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Wulfertshausen

08.01.2020

Familie aus Wulfertshausen erlebt Geburt des Sohnes im Krankenwagen

Teresa und Manuel Schmieder aus Wulfertshausen sind stolze Eltern des kleinen Kilian, Er kam auf dem Weg zum Friedberger Krankenhaus zur Welt.
Bild: Katrin Vogt

Plus Kilian Schmieder kam auf dem Weg von Wulfertshausen ins Friedberger Krankenhaus zur Welt. Ein 21-jähriger Sanitäter meisterte die Situation bravourös.

Es war ein ganz normaler Abend im Hause Schmieder in Wulfertshausen. Papa Manuel war seit einer Stunde von der Arbeit daheim und wollte nach dem Essen die zweieinhalbjährige Sophia ins Bett bringen, als es passierte: Die Fruchtblase seiner hochschwangeren Frau Teresa platzte. Also riefen die Schmieders den Rettungswagen. Da ahnten sie aber noch nicht, wie schnell nun alles gehen würde – genauso wenig, wie der junge Sanitäter Benedikt Geiger, der die Entbindung wenig später betreuen sollte.

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Mutter aus Wulfertshausen kann heute über Blitzgeburt schmunzeln

„Meine erste Geburt hat zwölf Stunden gedauert“ erzählt die 31-jährige Mutter. Zwar war Kilian schon drei Tage überfällig. Dennoch ging das Ehepaar davon aus, ihr zweites Kind würde im Krankenhaus geboren. Doch es lief anders: „Wir haben noch meine Eltern benachrichtigt, damit sie auf Sophia aufpassen“, sagt der 34-jährige Manuel Schmieder rückblickend. „Das war echt von null auf 100 – Stress pur“, sagt Teresa Schmieder heute und kann mittlerweile darüber schmunzeln.

Dann ging es für die Eltern in den Rettungswagen – mit dem 21-jährigen Sanitäter Benjamin Geiger, der erst vor wenigen Monaten seine Ausbildung beendet hat, und einem Praktikanten. Kein Problem, schließlich dauert der Weg ins Friedberger Krankenhaus nur um die fünf Minuten. An diesem 19. November allerdings sollte sich die Ankunft deutlich verzögern. „Wir sind noch zwei Mal abgebogen, bis auf die Wulferichstraße, dann war es auch schon soweit“, berichtet Teresa Schmieder heute. Kilian wollte nicht mehr warten und erblickte um 21.47 Uhr im Krankenwagen das Licht der Welt – ein Fall, den es so nur sehr selten gibt.

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21-Jähriger behält bei Geburt im Krankenwagen die Ruhe

„Benjamin hat dann einen super Job gemacht“, lobt Vater Manuel Schmieder. „Er hatte so eine Situation noch nie erlebt und war trotzdem komplett souverän.“ Geiger selbst sagt: „Trotz der Anspannung wusste ich immer, was zu tun ist. Ich möchte mich deshalb bei den Menschen bedanken, die mich über drei Jahre ausgebildet haben.“ Der Tag ist ihm sogar in sehr positiver Erinnerung geblieben. „Ich glaube, dass es kaum schönere Momente gibt als die Geburt eines neuen Lebens.“ Oft habe man im Rettungsdienst mit Menschen am Ende ihres Lebens zu tun, was mitunter belastend sei.

Der erst 21-jährige Benjamin Geiger betreute souverän die Entbindung des kleinen Kilian aus Wulfertshausen.
Bild: Geiger

Teilweise war ein wenig Improvisationstalent nötig. „Wir hatten auf die Schnelle keine Decke da für Kilian, also haben wir den Pullover meines Mannes genommen“, sagt Teresa Schmieder. Der Praktikant, der seine erste Geburt überhaupt miterlebte, hätte sich wohl nicht träumen lassen, beim „Reinschnuppern“ in den Beruf gleich so gefordert zu sein.

Bis heute ist die Familie dem Sanitäter Benjamin Geiger sehr dankbar. „Wir haben ihm bei der Feuerwehr, wo er sich engagiert und sein Vater Kommandant ist, ein kleines Geschenk vorbeigebracht“, sagt der stolze Papa. „Leider war er an dem Tag nicht da.“ Die Familie steht aber über Facebook mit Geiger im Austausch, auch ein persönliches Treffen ist geplant. Kurios: Es war gar nicht so einfach, den Kontakt aufzunehmen, da die Eltern Geigers Namen aus Datenschutzgründen zunächst nicht erfahren durften. „Wir sind aber zum Glück über Ecken herangekommen“, so Manuel Schmieder.

Wulfertshauser Familie ist überglücklich mit dem kleinen Kilian

Seit dem 19. November ist im Hause Schmieder alles reibungslos gelaufen. Kilians zweieinhalbjährige Schwester Sophia kümmere sich rührend um ihren Bruder, erzählen die Eltern. „Sie weiß genau, was er gerne mag und ist auch ganz neugierig beim Stillen dabei“, sagt die Mutter. Nachts steht sie meist zwei Mal auf, wenn Kilian Hunger hat. Der Papa darf dann liegen bleiben – er muss tagsüber als selbstständiger Versicherungsvertreter arbeiten. Teresa Schmieder hat dann Zeit für die beiden Kleinen, sie konzentriert sich derzeit ganz auf die Kindererziehung. Ihr Mann hat sich vorgenommen, bald einen Monat Elternzeit zu nehmen. Sonst hält sich die Familie mit Zukunftsplänen vorerst zurück. „Meine Frau wollte immer drei Kinder, ich eher zwei. Jetzt sind wir erst mal überglücklich so, wie es ist“, meint Manuel Schmieder.

Eine Kleinigkeit hat die Familie nach der ungewöhnlichen Geburt von Kilian übrigens noch lange beschäftigt: der Geburtsort. „Vier Wochen hat es gedauert, bis ganz offiziell feststand, das er Wulfertshauser und kein Friedberger ist“, berichtet sein Vater.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Entbindung in Friedberg: Sanitäter wächst mit seiner Aufgabe

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