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13.03.2009

Es gibt Hilfe bei Drogenproblemen

Landkreis/Kissing (glb) - Wer Cannabis, Kokain, Heroin, Ecstasy oder Amphetamine haben will, bekommt die Substanzen auch. Das ist heute keine Schwierigkeit mehr. Die Probleme damit ergeben sich erst später. Uwe Schmid stellte im Rahmen der diesjährigen Psychiatrietage in seinem Vortrag "Herausforderung illegale Drogen" die Arbeit der Drogenhilfe Schwaben vor.

Die Notwendigkeit seiner Einrichtung stelle niemand infrage. "Wir betreuen 2000 Klienten pro Jahr", sagte der Dipl. Sozialpädagoge. Die Drogenhilfe Schwaben arbeite auf mehreren Ebenen: Prävention stehe an erster Stellen, dann berate man Betroffene und Angehörige, gebe Alltagshilfe, vermittle Therapieplätze und kümmere sich um die Nachsorge. Extra für Jugendliche gebe es unter anderem das Jugendcafe INCA und das Frühinterventionsprogramm FreD. Nicht zuletzt unterhalte die Drogenhilfe Schwaben eine Notschlafstelle. "Alle Mitarbeiter stehen unter Schweigepflicht", betonte Schmid. Den nicht so zahlreich wie bei anderen Veranstaltungen der Psychiatrietage erschienenen Zuhörern brannten viele Fragen auf den Nägeln. Es gebe keine typische Familienkonstellation von drogenabhängigen Jugendlichen. In intakten Familien gebe es genauso viele Fälle wie anderen. Pro 100 000 Einwohner habe Augsburg mehr Drogenabhängige als München und das Stadt-Land-Gefälle löse sich auf. 70 Prozent der Süchtigen seien Männer, "aber die Frauen holen stark auf", so der Experte.

Vom ersten Ausprobieren bis zur Abhängigkeit

Wie lange es vom ersten Ausprobieren bis zur Abhängigkeit dauere, konnte Schmid nicht allgemeingültig beantworten. Wenn ein Jugendlicher bis zum 21. Lebensjahr keine Drogen genommen hat sei er normalerweise über den Berg. Eine Mutter hatte gefragt, ab welchem Alter man sich als Eltern weniger Sorgen machen müsste. Ob ein Jugendlicher Drogen nimmt oder nicht, sei für Eltern nicht eindeutig zu erkennen. Alarmsignale seien plötzlicher Leistungsabfall in der Schule, neue Freunde, hoher Geldverbrauch und Interessensverlust. Das alles könne aber auch harmlos sein. Schmid riet den Eltern, die Beratungsstelle aufzusuchen, wenn sie Zweifel haben oder nicht weiter wüssten.

Weitere Infos unter Telefon 08 21/3 43 90 10, im Internet unter www.drogenhilfeschwaben.de

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