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Es bleibt bei der Männerwirtschaft im Wittelsbacher Land

Es bleibt bei der Männerwirtschaft im Wittelsbacher Land
Kommentar Von Ute Krogull
03.04.2020

Plus Nur 90 Frauen sitzen im Landkreis Aichach-Friedberg in politischen Gremien - vom Gemeinderat über die Stadträte bis zum Kreistag. Das zu hören, ist ein Schock.

Es ist ein Schock, nicht nur für Frauen: Nur 90 Frauen sitzen im Landkreis Aichach-Friedberg in politischen Gremien - vom Gemeinderat über die Stadträte bis zum Kreistag. Das zu hören, ist ein Schock - nicht nur für Frauen. Und das nicht, weil Frauen die besseren Politiker wären. Sondern weil es für jedes Team, jedes politische Gremium wichtig ist, dass es so heterogen wie möglich ist.

Vielfalt tut gut, sei es beim Alter, beim Milieu – oder beim Geschlecht. Dass Frauen 50 Prozent der Bevölkerung, aber nur 20 Prozent der politischen Mandatsträger stellen, kann nicht angehen. Woran liegt es?

Zwei Trends lassen sich in Aichach-Friedberg erkennen: 1. Je kleiner ein Ort, desto weniger Frauen im Gemeinderat. 2. Je konservativer die Partei, desto geringer der Frauenanteil. Im konservativen Aichach-Friedberg können diesen Faktor die Grünen trotz ihres Booms nicht wettmachen. Friedberg als größte Kommune ist ein gutes Beispiel.

 

Mit 33 Prozent Frauenanteil im Stadtrat liegt es landkreisweit vorne – obwohl im nächsten Gremium zwei Frauen weniger vertreten sind als bislang. Ein Grund: Die CSU hatte sich hier wie andernorts und auf Kreisebene schwer getan, Frauen zur Kandidatur zu überreden. Und nach vorne gewählt wurden nicht sie, sondern Männer. Frauen wählen keine Frauen: ein Teil des Problems.

Aichach-Friedberg: Die Rollenverteilung ist noch traditionell

Ein anderes: An Frauen werden strengere Maßstäbe angelegt, sei es beim Auftreten oder – wirklich lächerlich – bei der Kleidung. Das schreckt viele ab, in die Politik zu gehen. Denn Frauen sind genauso politisch interessiert wie Männer. Sie sind auch ehrenamtlich engagiert, wie viele Beispiele im Wittelsbacher Land belegen

. Aber sie sind auch ohnehin oft dreifach belastet mit Familie, Beruf und Ehrenamt. Da stecken sie ihre Energie lieber in Projekte, bei denen etwas vorangeht. An der Politik schrecken sie Selbstinszenierung, Machtgehabe, Endlosdiskussionen und Vetterleswirtschaft ab. Davon gibt es leider auch in unserer Region mehr als genug. Jetzt haben die Herren Politiker sechs Jahre Zeit, das zu ändern. "

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