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Mering

16.08.2019

Etwas Entspannung für den Wohnungsmarkt in Mering

Am Leonhardshof entstehen in drei Gebäuden 44 sozial geförderte und freifinanzierte Wohnungen.
Bild:  Peter Stöbich

Plus Das Ulrichswerk errichtet mit dem Leonhardshof ein Millionenprojekt. Es soll Menschen mit geringem Einkommen ermöglichen, in der Marktgemeinde zu wohnen.

„Viele Leute aus der ganzen Region suchen momentan händeringend eine bezahlbare Wohnung“, sagt Rudolf Mitterhuber, Geschäftsführer des St. Ulrichswerks der Diözese Augsburg. „Von den steigenden Mieten sind vor allem einkommensschwache Familien, Alleinstehende und Senioren betroffen.“ Zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt will das Unternehmen laut Mitterhuber beitragen, indem es aktuell rund 50 Millionen Euro in Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen investiert.

Zwischen 14 und 15 Millionen wird in Mering ein Projekt kosten, das zwischen der Reifersbrunner und der Theresienstraße in die Höhe wächst. Auf dem 6700 Quadratmeter großen Gelände der katholischen Pfarrpfründestiftung entstehen derzeit 44 Wohnungen, die alle barrierefrei und zwischen 36 und 105 Quadratmeter groß sind.

Ursprünglich sei die Kostenschätzung wesentlich niedriger gewesen, berichtet der Architekt und Bauleiter Martin Geck. „Doch die Erdarbeiten auf dem ehemaligen Ziegeleigelände haben viel Zeit und Geld gekostet – über eine Million allein die Untersuchung und Entsorgung des Aushubs, weil das Material als belastet eingestuft wurde.“

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Probleme mit den Nachbarn

Probleme hatte es im Vorfeld auch mit einigen Nachbarn gegeben, die wenig begeistert von den massiven Ausmaßen der Baukörper waren und sogar Unterschriften dagegen gesammelt hatten, wir berichteten.

Doch jetzt stehen bereits zwei Rohbauten; auf einen soll noch in diesem Jahr das Dach aufgesetzt werden. „Bis Mitte 2021 könnte dann alles fertig sein“, so Geck. Neben 34 sozial geförderten Mietwohnungen werden in einem dritten Neubau frei finanzierte Wohnungen von ca. 40 Quadratmeter (eineinhalb Zimmer mit Küche und Bad ) bis 99 Quadratmeter (vier Zimmer mit Küche und Bad) erstellt. Alle Wohnungen verfügen über einen Aufzug sowie Terrasse oder Balkon. Die nötigen Stellplätze befinden sich in der Tiefgarage, in den Parkgeschossen und oberirdisch.

Wer auf eine Sozialwohnung in Mering hoffen darf, steht laut Mitterhuber noch nicht fest. „Unsere Warteliste von Bewerbern ist aber ziemlich lang.“ Voraussetzung für die Vergabe sei ein Wohnberechtigungsschein; der Suchende hat damit aber noch keine Wohnung, sondern nur einen „Eignungsschein“, mit dem er sich auf dem Markt der geförderten Wohnungen eine geeignete Bleibe suchen kann.

Die Wohnanlage am Meringer Leonhardshof liegt ruhig und zentral. „Die Gebäude werden einen geräumigen Innenhof umschließen, in dem sich die Mieter treffen und wohlfühlen sollen“, sagt der Architekt. Man habe auf eine gute Einbindung der Baukörper in die Umgebung geachtet und zum Beispiel einen großen alten Ahornbaum erhalten.

Mering ist für Pendler höchst attraktiv

Geck: „Die gute Verkehrsanbindung an die B2 und A8 sowie der Bahnanschluss an Augsburg und München machen Mering für Pendler höchst attraktiv.“ Zudem sei die Lebensqualität im südlichen Landkreis sehr hoch.

Das Ulrichswerk der Diözese ist im Wohnungsbau, der Verwaltung von eigenem und fremdem Wohnungsbestand, der Baubetreuung und Projektentwicklung für kirchliche Einrichtungen tätig. Das Angebot reicht von preisgünstigen Sozial- und frei finanzierten Mietwohnungen mittleren Standards über Wohnungen für Senioren bis hin zu gehobenen Neubauten.

„Im Juni 1945 gründeten engagierte katholische Augsburger Bürger den Verein Christliche Wohnungshilfe“, erzählt Mitterhuber. Sie halfen bei der Instandsetzung und Beschaffung von Wohnraum. Aus der Selbsthilfe wurde schnell eine systematische Bauträgertätigkeit; die Schaffung von Wohnraum stand im Fokus des Handelns.

Ende 1948 schlossen sich die katholische Aktion „Caritas“ und der Verein „Christliche Wohnungshilfe“ zum Familienhilfswerk „Christenvolk baut auf“ zusammen. Aus dem Verein entstand das Ulrichswerk, das am 22. Dezember 1952 in der Rechtsform einer Kapitalgesellschaft gegründet wurde. Alleiniger Gesellschafter ist heute der Bischöfliche Stuhl der Diözese Augsburg.

Ulrichswerk investiert 50 Millionen Euro

Der Leonhardshof ist nur eines von vielen Projekten des Unternehmens. „Um verstärkt zur Entspannung auf dem Wohnungsmarkt beizutragen, wollen wir rund 50 Millionen Euro in Neubau- und Modernisierungsmaßnahmen investieren“, kündigt der Geschäftsführer an.

So werde das Ulrichswerk bis 2022 im Augsburger Wolframviertel 100 neue Wohnungen schaffen, außerdem rund 100 Mietwohnungen in Augsburg, Kempten und Neu-Ulm aufwendig modernisieren.

700 neue Wohnungen in den kommenden Jahren

„Als kirchliches Unternehmen fühlen wir uns in der aktuellen Lage besonders gefordert, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen“, betont Mitterhuber. Deshalb habe auch die Diözese Augsburg ein großes Wohnungsbauprogramm mit einem Volumen von 140 Millionen Euro beschlossen. „In den kommenden Jahren werden 700 neue Wohnungen entstehen; die Preise sollen meist am unteren Ende der Vergleichsmieten liegen.“

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht Dritter Anlauf für neuen Baugebiet Kapellenberg in Mering

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