Newsticker

NRW will bei Verstoß gegen Maskenpflicht Sofort-Bußgeld von 150 Euro einführen
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Entsteht ein neues Kinderhaus? Kissing will mehr Kita-Plätze schaffen

Kissing

08.06.2020

Entsteht ein neues Kinderhaus? Kissing will mehr Kita-Plätze schaffen

Kissing rechnet auch in den nächsten Jahren mit steigendem Bedarf an Betreuungsplätzen.
Bild: Silvio Wyszengrad (Symbolfoto)

Plus Mehr als 90 Kinder müssen im September zusätzlich untergebracht werden. Die Gemeinde Kissing hat schon ein Grundstück im Blick. Warum es keine Interimslösung geben soll.

Die Gemeinde Kissing steuert auf ein Problem zu. Sie stellt zwar derzeit 610 Betreuungsplätze für Kinder zur Verfügung. Diese werden aber nicht ausreichen. Zum derzeitigen Stand fehlen ab September insgesamt 91 Plätze, also 32 in der Krippe, 36 in der Regelkinderbetreuung und 23 im Hort.

Wie berichtet hat der Gemeinderat daher beschlossen, drei Krippen- und zwei Regelgruppen zu schaffen. Es zeichnet sich ab, dass die in einem Kinderhaus untergebracht werden könnten. Bürgermeister Reinhard Gürtner erklärt, dass die Gemeinde ein Grundstück im Blick habe. „Wir prüfen nun die Bebaubarkeit.“

Kissing will eine dauerhafte Lösung für die Kinderbetreuung

Mehr könne er derzeit noch nicht dazu sagen, da über Grundstücksverhandlungen generell im nicht öffentlichen Teil der Sitzungen beraten werde. Nur so viel: „Im Gemeinderat ist die Richtung vorgegeben worden, ein Bauwerk zu errichten, das Bestand hat.“ Andere Gemeinden setzen beispielsweise auf Container als Interimslösung. In Kissing ist aber eine dauerhafte Lösung gewollt, was die Fraktionsvorsitzenden bestätigen.

Entsteht ein neues Kinderhaus? Kissing will mehr Kita-Plätze schaffen

Katrin Müllegger-Steiger von den Grünen sagt, dass der hohe Bedarf an Betreuungsplätzen sie nicht überrascht habe. „Ich habe Schlimmeres befürchtet.“ Sie gibt zu bedenken, dass andere Kommunen vor demselben Problem stehen. Im Hinblick auf den möglichen Standort für die neue Kindertagesstätte sagt sie: „Wenn wir das Grundstück bebauen können, sollten wir etwas verwirklichen, das Bestand hat. Wir werden das Problem mit der Kinderbetreuung länger haben.“ Zur Not müsse aber auch eine Interimslösung her. „Es gibt den Gesetzesanspruch der Eltern und wir können die Kinder ja nicht im Regen stehen lassen“, sagt Müllegger-Steiger.

Für die Kissinger SPD hat Kinderbetreuung Priorität

Silvia Rinderhagen von der SPD sagt: „Das ist schon eine Hausnummer, dass nun 91 Plätze fehlen.“ Allerdings sei die Entwicklung aufgrund der extremen Nachverdichtung und der Neubaugebiete in Kissing absehbar gewesen. Die Gemeinde stehe vor einer großen Herausforderung. „Wir müssen nun gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Kinderbetreuung hat absolute Priorität, das gilt besonders für die SPD.“ Die Fraktion ziehe eine dauerhafte Lösung der Interimsvariante vor. Im Gemeinderat sei eine Prognose vorgestellt worden, die in den kommenden Jahren steigenden Bedarf an Betreuung voraussage.

Michael Eder von der CSU sagt im Hinblick auf die fehlenden Plätze: „Überrascht hat es mich nicht. Ich hatte es befürchtet.“ Als Jugendbeauftragter nehme er an den Trägerkonferenzen teil und habe die Tendenz bereits mitbekommen. Zu den Plänen für neue Betreuungsplätze sagt er: „Unserer Fraktion ist es ganz wichtig, dass es keinen Interimsbau gibt, sondern eine dauerhafte Lösung.“ Seiner Meinung nach werde die Gemeinde auch in Zukunft mehr Plätze benötigen. Außerdem gibt er zu bedenken: „Auch ein Interimsbau kostet nicht wenig.“

Peter Wirtz von der Freien Wählergemeinschaft verweist auf den Rechtsanspruch der Eltern auf einen Betreuungsplatz. „Wir müssen nun auf die Schnelle eine Lösung finden. Das ist nicht wenig, was da an Plätzen fehlt“, sagt er. Das Ganze werde erschwert, weil die Verwaltung aufgrund der Corona-Krise mit weniger Einnahmen rechnet.

Freie Wähler wollen Prioritätenliste für Kissing

Im Gemeinderat soll bald eine Prioritätenliste erstellt werden, welche der geplanten Projekte angegangen werden und welche verschoben werden können. Wirtz sagt: „Schule und Kinder haben immer Vorrang.“ Auch seine Fraktion sei nur im Notfall für einen Interimsbau. „Wir bevorzugen eine dauerhafte Lösung.“

Jörg Felgenhauer, als Einzelkämpfer der FDP neu im Gemeinderat, sagt: „Wir müssen handeln, wir sind ja rechtlich dazu verpflichtet.“ Im Hinblick auf die neue Betreuungseinrichtung spricht er sich dafür aus, die verschiedenen Varianten prüfen zu lassen, um die beste langfristige Lösung für die Gemeinde zu finden.

Lesen Sie dazu:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren