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Krimiautor in Kissing

15.09.2016

Er schreibt über die Ketzerbrut

Auf dem mit Ketten und Hackebeil passend zum Lesestoff dekorierten Podest signierte der Autor Peter Orontes seinen aktuellen historischen Roman. Reinhard Schelzig begleitete die Lesung auf der Gitarre
Bild: Heike John

Der Autor Peter Orontes stellt in der Kissinger Bücherei sein neues Werk „Tochter der Inquisition“ vor. Darin lässt der Meringer die Scheiterhaufen auflodern.

Die scharfe Stimme des Inquisitors donnert über die Köpfe der Zuhörer hinweg. Mucksmäuschenstill ist es in der Bücherei Kissing. Alle lauschen gebannt der Ketzerpredigt des Cölestinermönchs Petrus Zwicker. Die Lesung versetzt die zahlreich erschienenen Besucher über 600 Jahre zurück in das Jahr 1388.

Autor Peter Orontes lässt mit sonorer Stimme die Figuren in seinem neuen historischen Kriminalroman lebendig werden. Sein im August erschienenes Buch „Tochter des Inquisitors“ hat das Zeug dazu, ein Bestseller zu werden, das spürt man als Leser und Zuhörer schnell. Noch vor der großen Auftaktlesung Mitte Oktober am Handlungsort des Romans, im oberösterreichischen Steyr, stellte Peter Orontes sein neues Buch „Tochter der Inquisition“ in Kissing vor.

Pseudonym für die historischen Krimis

Das hat gute Tradition, denn schon sein Erstlingswerk „Der Seelenhändler“ kam 2009 in der Heimatbücherei des damals noch in Kissing lebenden Autors erstmals an Publikumsohren. Inzwischen wohnt Peter Orontes in Mering und las im vergangenen Jahr in der Kissinger Bücherei auch aus seinem zeitgenössischen Krimi „Die Stunde des Kraken“. Dieses Buch erschien unter seinem richtigen Namen Peter Glowotz. Peter Orontes ist sein auf Anraten eines Literaturagenten angenommenes Pseudonym, unter dem er seine historischen Krimis veröffentlicht.

Auch für Büchereileiterin Petra Scola und ihr Team war der Auftritt des Erfolgsautors wieder eine großartige Veranstaltung, die sie mit Gitarrenklängen musikalisch umrahmen ließ. Der in der Bücherei schon längst als musikalischer Entertainer eingeführte Reinhard Schelzig schuf mit Musik aus Spanien, dem Ursprungsland der Inquisition wie er sagte, die passende atmosphärische Stimmung. Eine Serie grauenvoller Morde und der Inquisitor Petrus Zwicker stürzen die Stadt in Angst und Schrecken. Angehörige der Waldenserbewegung werden als Ketzer gejagt und gefoltert, Scheiterhaufen lodern auf.

Dass es in den gut 570 Seiten des neuen Romans ordentlich zur Sache geht, lässt schon die Dekoration rund um das Lesepult in der Bücherei erahnen: ein Hackstock mit scharfem Beil, dicke Ketten, ein langer Dolch. Auch für sein aktuelles Werk hat Peter Orontes wieder tief in der Geschichte des Mittelalters gegraben. Wie fundiert er sich für seinen Krimiplot eingearbeitet hat, zeigt ein mehr als 50 großenteils historische Persönlichkeiten umfassendes Personenverzeichnis, ein dreiteiliges Glossar, auch mit geografischen Hinweisen und Begriffserklärungen, sowie eine umfangreiche Liste an Sekundärliteratur. Sogar am Abend der Lesung liegt ein dicker Wälzer mit dem Titel „Ketzerei im Mittelalter“ auf dem Lesetisch. „Das habe ich für alle Fälle zum Belegen dabei, denn viele Leser können es kaum glauben, dass so eine renitente Gruppe wie die Waldenser schon damals gegen das Bollwerk der katholischen Kirche anging“, erklärt der Autor.

Inmitten des rabenschwarzen Geschehens ermittelt mit Falk von Falkenstein und seiner Frau Christine ein unerschrockenes Paar. Damit flicht Orontes geschickt und sprachlich brillant und bildreich die Geschichte einer Liebe mit einem ordentlichen Spannungsbogen ein. Denn auch Falk, der selbst ein furchtbares Geheimnis hütet, gerät ins Visier des Inquisitors und damit in tödliche Gefahr. Die immer größer werdende Fangemeinde von Peter Orontes alias Peter Glowotz kann sich freuen. Denn derzeit arbeitet der Autor bereits an zwei weiteren Buchprojekten parallel und man darf wieder auf einen neuen historischen Roman sowie auf einen zweiten zeitgenössischen Krimi gespannt sein.

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