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07.02.2015

Extrawurst für TSV Friedberg bleibt aus

Der Friedberger Finanzausschuss servierte dem TSV Friedberg keine finanzielle Extrawurst.
Bild: Peter Kleist

Sonderzuschuss ist abgelehnt. Doch Stadt denkt nun über Unterstützung für finanziell klamme Sportvereine nach

Von Andreas Schmidt

Häuslebauer freuen sich über die derzeit niedrigen Zinsen. Diese sorgen hingegen für tiefe Sorgenfalten bei den Verantwortlichen des TSV Friedberg wie dem Vorsitzenden Karsten Weigl. Denn die Niedrigzinsen haben zur Folge, dass Rücklagen viel weniger zur Finanzierung der Vierfachhalle des Vereins (Baujahr 2003) abwerfen als erwartet. In einem Schreiben an die Stadt Friedberg verwies Weigl zudem auf stark gestiegene Betriebs- und Unterhaltskosten für die vereinseigenen Sportanlagen. Um diese für Bürger und Sportler der Stadt Friedberg zur Verfügung zu stellen, seien „enorme finanzielle Anstrengungen“ erforderlich. Unter anderem damit begründete Vereinsvorsitzender Weigl einen Antrag des TSV an die Stadt für einen jährlichen Zuschuss von 50000 Euro. Doch für einen solchen Sonderzuschuss erntete er eine Abfuhr im Finanzausschuss.

Das Gremium sah aber durchaus das Problem des TSV. Allerdings soll nun nach einer grundsätzlichen Lösung nicht nur für diesen – wenn auch mit etwa 3000 Mitgliedern besonders großen – Einzelfall gesucht werden. Die Verwaltung bekam den Auftrag, eine zusätzliche Fördermöglichkeit zu finden. Damit könnten dann künftig möglicherweise Sportvereine unterstützt werden, denen der Unterhalt ihrer Sportanlagen finanziell über den Kopf wächst. Vonseiten des Finanzreferats war der Hinweis gekommen, dass auch kleine Vereine mit eigenen Sportanlagen entsprechende Probleme haben. Eigentlich könnten sie sich ihre Duschen im Vereinsheim nicht leisten, hieß es beispielsweise.

Bürgermeister Roland Eichmann hatte erfahren, dass der TSV zwar kurzfristig keine Zahlungsschwierigkeiten erwartet. Der Zuschuss war quasi als Vorwarnung gedacht, dass mittelfristig Probleme zu erwarten sind. Vollkommen einig waren sich Bürgermeister und Ausschuss, dass es keine „Lex TSV“ als Sonderregelung geben darf. Bürgermeister Eichmann fehlten für einen Sonderzuschuss auch genaue Einblicke in die finanzielle Situation des Vereins. Das Problem müsse aber gelöst werden, so Eichmann: „Es ist auch ein Problem der Stadt.“ Sollte der TSV finanziell stolpern, müsste die Stadt für die Vierfachhalle aufkommen.

Die Wortmeldungen bei der Ausschusssitzung, die sich TSV-Vorsitzender Weigl als Gast anhörte, gingen alle in eine ähnliche Richtung. So ähnlich, dass Stadtrat Sven Güntner ( CSU) scherzte, dass Bürgermeister Eichmann wohl die Sitzung der CSU-Fraktion abgehört hatte. Mit einem Sonderzuschuss würde man die erst geänderten Zuschussrichtlinien der Stadt für freiwillige Leistungen konterkarieren, so Güntner. Johanna Hölzl (Grüne) sagte voraus, dass bei einer Sonderregelung die nächsten Zuschussanträge von anderen Vereinen zu erwarten wären. Als Hauptproblem sah Peter Feile (SPD) den Unterhalt von vereinseigenen Hallen an. Dafür konnte sich der SPD-Haushaltsexperte durchaus neue Leistungen der Stadt vorstellen.

Denkbar wären für Bürgermeister Eichmann beispielsweise Energiekostenzuschüsse. Vorstellen konnte er sich auch einen Ausgleich dafür, dass die TSV-Sportler bei Nutzung der eigenen Halle und Anlagen keinen städtischen Zuschuss erhalten. Während die Stadt finanziell zuschießen würde, wenn TSVler stattdessen Landkreishallen nutzen würden. Cornelia Böhm (FDP) drückte die Daumen, dass sich eine gute Lösung finden lässt.

Geplant ist ein runder Tisch mit den Sportvereinen

Und die sollte nachvollziehbar für alle sein, wünschte sich Sven Güntner (CSU). Um einer Gerüchteküche vorzubeugen, schlug er einen runden Tisch mit den Sportvereinen vor. Dieser soll stattfinden. Zuvor wird dem Finanzausschuss bis zur Jahresmitte vorgelegt, welche neuen Fördermöglichkeiten es für vereinseigene Sportanlagen geben könnte. Bis dahin soll das Finanzreferat durchrechnen, was dies die Stadt kosten würde.

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