayerischen Landtag sei der Frauenanteil nach der letzten Wahl auf 26,8 Prozent gesunken. Es gebe zwar Stimmen, welche Frauen lieber durch Überzeugungsarbeit in politische Ämter bringen wollen, diesen entgegnete Lochbihler: „Die Überzeugung der Frauen ist bereits da, die der Männer jedoch nicht.“ Langer Applaus. Bevor es ans Büfett ging, wurden Spenden für eine geplante Gedenkstätte in Aichach über die Sicherheitsverwahrung von Frauen während der NS-Zeit gesammelt.

Lesen Sie dazu den Artikel: Bericht: Gleichstellung der Geschlechter kommt nur langsam voran


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