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Flüchtlinge

26.01.2016

„Es kommen Menschen, keine Monster“

Friedbergs Bürgermeister spürt Unsicherheit und ist auch mal fassungslos

Der Friedberger Stadtrat treibt das Bebauungsplanverfahren weiter voran, das südlich des früheren Kegelzentrums an der Seestraße eine Asylunterkunft ermöglichen soll. Geplant ist ein Neubau für an die 200 Flüchtlinge (wir berichteten). Im Rahmen der jetzt behandelten Stellungnahmen zeigte sich, dass ein Umweltbericht nötig war und der Lärmschutz wegen Straßen beachtet werden muss. Nach ersten Änderungen werden die Pläne für den nächsten Verfahrensschritt erneut ausgelegt. Es gab sechs Gegenstimmen – unter anderem von den Grünen. Eine Unterkunft in dieser Größenordnung findet Claudia Eser-Schuberth (Grüne) nicht verträglich – egal für wen. Vom Gegenteil ist Peter Feile (SPD) überzeugt, weil bei knapp 200 Flüchtlingen für eine Betreuung gesorgt wäre.

Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) warb im Stadtrat dafür, dass Friedberg weiter seinen Beitrag liefern müsse für die Unterbringung von Asylbewerbern.

Die Frage einer Ortssprecherin

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Gleichzeitig spürt Eichmann, dass sich seit den Straftaten in der Silvesternacht in Köln ein Gefühl der Unsicherheit ausbreite. Dies belegte auch eine Aussage der Derchinger Ortssprecherin Rosemarie Krendlinger unter Anfragen am Ende der Sitzung. Demnach machten sich Bürger Sorgen vor Übergriffen, wenn Flüchtlinge im Sommer den Derchinger und Friedberger See bevölkern würden. Die Ortssprecherin gab eine Frage aus der Bürgerschaft weiter, ob dann Sicherheitskräfte vorgesehen sind.

„Fassungslos“ war darüber Bürgermeister Eichmann. „Es kommen Menschen und keine Monster“, betonte er. Im Landkreis gebe es – abgesehen von dem jungen Flüchtling, der bei Kühbach Joggerinnen belästigt hatte (wir berichteten) – kein Sicherheitsproblem mit Asylbewerbern. Man werde die Situation weiter im Blick haben und gegebenenfalls reagieren. Ortssprecherin Rosemarie Krendlinger erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass es ihr darum gegangen sei, kursierende Ängste anzusprechen. Derzeit sind im Friedberger Stadtgebiet etwa 320 Flüchtlinge untergebracht. Diese Zahl nannte gestern die zuständige Sachgebietsleiterin am Landratsamt, Simone Losinger.

Eichmann rechnet mit 1000 Asylsuchenden

Bürgermeister Eichmann geht davon aus, dass sich seine Prognosen bestätigen, dass im Jahresverlauf etwa 1000 Asylsuchende in Friedberg leben werden. Dies war auch Thema beim SPD-Jahresempfang. Dort sagte Eichmann, dass solche Steigerungen auf Dauer nicht zu bewältigen seien: „Mittel- bis langfristig müssen die Zahlen sinken.“ Sonst müsse man hinter den Satz der Kanzlerin „Das schaffen wir!“ ein Fragezeichen setzen.

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26.01.2016

Nun las Derchinger Bürger bin ich wieder mal erstaunt wie schnell man nach Sicherheitskräften ruft und auch die Ortsprecherin einschaltet, um hier unseren ersten Bürgermeister auf die Ängste hinzuweisen. Nun ,wir sollten ersteinmal abwarten, denn die Kurzeitflüchtlinge sidn ja nich gar nicht eingetroffen.Aich mit einem Zeitungsartikel kann man Ängste noch weiter anheizen. Deshalb sollte man besonnen bleiben. Dringender sehe ich den Mitfahrerparkplatz udn ds erhöhte Verkehrsaufkommen um Derching. Hier muss etwas getan werden. Es leben bei uns auch viele Russland-Deutsche , türkische Familien und andere Nationalitäten udn alle wurden herzlich aufgenommen udn sidn integriert. Ich sehe das Problem bei den Medien die hier mit ihren Artikel auch weiter Öl isn Feuer gießen.

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