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Umwelt

24.11.2018

Es geht auch ohne Plastik

Rebecca Moser (links) und Johanna Tremmel gaben auf dem Wochenmarkt Tipps, wie im Alltag auf Plastik verzichtet werden kann. Foto: Daniel Weber

Auf dem Wochenmarkt bekommen die Kunden Tipps, wie sie beim Einkauf auf Kunststoff verzichten können

Rebecca Moser war überrascht vom Andrang: „Unser ganzer Karton mit Seifen ist schon leer“, freute sie sich. Zusammen mit ihrer Kollegin Johanna Tremmel beriet sie am Freitag die Besucher des Wochenmarkts auf dem Marienplatz zum Thema Plastikvermeidung. Die beiden Damen von der Abfallberatung des Landkreises waren seit Montag ständig im Einsatz und informierten an verschiedenen Orten Bürger aller Altersgruppen über Möglichkeiten, auf Kunststoff zu verzichten.

Anlass für die Aktionen war die Europäische Woche der Abfallvermeidung. Für die Passanten auf dem Friedberger Wochenmarkt hielten sie Baumwollsäckchen bereit, mit denen Kunden Obst und Gemüse ohne Plastiktüte einkaufen können. „Auf dem Wochenmarkt geht das besonders einfach“, erklärte Tremmel. „Wenn im Supermarkt an der Kasse gewogen wird, müssen sie darauf aufmerksam machen, dass der Beutel 42 Gramm wiegt und nicht nur zwei Gramm wie die dünnen Plastiktüten. Sonst zahlen sie jedes Mal den Beutel mit.“ Das sei aber kein Problem, denn ein offizielles Siegel auf dem Säckchen weise auf das Gewicht hin.

Die ökologische Alternative beim Obst- und Gemüsekauf kam bei den Friedbergern gut an, viele testeten sie gleich an Ort und Stelle auf dem Wochenmarkt. Und auch die anderen nützlichen Kleinigkeiten erfreuten sich einiger Beliebtheit: Es gab „Keine Werbung einwerfen“-Aufkleber für den Briefkasten, die dabei helfen, den Papiermüll einzudämmen, der täglich mit der Post kommt. Außerdem verteilten die beiden Frauen plastikfreie Seife aus Hollenbach. Auch in vielen handelsüblichen Seifen ist nämlich Mikroplastik enthalten, kleine Plastikkügelchen, die als Peeling wirken.

Für Smartphone-Besitzer empfahl Johanna Tremmel die Codecheck-App. Das Programm scannt den Strichcode auf Artikeln im Laden und weist den Kunden auf bedenkliche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik in Kosmetika oder Chemikalien in der Nahrung hin. Die Bewertungen stammen unter andrem von der Verbraucherzentrale, Greenpeace und dem Bund für Umwelt- und Naturschutz.

Das Thema Müllvermeidung sei den Leuten in den vergangenen zwei Jahren zunehmend wichtiger geworden, beobachtete Moser. Es gebe viel mehr Anfragen und auch mehr nachhaltige Angebote. „Deswegen haben wir einen Ideenkatalog zusammengestellt“, sagte Tremmel. Das laufend aktualisierte Heft ist ein Crashkurs zum Ressourcensparen im Landkreis: Unter anderem enthält es eine Liste aller Geschäfte, die das Mitbringen eigener Kaffeebecher erlauben. Auch Läden, die an der Frischetheke die Tupperwaren der Kunden füllen, statt jedes Mal Plastikpapier auszugeben, finden sich in dem Ratgeber.

Auf dem Marienplatz verteilten Johanna Tremmel und Rebecca Moser nicht nur Geschenke, sondern beantworteten auch die Fragen der Passanten. „Ich finde es wichtig, dass wir auch vor Ort mit den Menschen reden“, fand Tremmel und der rege Zulauf trotz Nebel und Kälte gab ihr recht. In den Gesprächen ging es nicht nur um die Taschen und Seifen, sondern auch um die verschiedenen Mülltonnen oder um das richtige Waschprogramm.

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