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Friedberg

29.10.2020

Fahrradverleih lässt in Friedberg auf sich warten

Friedberg will ein Verleihsystem für Fahrräder einrichten. Über Details gibt es politische Meinungsverschiedenheiten.
Bild: Daniel Bockwoldt, dpa (Symbolfoto)

Plus Schon vor fast einem Jahr gab der Friedberger Stadtrat grünes Licht für einen Fahrradverleih. Doch noch immer gibt es Änderungswünsche am Konzept.

Die Friedberger müssen auf ein Leihsystem für E-Bikes und konventionelle Fahrräder warten. Zwar hat der Stadtrat bereits im Dezember 2019 die Einführung beschlossen, doch dann kam Corona und machte die Ausschreibung hinfällig. Jetzt gibt es zwar einen weiteren Anlauf, doch die Mitglieder des neuen Ausschusses für Umwelt, Energie und Klimaschutz konnten sich in den Details nicht einigen.

Die vor knapp einem Jahr beschlossene Ausschreibung wurde im Februar 2020 im Bayerischen Staatsanzeiger veröffentlicht und brachte nur eine ernst zu nehmende Offerte. Mit Ausbruch der Corona-Pandemie zog der Anbieter jedoch zurück, weil die Lieferketten aus Asien unterbrochen und europäische Produkte preislich nicht wettbewerbsfähig seien. Damit lag das Vorhaben monatelang auf Eis.

Sieben Verleihstationen in der Friedberger Kernstadt

Jetzt plant die Stadt eine neue Ausschreibung und hat dafür einen Starttermin im Sommer 2021 ins Auge gefasst. Nach dem Konzept der Stadtverwaltung sollen die Leihräder an sieben Plätzen stehen:

  • Park-and-Ride-Platz Friedberg-West
  • Friedberger See
  • Gerberwiese
  • Altstadt
  • Bahnhof
  • Volksfestplatz
  • Gewerbegebiet Münchner Straße

Buchung und Rückgabe der Räder sollen über eine App auf dem Smartphone erfolgen. Klar ist: Die Radler müssen ihre Fahrzeuge an den Ständern an einem der sieben Standorte zurückgeben.

Die Stadt bedient sich für den Verleih eines externen Dienstleisters, der die Räder auch wartet. Lediglich die Akkus werden von Mitarbeitern des Bauhofs ausgetauscht, die ohnehin im Stadtgebiet unterwegs sind. Eigene Ladestationen gibt es wegen der höheren Investitionskosten an den Verleihpunkten nicht. Die Gebühr für ein E-Bike soll pro Stunde acht Euro und am Tag maximal 25 Euro betragen, für ein normales Fahrrad vier Euro pro Stunde und maximal zwölf am Tag.

Testphase für Fahrradverleih in Friedberg

Die Kosten für die auf zwei Jahre begrenzte Testphase werden wegen der Ausschreibung vertraulich behandelt, sollen sich aber im niedrigen sechsstelligen Bereich bewegen. Im Anschluss an diese zwei Jahre möchte Friedberg seinen Fahrradverleih in das System der Stadt Augsburg integrieren, um eine nachhaltige Mobilitätsoption bis in die Augsburger Stadtteile zu schaffen. Nach einem erfolgreichen Start in der Kernstadt könnte das Angebote auch auf die Stadtteile ausgeweitet werden.

Bei der Vorstellung des Konzepts im Dezember 2019 hatte es noch breite Zustimmung gegeben; lediglich wegen der hohen Investition gab es vier Gegenstimmen. Im Umweltausschuss entspann sich nun eine ausführliche Debatte um die Details. Wolfgang Rockelmann (Parteifreie Bürger) waren die Leihgebühren zu hoch. Paul Trinkl (CSU) schlug vor, in der Testphase verschiedene Tarife zu erproben.

Eva Bahner (Grüne) wollte Verleihstationen in den Wohnquartieren von Süden und Rothenberg statt im Gewerbegebiet. Simone Hörmann von und zu Guttenberg vermisste vertragliche Grundlagen für die Ausschreibung. Florian Wurzer (CSU) wunderte sich, warum die Stadt ein Risiko eingehen und Geld ausgeben solle, wenn ein Privater dann das Geschäft mache.

Welche Standorte und Preise sind in Friedberg sinnvoll?

Bürgermeister Roland Eichmann (SPD) zog am Ende die Notbremse. Mit solch unterschiedlichen Vorstellungen könne auf die Schnelle keine Ausschreibung beschlossen werden. Die Fraktionen sollen jetzt ihre Änderungswünsche zu Standorten und Preisen einbringen - wann dann die Ausschreibung erfolgt, ist offen. Für 2020 stehen keine Sitzungstermine des Umweltausschusses mehr im Kalender.

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